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weiten Spunt/ wie man die Fische zu führen psiegt)-ge-füllt/ und also nach der Presse aufOLägen geführt; antheils Orten werden die Weinbeer gleich in Buttenund Bedingen (sonderlich/wo nicht grosse Leesen sind)nach Hause geführt/ daselbst gemostelt/ und also ge-preßt.
Bey den Mostei-Bodingen sollen allzeit Leute seyn/dieAcht haben/daß sieflessigbedeckt/und nicht langoffenseymdie mit Most angefüllten Faß/sollen auch je eher/jebesser/indie Keller gezogen werden.
Mit dem rothen Wein ist also umzugehen / wannman ihmsine dunckel-rotheFarbe machen will/ daß ernach dem Mosteln aufden Beeren eine Zeitlang stehenmuß/ehe man ihn auf die Presse bringt. Diejenigen/diemolleln /oder den Maisch mit Füssen tretten/ (wie cm et-lichen Ortender' Gebrauch ist) sollen sich hüten/ wederKnoblauch noch Zwiebeln / und dergleichen scharffeDingezuessen/ oder solchem den Keller/ darinn derWein liegt/ zu bringen/ weil der Wein leichtlich davonabsteht/oder doch anzück wird.
DerVorschuß/wasf>eraus laufft/cheman zu pressenanhebt/wird für den besten schalten; was mit Gewaltaus dem übrigen Maisch gepreßt wird/ist nie so gut/sollauch von Rechts-wegen sonderlich in andere Faß ge-bracht/unddestoeherzurSpeisundandernNothdurff-ten / oderaufdieWirths-Haufer vorgelegt werden;wiewol etliche alles untereinander mischen / einen undDem andern fortzuhelffen.
Her! 6c Serrcs will/ man füll die Moste /. sonderlichvon den wnssen Weinbeeren / in wohl abgebundeneFaß füllen/ daß oben eines halben Schuh etwa leerDerbleibe / soll diö Beul alsobald ftst.verfpunten / undsie nicht überlauffen oder arbeiten lassen / weilen diebesten Geister (dadurch derWein seine Starcke behalt)hiemit ausdünsten und cv^onren; wann der Mostwohl verjähren hat/ sodann wird das Faß gantz ange-füllt/ mit Wein von gleicher Gattung / diß kan aberausemmal nicht/ sondern muß nach und nach gesche-hen ; je langer sie arbeiten / jestarcker wird der Wein/hernach muß man das Unreine/ was zum Beul hin-auf steigt/gemächlich und sauber abraumen/ weildadurch Färb und Geschmack am Weinkan verderbtwerden. «
Damit diß noch besser verrichtet sey: / ranmanin8.oder Tagen/nach ihrer erstenVollsüllung/siein an-dere frische/saubere Faß von dem Lager abziehen/ darin-nen werden sie wieder ein wenigjahren/ und ein subtili-cher /starckeres Lagermachen/ so zu ihrer Dauerhaff?tigkeit dienlich ist/unddas grobeLäger bleibt in dem er-sten Faß / daraus man Brandtwein brennen kan; all-zeit aber müssen dieFaß zugemacht seyn / daßsie^ichtausrauchen: auch wann der Keller-Oeffnungen undFenster gegenNsrdenhat/und dieMitternach ts-Win-de starck weben/ müssen dieselben wohl verwahrt sevn/weil sie dem Wein grosse Krafft zu entziehen psiegen.Die Beul aufdem Spunt sollen gantz fest und gehabezugehen/ damit einigeLufft nicht entzwischen einstreiche.Wo grosse Leesen sind/ hat man grosse lange lederneSchlauche/ die an dem kleinern Ort eine höltzerne oderblechene enge Röhren haben / die just in die Beulen sichschicke / oder zvemgst in einenTrachler könneneingelas-
?undFeld-Leben6
! ftn werden/das grössere Ort hat einen weiten Einfang/' gleich einem grossen Trachter; diese nun werden beyoenKeller-Fenstern/von obenwarts/hinab in die Fassergethan / von aussen aber bey dem grossen Einsang / derheraussen am Hof bleibt / werden die Preß-Laiten undMost/ mit ihren Zapffm hinein aufgethan / und lassetman den Most rinnen/ biß das Faß voll wird/ dannnimmt man nur den untern Theil des Schlauchs / undsetzt ihn weiter in wieder ein leeres Faß / allein gehörtein fleissige Aufsicht im Keller/ damit nichts verwüstetwerde/undmuß/ so lang man einfüllet / eineignerzudiesem Werck bestellt seyn / der mit dem / von aussen/welcher einfüllt/ geschicklich reden rönne. Die Schläu-che werden meistentheilsin etliche Stück.abgetheilt/ dieineinandergeschrausstoder gehesstetwerden, daßmansie langer/oder.kürtzer/ nach Norhdurfft/ machen kan;sie müssen sauber und an emem trocknen Ort gehaltenwerden.
