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Th. 1 (1716)
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489
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Vierdtcn Bncks Erster Theil/ Wein-Garten.

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Wann man sonst den Most süß erhalten will/giestman den in wol abgebundene Fäßlein/ und hangt oderlegt diese alsobald in ein Wasser/ daß esKiaffter - liessdarüber gehe/und muß es also S.Wochen oder ein paarMonst hangen oder liegen lassen/so kan der Most/we-gen des Wassers Kälte/ nicht gieren/ u«d bleibt biß aufdm letzten Tropften süß/welches/so wol derAltenZeug-nus/ais die jetzige Erfahrenheit bestättet.

Den Hippocras zu machen: Zu drey Maß weissenWein nimm i. Loth Zimmet/und ein wenig Ingwerrein gepulvert/ und ein Pfund Zucker/laß es 7. oder 8.Stunden darinnen weichen/in eincm saubern wolver-machtenGctchirr/hernach sieben oder achtmal durch ei-nen wollenen Sack laussen lassen/ sodann in FlaschenWossen/ wol vermacht/ und zum Gebrauch aufge-hoben.

Oder nimm drey Loth Zimmet/ ein Loth Veyel-wuriz Paradis-Körner undJngwer/jedes 1. Quintel/Zucker i.Pfund/ und einen halben Vierding zerflos-

sen/ alles gepulvert/ und auf obige Weift zubereitet/man kan wol s. oder S.susse zerstosseneMandel/oder einwenig Kühe-Milch darzuthun / den Hyppocras destoeher zu läutern.

Oder will man ein machen/daraus man

allzeit/wann man will / einen Hippocras machen kan/so thue ihme also: Nimm 4. Loth auserlesene Zimmet/ein Loth Ingwer/ ein Quintel Nagelein/ und ein halbQuintel Muscatnüsse/ anderthalb Quintel von Pfef-fer/und so vielParadis-Körner/alles gepulvert/in zweyMaß guten und offr abgezogenen Brandwein gethan/in einein Glas wol vermacht/ darinnen vier oder fünffTage gelassen/und taglich drey oder viemial wol durch-einander gebuttert/damit die Krasst wol in denBrand-wein komme/ man seihets hernach durch ein rein Tuch/und hebls auf/ man kan so viel gelauterrenZucker darzuthun/als man will; wann man davon zwey oder dreyLöffel-voll in ein Maß Wein schüttet/machrs den gan,tzen Wein wolgeschmack.

c^?. xxx.

rauben lang frisch zu erhalten.

Je Trauben/ die man lang behalten will/ müs-sen nicht gar zu dick von Beeren seyn/ nickt gar^vollzeitig abgebrochen/und bey trockenen stillenWetter geleesen / au einem Haden zwo und zwoTrauben angehangenund also an einen trockenen undiüfftigenOrt aufbehalten werden/anStängeln/daß sieeinander nicht anrühren Am besten bleiben sie im Ge-trayd/ sonderlich aber in dem Hirß/ wegen seiner anqe-nchmen trockenen Kühlung/ drum kan man in Fasser/oiedarzu groß genug sind/eines odermehrZwexhhöltzeroder Stangiein hinein machen, die zusammen anFädenhangenden zwo und zwo Trauben/so viel man kan/hin-einhangen / daß sie einander nicht anrühren/darnachschüttet man gemahlich den Hirß daraus/ biß das Faßvoll w-rd; ausbleiben die Weintrauben frisch und gutbiß Ostern/und noch länger. An theils Orten wickeltnan sie in trockene Feigenblatter ein/ und werden alsolang erhalten; das hilssc auch viel zu langerErhaltungoer Trauben/wann man sie bey schönem Sonnenscheinim abnehmenden Monden abschneidet.

ttcrrcrz in seiner ^ricolturalib. 2.cap. 19^ sagt:Die Trauben sollen/ die man langbehalten will/zwar zeitig/ doch noch hartlecht abgebro-chen seyn/im abnehmenden Monden/ lieber aus einemhohen/steinichten und trockenen/ als niedern und fettenWeinberge/ müss.n ungerüttelt sansst getragen/und inein Zimmer/so beederseits ossene Fenster hat / ausge-»angen seyn/damit derWind möge stets durchpasslren/dann/wann die Lussr eingeht/ und nicht durch mag /macht sie die Trauben faulen; andere halten sie lieberin einem niedern kühlen doch trockenem Gemach / esmuß kein andersObst dabey seyn; also kan man sie auchim geschnittenen Stroh lang erhalten/doch daß eine dieandere nicht berühre: Andere stossen die Stangel von>m Weinbeeren/so bald sie abgeschnitten in zerlassenesPech/ thun in einem oder mehr grossen Körben Strohaus den Boden/legen / Trauben abgesondert hinein/be-deckenswiedermit Stroh/ und wechseln also mit den

Trauben und Stroh ab/ biß der Korb voS wird /und oben thun sie Stroh / oder Gips/ oder Krei-den darauf / und beHaltens also an einem lüsstigenOrt; man kan wol / an statt der Körbe / gepichteFäßlein nehmen.

Der Holländische Königliche Gärtner setzt ioi.64.diese Weise: Man soll die Trauben zwey oder dreyTage nach dem Vollmond/fein trocken/ohne viel An-hauchen oder Anrühren/ allein bey den Stänglein an«fassen und abschneiden/und in ein Geschirr/dessen Bo«den mit trockenem warmen Sand/ und dieser mit tro-ckenem Weinreben-Laub bedeckt ist/ gemach die Trau-ben einlegen/ und wieder mit Weinbeer-Laub überde-cken/ und Finger-Hoch Sand gemach darüber streuen /und so fortfahren / biß das Geschirr voll ist/ und esalso mit Sand bedeckt/ an ein trocken lüfftiges Ort se-tzen/ so bleiben sie den gantzen Winter durch.

7a!)<-rnXmontanus schreibt 5oi. 64s. wann mangute / gesunde und zeitige Trauben lang frisch und gutbehalten will/soll man sie in Haber-Stroh legen.

< oiumeiiiz will/ man soll in ein Faß/, das unge-picht sey/aufdessen Boden Gerstene Kleyen streuen/darauf legen sie Trauben/ also daß keine die andere an-rühre/dann wieder mit Kleyen beschüttet/ und abermaleine Lage Trauben/ biß das Faß voll / und oben mitKleyen ausgefüllet sey; dann wird das Faß wol ver-macht/und an einem kalten und trockenen Ort aufge-hebt.

Esrathetauch besagter coiumciia unter andernKünsten/man solle verhüten/ daß man nicht AepsseluNdTrauben in einem Gemach beysammen halte/ dannder Aepssel-Geruch mache die Weinbeer gleich daß siefaulen und verderben.

c<iiume'>6 und?z»a6ius setzen noch mehr andereKünste/ die ich unterlasse hier anzuziehen/weil es theilsmühsam/ theils aber unthunlich scheinet/ damit ich dengeneigten Leser nicht allzulang aufhalten und Verdrußerwecken möge.

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