Vie rten Buch s Erster T
nau nicht binden/ wann nur sonst gutes und schönesWetter ist. Man hat auch dißfalls (wie etliche wollen/daß man erst zu leesen anfangen soll, wann die Traubenvon derSonneeineStund lang beschienen worden)dieTags-Zeit nicht so sonderlich zu bedencken; diß aber sollman fieGg in Acht haben/ daß im Leesen die unzeirigen/faulen/verdor:ten Trauben/ oder einiges Reben-Laub/nicht unter die guten komme- >
Die Leefer sollen vorhero die Band an den Re-ben / damit sie an die Stecken gebunden sind / aus-schneiden/so erspahren sie hernach den Stecken-Zieherneine Arbeit / und können die zwischen dem zusammen-gepackten Weinstock verborgene Trauben desto eigent-licher ausleesen / und das Holtz kan auch besser aus-trocknen.
Wogantze Weinberge mit gleichen Sorten besetztsind/ ists leicht/ eine jede Art sonderbar pressen und e-n-^fassen/ woabermehrerley/ ist es fast nicht wol zu thun;darum haben wir oben/ nach.Herm 6- 8-rres Mey-nung / den Weinberg also geordnet / daß drey oderviergleicheTheile in denWem-Gäiten gemacht/und je-der Theil mit seiner eigenen Gattung befruchtet werde/allwo es dann leichtlichzu thun ist/ wann nurvornem-lich das Schwartzeund Weisse voneinander abgeson-dert wird.
Christoph Hering in seines O--on«?mischek Weg-Weisers kurtzem Nachricht ^o. lsi. 77, berichtet/
M/ Wein-Garten. 485 ,
daß im Leesen ein Hüter/als er meynete/ es wäre nicht!zu mercken/ habe er etliche Stöcke über Nacht abgelee- ^sen/weil er ordentlich einenStock nach dem andern für- igenon,men / derHaus-Wirth aber hatte die Wein-Pfahle (wo man zu Abends mit dem Leesen ausgehörthatte) mit Kreiden gezeichnet / davon der Hüter und/ederman unwissend warals nun der Herz Morgensfrühe zusähe/ ob der Hüter treu hausgehalten / befander / daß er aufzwantzig Stöcke zehlen konnte/ welcheabgeleesen waren / worüber er ihn aus dem Weinbergge/agt / und den noch rcltirenden Lohn bey dem Rich-ter zu holen/ angewiesen/ dann er es auch deßwegennicht laugnen konnte/ weil die Fußstapffen alle groß/und nicht durcheinander gewesen / wie man zuvor undhernach wahrgenommen; dieser Betrüglichkeit halberthut man wol/ wann kein neuer Gang zu leesen ange,fangen wird / sonderlich/ wo ein Weingarts Her»/dieselbe Nacht ül^er/ niemandTreuen bey dem Hüterim Weinberg lassen kan. cle ZArariü
p^.478 schreibel.- Daß der im allen Monden gewese-ne Wein/ starcker und dauerhaffter sey/ aber der imneuen Monden gebe mehr Most / man soll bey HellemWetterleesen/ wann kein Thau ist/ und so lang derThau bleibet/ soll man nicht leesen/ dann die bethaue-ten Wein-TraubengeieesmmWseMHt-/ machendesWein unbeständig»
xxvi.
Wie man mit den Trauben und Most weiter umgehet.
N Oesterreich / an theils Orten / wo grosse Lee-sen sind/ hat man grosse Bedingen gleich voroem Wein-Gedürge stehen / darein werden die
Trauben mit höltzernen Butten / so man auf dem Nu-cken tragt/ eingeschüttet/ mit höltzernenStämpsselngemostelt/ in die Laiten (sind grosse Fasser mit einem