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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
475
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Vterdten Buchs Erster Theil/ Wein-Garten. 475

mit Lyren gefüllten Blätter abreißen und vertilgen

laßen.

Ameissen und anders Ungeziefer zu verjagen / dienetden Wein-Garten offt umhauen/ und ihre Nester ver--stören/und bisweilen die Erden mit Aschen von LaugenimdHoltz-Kohlen/ Ofen-Ruß/ oder andere Düngemischen / fi> sonderlich die Ameißen hart vertragenkönnen.

Wann der Stock von derHauen/ oder sonst / ver-letzet/ zerfpalten oder zerbrochen ist/ es sey unten/oder

obeMbder Erden/muß der Schaden mit Kühe-Mst

und Letten untereinander vermengt/ wol Ängebunden /und fo lang/ bis esabheile/ gelassen; wann die Ziege»ödere andere Thier die Zweige abbeißen / muß es unterhalb des Bisses glat abgeschnitten / und Humach dieWirckungder Natur überlasse« werden.

Wann ein Weinberg m cht gern tragenwiN / ist ihmbesser nicht/als durch Einlegen/Gruben undPelkes ge-holffen; die übrigen Mittel/ wovon die Alten viel ge-schrieben/ weil sie nicht allein mühsam/ fondern auchzweiffelhafftig/ und theils abergläubisch / hab ich nichtaryeiM/ oder damit viel Pappier verdecken wollen.

Vom Hauen-

H»KAs erste Hauen gefthicht zeitlich im Frühling,so bald man verhofft/ die grosse Kalte sey vor-bey / ein Jahr zeitlicher/ das andere später/nachdem sich das Gewitter erzeiget / da muß manziemlich tiess hauen / doch wol acht geben / damit derWeinstock an den Augen nicht beleidigt werde / somüssen auch die obenher nächst an der Erden um-kriechende Wurtzeln sorgfältig abgeschnitten seyn /doch mit dieser Bescheidenheit / daß man sie nichtgar hart an der Haupt-Wurtzen abschneide/ weilimmer friscke nachwachsen/ sondern eines Fingers langdavon/so kan auch die Feuchtigkeit nicht so leicht in dieWurtzen eindringen/ und sie faulend machen; diefe Ar-beit geschiehet im Herbst etwas spat / nachdem es zuwintern beginnet/was für Wurtzen auf einem Schuhetiessund darüber sich ansetzen / ist alles wegzunehmen ;dann wo man diese / sonderlich im Fasthauen/ stehenlässet/machen sie/daß der ^rock von unten keine recht-schaffene Wurtzel einhässten kan / weil die obenhin um-

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oder Hacken.

fiadderenden Wurtzen ihnen äffen Sasst entziehen/die^selbigen aber / weil sie fo sticht ligen/ von einer geringenKälte/ oder von übriger Sonnen-Hitze leichtlich mö-gen verderben/ und dardurch der Stock abwelcken undverdorren.

Man kan auch bey diefer ersten Arbeit alle Steinund Wurtzeln fieissig wegräumen / die großen Erd-fchrollen zerklopften/ alles Unkraut mit samt der Wur-tzen ausreuten; es foll aber diefes bey trockenen schönemund stillem Wetter vorgenommen seyn.

Das andere Jethauen wird mehrentheils im Masoverrichtet; damit das zumal gewöhnlich aufkaimendeUnkraut zeitlich aus dem Wein-Garten komme/wer-den auch alle unnütze überflüWe Reben / die unten beyder Wurtzel ausschlagen/abgebrochen / und glatt auffihrem Ursprung abgerißen.

Man foll sich auch damals Huten/ daß kein andererSaame in dem Weinberg geworssen/und alfo doppel-ter Nutzen gesucht werde/ weil/ was hierinnen möchte

00 iii zugehen/ i