Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
481
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wechselt / werden sie diese Schweiß-Löchlein bald ver-stopssen/ und wird das Faß eine gute Zeitlang halten/doch muß man die aufgestrichene Materl nicht grob ab-wischen.

Die mit eysenen Reisten abgebundene grosse Fasser/mit einem weiten Thürlein in der Seiten/dardurch einKnab/wann es lähr ist/ einkriechen/unddasFaß sau-bern kan/ist ein nützlicher Vorrath/weil dardurch dasVollwercken erspahrt/ also der mehrere Unkosten ein-gebracht/ und die Gefahr der Reiss Zerspringung undWein-Verwahrlosung verhütet wird; die Reiste kön-nen roth angestrichen werden / wie auch das Faß mirvel-Farben/denRostzu verhüten, l snara sagt: Sol-che Faß mtteysernen Reisten/machen/daß der Blitz undDonner dem Wein nicht schade.

An denen Orten/ wo Kasten-Wälder sind/ sollen siedarum noch zum Most tauglicher seyn/ weil sie keinenGeschmack von sich mittheilen/ wie die neuen eychenenFaß thun: weil aber dieser Baum bey uns nicht sohäuffig wachst/und wo er auch/wie in Hungarn/nit sel-tzam wird er doch wegen der Frucht und der Schwein-Mast wehrter gehalten / als daß man ihn zu dergleichenWercken abhauen solte; von deren Form und derGrösse/wird jederman billich seinWille und Meynungfrey gelassen. Die lähren Faßer aber zu erhalten/ lassenetliche den Fastern gleich dieBvdeN heraus nehmen/sau-bern sie von allen Lager und Weinstein/ setzen sie an dieSonnen/ bis sie austrocknen/ und legens an ein lüffngund trockenes Ort/ bis wieder zu Leesens Zeit / lassenshernach/nachdem sie rein ausgebuht/wieder abbinden/ohn daß sies mit Wein oder Wasser ausbrennen/ undthun also wieder den neuen Most hinein: Andere aber(wieHerr cic Scri-cs erzehlt) laßen ihre Faß/wie sie ein-mal in den Keller kommen / ob sie wol lahr seyn / alsoLeiben/ob schon ein wenig Wein oder Lager darinnen

I. Theil. '

ist/rührens nicht auf/ sondern lassen ihnen gern ein we-inig Feuchtigkeit; soll man sie wieder füllen / waschen!sies Mit srifchem Wasser aus/ wann sie vorher das Lä- >ger oder Wein/ so daraufgeblieben/gantz rein abgelas-!sen/ und das Faß mit einem kleinen Besen / oder nnt ei-ner schweren Ketten/ die zum Beul hinein kan/ von demWeinstein und Lager abgeputzt haben ; also erfah-ren sie das Bmder-Lohn/und bleibt das Faß (wie mansagt) Wein-grün.

HerrPlMpp Jacob vonGrünthal setzt in seinem ge-schriebenen Haus-Büchlein: Es sey gut/dieFaß/daß sienicht schimmlicht und ungeschmack werden / mitgejäl-tzenem Wasser gewaschen/darnach an derSonnen ab<getrscknet/und mitWeyrauch geräuchert/davon wer-den die Wein suß und gut; auch soll man die Faß / dar-innen zäher Wein gewesen / mit Stroh oder Krana-weth-Stauden wol ausbrennen. Wann man die Faßwill in das Weinleesen schicken/ so laß sie wohl binden/heisses Wasser mitAschen nehmen/desselbigen einenZu-ber voll in jedes Faß thun/selbe wol zuspunden darnachdie Fässer wol schwäncken und rütteln / auf einen undwieder aufden andern Boden fetzen/ und alfo össtersumkehren/ damit sich das Faß wol brühe / des andernTages fpündet man das Faß wieder auf/ und wäfchetdie Aschen fthön und sauber heraus/ und bewuchert ssmit Weyrauch und Schweffel/fo sind sie bereitet Her:> Heinrich von Rantzau schreibt in feinem Haus-Buch^ alfo: Wann du im Herbst/ oder zu andern Zeiten desJahrs/Wein in die Fässer giessen willt/ fo wasche deineFasse mit wolgesaltznem Wasser/ lege sie etwas erhöhetaufden Spund / mache darunter einen Rauch vonWenrauch/ wann die Faß trocken worden / fo ver-stvpsteden Rauch iu den Fassen/so bleibt der Wein ge-! rechtund gut darinnen ; Item/ welsch Nußbäumen' Lau b gesotten/und die Faß damit gebrü ht/laß si e dann

Ppp ii stehen.

Vierdten Buchs Erster Theil / Wein- Garten. 48? !