Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
483
Einzelbild herunterladen
 

Vierdten Buchö Erster Theil/ Wem-Gatten.

wen und wilden Knchel / Wacholderbeeren / Oiiüri-ck> das Faß ausspühlen/wieder trocknen/ und darnachablassen ;wann das Bier ungeschmack wird/muß ihmmit Veyelwurtz/Jngwer/Muscatnuß/ Nagelein / Lor-beer-Beeren und Blattern und dergleichen Gewurtz/geholssen werden.

So soll man auch/das gantzeJahr duzch/nichtgestat,ten/ daß man Fleisch/ ^speck / Oel/ Woll/ Zwiebel/Möyren/ Rüben/Kraut/Brod/ Kasten/oder anderesObst/welches etliche unvorsichtige Haußwirth in ihrenWein-Kellern halten/ hinein bringe/ und ist besser sielähr liegen lassen/damit sie hernach die Wein nicht ver-derben mögen.

Daher ist gut und rathsam / daß der Eingang zumKeller gelegensam und nicht gefährlich sey / damit derHaus-Vatter desto lieber und öffter darzuschauen/undalleu fürfallenden Ungelegenheiten vorbauen möge.Wo es seyn kan/ist gut/ daß neben der andern Stiegeneine sonderbare/ aus der Taffel-StUben hinab gehe/darzu der Haus-Herr allein den Schlüssel habe.

Das vornehmste und beste ^tuck ( den Wein zu er-halten ) des Kellers ist/ wann er kalt / frisch und tro-cken/unter sich mit breitenSteinen gepflastert/und obengewölbt ist; und dis ist in der Natur gegründet/ daßder Wein darum in kalten Kellern gehalten wird/ da-mit die eindringende Wärme solchen nicht zu Aus-dünstung und Lkuiürion der Geister entzünde/ wie esofft geschieht/ woferne die Mlers-Oeffnungen nicht

Vom .

JeLees-Ordnung / so von den alten Römernherkommen / auch in allen Ländern üblich ist/wird au ch in Oesterreich d ergestalt in acht ge>

genugsam in der Sommers - Hitz verstopfst sind 8-

quanclo Lpirilus Vini per smizientcm calurcm cli»

ciunrur .wird der Wein ungeschmack/Geist-loß undunkrässtig/wie man cx contrsriZ opersllone wol sie-het/ daß der Wem an warmen Orten gehalten / leicht-lich in einen Estig sich verwandelt,

Je kälter/ tieffer und finsterer der Keller ist/je besserbleibt der Wein/und je weniger darffman die Fästervollwereken/ daraus der Kellner eine sonderliche in-ttruQion haben solle/alles wol zu beobachten/mit Wi-schen/Füllen und andern Nothdurfften zu rechter or-dentlicher Zeit/ wöchentlich die Wartung vorzmeh-men/ und also zu commmren / damit die Wein beymBeul allzeit sauber/ die Faß und Reiffnie angelauffettund schimmlicht werden; von dem übrigen will ich her-nach melden.

Herr Böckler will/der Keller soll von ineinandergespmnten und gestützten steinernen Platten also seyn/daß er beederseits Rinnen habe / die in einen steiner-nen Grand oder Sarck zusammen gehen/damit/wanndurch Unglück ein Faß rinnend würde / es dase'bstwieder möchte zu finden seyn/doch/wo fleißige Haus-Halter sind/die auf die Faß achthaben/ wird es die-ses nicht bedörssen / weil sie hart sauber zu erhal-ten/ bisweilen gisstige Thier in dergleichen Vetties-sungen sich aufhalten / und wo sie nicht wohl gedecktbleiben/offt durch eine» Fehltritt ein Unglück sich er-eignen kam

v'csm.

nommen/ddß man zu gewisser Zeit ( wkinn dasGebürovon der Grund-Obrigkeit geöffnet ist ) zu leesen anhe-be t/und Larffkc in ervor derselben anfangen von seinemPpp iij Mein