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Th. 1 (1716)
Entstehung
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488
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Des Adelichen Land - und Feld-Lebens

xxviii.

Eine Kur von Wein-Trebern.

Ch habe/dem gmistigen Leser zu üeb/ etwas we-niges aus des berühmten Italiänischen Oo

ctoriz ^cclicins Ovnsli ^ntonii cle ^ito

t?>Zri iraÄat , von Natur und Eigenschassc derWein-Trebcrn/Hiel>er beyfügen wollen: Daß er unterandern schreibt/ daß die/ welche Schmertzen im Leibempfindcn/item Nieren-Wehe/von Sand und Stein/Geschwulst und Mattigkeit der Glieder / Lwdcn-Schmertzen und Podagra/ Wassersucht/ schwinden-de und ab^esochteG.icdmassenhaben/auch me:cklich amLeib / Krassten und Gesundheit abnehmen / sollen fol-gende Cur brauchen:

i Nimtn Wein-Treber/ (wo möglich von guten/ süs-sen und edlen Trauben) so bald der Most heraus ge-prest / und ehe ein Wasser daran kommt/ laß sie in ei-nemsaubern Zimmer ausdenBoden Hausen-weise zu -sammen schütten/mit Schausseln und Händen zusam-men drucken und glatt machen/daß sie wol auf einandersich setzen mögen; decke sie hernach / mit wollenen di-cken Tüchern und Decken / dichte und allenthalben festzu/ damit kein Lusst darzu komme/ müssen auch alle Fen-ster zugehalten/ und sie also bey ihrer natürlichen Wär-me erhalten werden. Wann mans aber gebrauchenw>ll/ mnß man vorhin den Lelb purgiren/ hernach indem Treber-Haussen eine längiichte Gruben/ nachGrosse des Leibes/f?rmi»-Ln,sich bloß ausgezogen/wel-ches wol das beste/ oder wer es nicht erleiden kan/ in«inem Hemmet oder subtilen Tuch eingewickelt 'hineinlegen / mit den aus der Gruben gefasten Wein - Tre-bern sich sacht zudecken/und solche mitHänden wo! ab-trucknen und glatt machen/auch folgends mit einer wol-lenen Decken zuHüllen lasten; ein Küssen mag er wolunters^M nehmen; weniger als eine halbe StundM er nie darinnen bleiben / ie besser aber ists wann ereine Stund taglich/ ja wo er so starck Morgens eine

Stund / und Abends wieder so lang/ täglich sich hin»ein lege; wann er aufstehet/ muß man die Trebern wie-der zusamm Haussen / glatt machen/ fest auf einanderdrucken/ und / wie oben gedacht/ mit wollenen Deckengantz zuhüüen ; wann der Patient aufgestanden / mußer ein Bett in chen diesem Zimmer haben / es ein we-nig wärmen lasten/ ein Stündlein darinnen ausruhen/und sich mit warmen Tüchern abreiben lassen / hernachkan er sich wieder ankleiden. Dieses aber ist zu mer-cken/ daß man alle drey oder vier Tage frische Treber»nehmen muß/ derowegen eingantzes Gemach mit Tre-bern erfüllt wird/ daß man nach und nach von den ge-brauchten zu dem frischen Ort weichen/ und also dieseCur/ mit desto grösserer Wirckung/ verrichten kan.Wer aber nur an Füssen / Händen/ oder sonst einemGlied des Leides leidet/ kan dasselbe Glied taglich mitdenTrebern zu decken/unddarffdengantzen Leib nichthineinlegen.

Er setzet auch ein denckwürdigeö Exempel von ei-nem Weibe/ das lange Zeit am Leibe abgesocht/ anHänden und Füssen/ und allen Gliedern/wie em Tod-ten - Gerippe ausgesehen/ sich nicbt bewegen können /und fast keine Empfindlichkeit mehr gehabt habe / diehabe/ als sie zwantzig Tage diese Cur gebraucht / wie-der angefangen/ zugehen/ und sey ihr das Fleisch wie-dcrgewachsen ; als sie aber im folgenden ^ahr diesesMittel wieder sppiicn u sey sie an Gesundheit/Leib undKrasscen/ mit großer Verwunderung/ völlig wiederxlrituirt worden. Und ist wol zu glauben/ daß diesean Orten / wo guter krässtiger und starckergesunder Wein wächst / desto leichter und geschwin-der wircken und ihre Operation verbringen/ hinge-gen in schlechten/ sauren/ geringen Weingebürgende-sto weniger verrichten / aber dennoch nicht schaden! könne.

cx?. xxlx.

Aus dem Most allerley zu sieden.

Er gesottenen Most will haben / den man dasgantze Jahr zum Kochen und zu allerhandSachen gebrauchen kan/der muß ein gut edel»nd köstliches Gewächse erwählen / Trauben/die süß wol zeitig und lieblich zu essen sind/ die müßen aneinem schönen und hellen Tag geleesen/ drey oder vierStunden an die warm-scheinende Sonn gelegt/damitdie Feuchtigkeit/so sie die vergangeneNacht in sich geso-gen/ ausgetrocknet werde / hernach legnnan sie aussFlechten/ oder Dörz-Bretter/lasts also sünssoder sechsTage an der Sonnen stehen / zu Nachts setzt manswieder in ein Gemach/damit sie weder Thau nochReifweiter berühre/ darnach werden sk in derBodingmitStößeln/ wie das übrige Leestn / gcmostelt/ und wirdob enauf nur der lauterste u. kläreste Most abgeschöpfft/und das Trübe und Dicke lässet man am Boden blei-ben/das Wgeschöpsste wird in einen Kessel gethan/ zueinem hellen nicht viel rauchenden Feuer gesetzt/ und das

dritte Theil davon eingesotten / hernach in einemhöltzernen Geschir: vorher abgekühlt / und alsdannin ein Faßlein gefüllt: so lang es siedet / muß manes rein abschäumen / und wann man es vom Feuerhinweg nimmt / mit grossen höltzernen Löffeln wolumrühren / damit es desto besser ausdünsten könne.

Vornehmlich muß man verhüten/ daß die Flamm/dabey es gesotten wird/nicht rauche/dann der Rauchschlägt bald hinein / und verderbts ; darum istsbesser in einem Hos oder Vorhaus gesotten / und inkeinen engen oder verschlossenen Ort: es wird her-nach in ein sauber Faß gethan / wol zugespundet /und in den Keller gelegt / bleibt viel Jahr gut undgerecht / bedarss weiter keines Künsilens oder Ge-würtzes/ weil er an ihm selbst so köstlich ist/daßes vergeblich wäre / mehr zu thun. Wann manvon dem Most gar lasset die Helsste einsieden / wird ernoch füsser.

Wann