Daß sich der Wein bald lautere / muß man keine derGesundheit nachrheilige Sachen darzu gebrauchen wiedieLeut geben/und Wirthe zu thun pflegen/als Mun/Leim/Kalch/ Marmel-Staub/ Pech und dergleichen;man kan sie aber auf buchene Scheiter / so von frischenAesten abgehobelt sind/ abziehen/ die müssen vorhero ineinem Kessel klares Wasser eine gute Stund lang sie,den/ danmibnen der wilde Geschmack genommenwer,de/ darnach trocknet mans an der Sonne/ oder imBack-Ofen / davon muß ein Faß über die Helsst ange-füllt/hernach derMost daraufgegossen/doch nichtgantzvoll gemachtwerden / ss läutert sich der Wein m 24.Stunden» So kan man auch den Wein von dürrenPomerantzen-Schelffen/davon das,Weisse gantz aus-geschnitten/ vonZimmet/ Negelein/ Ingwer/ Alant/Salbey/Roßmarin/ Wermuth/ und von allen wolrie-chenden und der-Gesundheit vortraglichen lnzrcclien.tien,Saamen/ Wurtzen/ Krautern/ Holtz/ Blattern/Vlnmen/^ris.Muscat-Nuß/Paradis Körner/i.auclz.num,Storax/Benzoin/ja auch von Bisem/ZibethundAmbra/ nach Belieben/ und eines jeden Lutto . allein/oder mehr/zu einen angenehmen Geschmack vechülfflichseyn; Ztem/die im Maym gescmimlete und im Schat-ten gedömeHslunder Blüh/ machtdem Wein einenMusealen-Schmack;doch muß alles in Säckel gethan/samt einen Kißlingstein/so groß/daß er durch das Beulkommen mag/mitten insFaß gehangen/und also 8.oder5 0. Tage gelassen/ hernach aber wiedercheraus genom-men werden.
Most bald lauter zu machen: Nimm eine gute Handvoll Saltz/ thue es in eine saubere Pfanne/ halt sie überdasFeuer/mach dasSaltz heiß/rühr es gar wol/und thudas Saltz in ein Fuder Wein/ds>s anhebt zu jähren/fülldasFaß gar wol/daß es überlaufft/so wird derWein ini2. Tagen lauterund schön;Item/wann der Most be,ginnet zu jaren/so thue Meerrettich-Saamen darein/soverkehrt sich derWein nicht/sondern riecht und schmecktwol/wird auch süß/und starcket den Magen und Hertz;Item/ Hopffen-Blüh hinein gehenctt/in einem leinensaub ern Sacklein;oder/wann man in einFaßMost eineHalbe / oder ein Seidel Brandtwein geust / der da gutund starck ist/so wird derWein davon starck und währ-hasstig. Wann man Eisen in das Faß wirfft/mir leinen
Tüchern