sie darnach in einen Mörser / daß die Kern wohl zer-quetscht werden/nachmals ein Sacklein in den Weinaeti >an/und zerstossene Schlehen darein geschüttet/ auchineinander Säcklein Nagelein und Zimmet/ ein we-nig zerstossen/gleich so viel/ nach Gutdüncken/genom-men /darem gchencw itein^wey oder drey frische Limo/m/jeSenin drey oder vier Spältlein geschnitten/ undan einen Faden gehefftet hinein gehenckt; wers nochbesser machen will/mag auch ein Pfund Zucker Stück-lem-wuse darein werssen / darnach 14. Tage stehen las-sen / und alle Tage mit einem sauern Stäblein oderKochlöffel-Stiel das Säcklein umgerührt/so wird ergut/und schön roth.
Den Bund-Wein macht man also: Schneid Weitzen -Aehren(weiler noch in der Gilb ist )zimlich kurtzab/mach ihn zu Büscheln/und hang sie in die Lufft/ her-nach im Leesen nimm em wolgebunden Faß/ laß den ei-nen Boden offen/leg Weitzen-Büschel/ sodann Hayn-büchen-Scheitten / darnach gantze Weinbeer auf dieScheitten/leg nachmals wieder Weihen/ Schattenund Weinbeer/bis das Faß voll wird/darnach laß daszuschlagen/ laß Most hinein und darüber gieren/iWer lauter wird/ trinckdas Jahr/so offtdu will / da ^
Merdten Buchö Erster Theil/Wein-Garten.
4SZ
von/ allzeit am dritten Tag nacher/wannerwieder neugefüllt wordeu/kan man davon trincken.
Wei« übers Jahr zu behalten: Mach ( wie Herrvon Rantzau lehret) gleich übereinander drey Zaps-fen hmein/zeuch erstlich den obersten / uiid hemach denuntersten/ so bleibt der mittlere Theilten mau für denbesten und kräftigsten hält/ auf die letzte. Waim manHaberstroh in ein Faß thut/ das heurig -und sauber ist/und den Wein darüber zeucht / so wird er sehr schön/klar und Gold-farb. Wer allerhand Sorten Weinmachen will / es seyen gleich Krauter- oder Slrtzney-Wein- muß es nicht thun/wann der Wemstock m derBlühe ist / auch nicht im Neu - oder Voll -Mond / son-dem wc.nn der Mond im letztenViMel/und klares stillesGewitter ist. Wann man aus einem Fußlang muckt/daß es nlchtverderbe/sv nimm dicken Lenn/nndkleibe denüber den Spund /und streue Aschen daraus oder schneideinen grossen Wasen aus dem Erdreich / lege den überden Spund auf ein rein weisses leinen Tuch / bohre miteiner Spindel ein Loch durch denWasen/daß der WemLusst habe / so ziehet et den bösen Dunst heraus / wanner gelblicht und dürr wird / nimm einen frischen.
xxxlv.
Stecken ziehen und andere Herbst-Arbeiten.
Ht dem eingebrachten Leesen ist die Weingart- jArbeit noch nicht vollkommen geendet/ sondern- müssen gleich die Wein-Stecken enthefftet/ vonden Stöcken ausgezogen / mit den untersten Spitzengegen der Sonnen gekehret / damit sie austrocknen/und sodann an einem erhöheten Ort/ wohin das Was-ser nicht kommen kan/ aufgerichtet werden. Im Aus-ziehen muß man acht haben/daß man nicht grob damitumgehe/ und sie iu der Erden abbreche/ weil sie daselbstam schwächesten/ und bald zu vermodern anheben.
Etliche lassen sie nur also offen zusammen gehäufft/den Winter üver/ bis zum Gebrauch des künsstigenFrühlings/unter freyem Himmel liegen; weil aber Re-gen und Schnee/und die Winters-Nässe allenthalbenfrey eingreiffen kan/faulen sie eher/ und dauren destoweniger; thun also diejenigen besser / die sie/ nachdemie wieder gespitzt worden/ mit Brettern und Läden ü-mdccken/aufs wenigst oben-aufeinen Schirm gegen>ieFeuchten machen/dann diese währen ohne Gleich-heit langer/vornemlich/wannsievor derAufsehoberungan den untern Spitzen wol sind getrocknet worden.
Mankanauch / indem man die Stecken ansziehet/zugleich die Reben wieder ausrichten/ was etwann um-gerrenen/ aus Gras und Wurtzen / so nahe an denReben steht / vollends ausbauen und wegbringen/ da»mir sie den Reben in ihren Winter-O.uartiren das besteMt entziehen/ auch alles hinweq räumen/was etwan(ausserderReben) darinnen gestanden;zugleich sollenauch alle Steine/die zufinden/beyseits gethan/ und aufdie Seiten gebracht seyn.
Weil nun jetzt wieder die Zeit ist/daß man/so wolwegen der Augen/als auch wegen der Trauben/den we-nigsten Schaden thun kan/kan man den Grund/ mitDung und Einmischung besserer Erden/ jetzo am bestenzu Hülffe kommen; so kan man auch das Wipffel-Fut-ter und Weingart-Laub heimbringen und streiffen / istim Winter denKälber-Kühen/ Lämmer Schafen undden Gaisscnsehrwolbekvmmlich;auchwerdendievordem Leesen gezeichnete schlechtere oder gar unträchtigeWeinstöcke jetzt am besten ausgenommen/ und anderean ihre Stelle versetzt.
Nicht weniger werden die Stöcke / ( nachdem derGrund/oder die gewöhnliche Jahrs-Witterung lindoder streng ist) wenig oderviel angezogen/das ist/ dieErde wird um und um herum ausgehaufft/ dis ist ihnengleichsam wie ein warmer Peltz/darinn sie des Win-ters Ungestümm desto besser ausdauren können / undgreifst die Kalte schon obenher etwan die Neben an/wird doch das verdeckte hiemit verwahret/daß man aufkünsstigen Frühling an Holtz keinen Abgang hat/ undalso kcin Schade geschiehet.
Alshwerden sieden Winter-über unter der Erden/gleichsam wie unter einer warmen Decke/gelassen/undim Frühling/wann man sie schneiden will/ wieder ab-gezogen / und die Erden hinweg und beyseits ge-räumt.
In Summa/ ein fleissiger Weingarts-Mann sollzum öfftermal/ jetzt und vorher/ seine Weinberg durch-gehen/und wann und wo einiger Mangel in einem undandern sich ereignet / solches weislich ersetzen.