476
DeSAdelichenLanV-und Zclo-Äbcnö
zugehen/^ewißlichan den ai^ern abgehet; viel bauenHwse-n/Hanf/T-ürckischcn Wetzen u. andereGewäch-<e hinein;man solls aberden W«nzierln Feines Wegeszulassen/das Geringste hmem zu bauen/weil sie auch ei-tler geringen Erlmwnuö hernach zu ihrem Vortheil-mißbrauchen/ und/ wo man ihnen denFmger reicht(wie das Sprichwort lautet) siediegantzeHand habenwollen.
Zum drittenmalHauetmanzu Ende desIunii/ oderMittel des Zum/ das heist man Bandhauen / che alsbieW^inbeerin den Renn gehen; jetzt mag man auchdie Steckn/die abgehen/ schlagen und wieder aufrich-ten^ wann sie umgefallen/ und werden die abHangendenNeben von neuem wieder aufgebunden.
Das vierdte Hauen geschieht im Augusto/ das Heis-set man weich Wem hauen; da werden auch zugleichdie obersten Wipssel von den frechen Weinstöcken ab-geschnitten/ damit die Krasst/ so die Wurtzen an die-ler Wachsthum gelegt/ allein und völlig in die Rebenkomme/welches man auch in kurtzer Zeit sehr wol spüh-ren kan / wie sie sich ergrössern und vollkommener wer-den ; es wird auch das überflüssige Laub weggestreiffet/damit der Sonnenschein zu den Trauben möge.
Item wo man im folgenden Herbst zu graben ge-denckt/ist jetzo Zeit/daß man die Graben oder Grässten(wie sie genennet werden) aufwerffe/ damit sie vomGewitter und Gestirne ermarbet/ desto leichtlicher her-nach den eingelegten Reben ihre Nahrung mittheilen /und ihr Wachsthum beschleunigen.
Diese Wein-Gart-Arbeit ist nicht an einem Ortwie an dem andern/dann/wann der Grund sandicht /rogel/ nicht graficht/ darffer des Hauens nicht so osst/als wo freche/fruchtbare/ gaile/ oder auch harte undlettichte Erden/welcher allein/ mit offtermals widerhol-ten Hauen muß geholssen werden.
Etliche <wie Her: kbsZonu« meldet ) hauen ihreReben etwas wemges vor dem Winter/ wird aber/wieer selber sagt/ grosse Fürsichtigkeicdarzu erfordert/ daßman das Jahrs - Gewitter wol beobachte/ dann si>ltegähling darauss eine Kälte einfallen/ könnte sie durchdas aufgeriegelte Erdreich bald an die Wurtzen dvn-gen / und also schädlich seyn; daher in diesen und an-dern sich ein vernünftiger Haus-Vatter nach seinesGrundes und des Gewitters Eigenschafft/ seines Lan-des Gebrauch / und seiner stetigen und guten Nach-'barnBeyspiel/ zurichten hat.
Die Wein-Reben müssen jährlich / nach TarciliMeynung/ wenigst dreymal gehauet werden/ dieweildrey natürliche Trieb und Bewegungen in ihnen anzu-mercken sind/ die erste ist/ wann sie anfangen zu grü-nen und auszuschlagen/ die andere ist zur Blühe-Zeit/und die letzte/wann die Trauben anfangen zu reißen /wie (-olumcüa Iil>. 4. c. 28. und k^Iinms Ilk. 17. c.22.bezeugen ; Das erste Hauen muß geschehen im Früh-ling/ wann Tag und Nacht gleich sind; das andere /ehesie anfangen zu blühen / niemal aber wann sie in derBlühe sind/ welches (wiewol es von unverständigenWeinhauern gethan wird) höchsr-schädlich ist/ indemdasHauen derWeinbeer-Blühe höchst zuwider ist/undwann man nicht hauen könnte/ ehe sie blühen / soll manlieber warten/bis siegantz verblühet haben; das dritte-Hauen geschiehet/ wann die Traubet-, sich anfangen dkjschwartzen zu färben / und die andere weich werden/so!meistens im August'Monatzu geschehen pflegt / daher ^die Jtaliäner dieses Sprüchwort haben: vuol K.,-ver clcl^nltc» xappelc viyns cl'^xosto. Auch MUß
man die Weinberge nicht hauen/ wanndieErdcn ent-weder gar zu naß/ oder gar zu trocken und hart ist/ weiles alles beydes sehr schädlich ist.
xvn.
Stecken schlagen und Hessten.
Er Weinstock hat ein schwaches schwanckesHoltz/welches ohne Beyhülssauf Erden um-kriechen/und also seine Frucht nicht so wolzei-gen könnte; daher werden die Stecken / die schonihre gebührliche Länge haben / und wol zugespitzt seynsollen/ bald nach dem Schnitt/der Ordnung nach /beygefügt; viel sind/die ihre Weinstecken auch oben zu-spitzen lassen/damit Stahren/ Krayen/Agalaster undandere Vögel nicht so leichtlich ihren Stand darauffnehmen/und denenTrauben zu Schaden noch grössereBeförderung haben können ; theils lassen sie unten einwenig anbrennen / daß sie in dem Grund nicht soge-schwinde faulen; die Stecken soll man in der Fastenzu Vorrath kauffen / wo man aber ein eignes darzutaugliches Holtz hat/soll man ihm allzeit einen Vorrathderselben vorarbeiten lassen; die Lange soll seyn einermittelmassigen Klasster/ und die Dicke ein Zoll und einViertel/ oder aufs höchste anderthalb Zoll; wo manLerchenbaumene Stecken haben kan / sie dauren wolam längsten / nach diesen sind/ dieFörenen/ wie mansiezu denenBronn-Röhren braucht; dieTännene undFichtene sind die schlechtesten/und faulen am ehesten/sindaber auch die wolfeilesten.
Den Weinzierlen muß man nicht gestatten / daßsie die Stecken oder Pfahle (wie man sie anderswonennet) ihres Gefallens ausmustern dörssen/sonst bre-chen sie mitFleiß solche auch gantz entzwey/damit sie sel-bige zu ihren Nutzen verwenden können ; wann sie esaber nicht dörssen behalten/ sondern aussuchten oderzs-samm legen müssen/ bis sie der Hm vorhero gesehen/sokan sie derselbe hernach/wohin er will/hingeben/oderselbst gebrauchen.
Muß man die Wein-Stecken kauffen / so muß manerstlich auf ihre Lange und Dicke/ hernach auch auf dieZahl acht geben; ein Pfund Stecken hat 240. Stuck/damit nichts mangele / und der Meinzterl desto ge-nauere Rechenschasst darum geben könne / und nichtAusrede habe/ man habe ihme zu wenig geliefert.
Das Anbinden oder Hessten geschtehetbaid nachdem Steckenschlagen / da ist wol aufzusehen/ daß dieBlatter nicht mit in die Bande kommen/weil es demHoltz an feinem Wachsthum darum verhinderlich/ in-dem das Blat von dem Band gleichsam gehemmctwird / daß sich das zarte junge Holtz nicht in die Höheausrichten oder auslecken'kan ; es muß auch offtnachgesehen seyn/ wo ein Ban d zerrissen M/daß mans
vom