! BeS Adeltchen!
^waiM/muß durch Fleiß und Ordnung gebessert/ undwas schadhafte gewesen/ wiederum zu Nutzen gebrachtwerden.
Besorgt man einen Reiff/kan manmr: feuchtemGeströhe/oder halb verfaultem Mist/einen starckenunddicken Rauch machen/dardurch die Lufft etwas gemil-dert »vird; man kan dieses Mittel auch hernach brau-chen/wann mansnur verrichtet/ chedie Sonne dareinscheine / daß man an etlichen Orten im WeinbergHäufflein mit dieser Materi macht/und alfv räuchett.Wo die Wein-Gebürge von diesem Feind offt ange-sprengt sind / muß man das Schneiden desto spätervornehmen/weil es nicht leichtlich treibt/bis es von demüberflüssigen Holtz entlediget worden/indem der Saßtsich überall ausbreitet/ nicht so stank treiben kan/ alswann er nach dem Schnitt / allein in zwey oder dreyAugen/seine gantze Wirckung eingiesset; ist also indiesem Fall nach des Grundes und des Wetters ge-wöhnlicher Erfahrung zu handeln.
Wider die schädlichen Nebel / soll man die Wurtzenund B-atter der wilden Kürbesen zerstossen ins Wasserlegen/uli dieWeinstöck mit diesem Wasser besprengen/nachdem der Nebel vergangenift; Wann die Traubenanfangen zu faulen/ ehe sie noch zeitig sind/ soll man al-ten Aschen / oder solchen mit Gersten-Mehl vermischt/und mit Pvrtulaca-Saamen vermengt zur Wurtzenlegen/ wie?.1')ikovvsk/ tol, 476. bezeuget. Für dieKefer und Ungeziefer der Reben/soll man/nachii to>. 75. seinen Rath/ von solchem Ungeziefer in einBaum -Oel legen/und den Stein/ damit die Reben,Meßer geschliffen werden / netzen; dieses Ungezieferfindet man am meisten im May oder Junio/legt sie insOel/und behaltet solches zum Gebrauch / wann manden künfftigen Frühling die Reben schneidet.
Das Ungeziefer in den Wein-Gärten kan man ver,treiben/wann man zwischen den Weinstöcken einenRauch macht von Kühe-Mist/oder Qai bano,oder altengebrannten Schuhe-Sohlen/oder Hirs^Horn / oderWeiber-Haaren; es hilffc auch/wann man die Reb-Meßer vorhin/ ehe man die Reben schneidet / mit Oelbesalbet / darinnen Spanische Mucken sind gebaißtworden.
Wann <Aagel oder Frost die Reben verderbt haben/soll man a.sobald darauf alle Schößling/gute und böse/bis auf das frische Holtz gäntzlich glatt wegnehmen/dann/ wo man die erfrornen Reben lang darauf stehenlässet / kriegt das Gisst oder der kalte Brand immertiesser in der Wurtzel zu/daß also der gantze Weinstockverderbet wird; schneidet mans aber ab/so wird erstlichdas kriechende Übel hinweg gethan/ und die niemahlmüssige Natur bringt aus der noch unverderbtenWur-helneue frische Schößlinge; jawolofft/wann dieFrö-ste M April-oder May einfallen / eben dasselbe Jahrauch Trauben; aufs wenigste gibt es viel Holtz / daßaufs andere Jahr ein desto reicher Leesen zu hoffen/dasonst der Wein-Garten in Gefahr stehet / wol gar zuverdorren/oder doch in drey oder vier Jahren hernachnichts ftuchtbarliches davon zu hoffen ist.
Wann die Weinstücke anfangen matt zu werden/muß mans tieffer hauen/ besser düngen/ und desto weni-ger AM« lassen / damit sie wieder taugliches Holtzschießen / und durch Gruben mögen weiter^gepflantztwerden. Man kan auch alte ausgetragene Stöcke / die
5and-lmd Feld-Lebens
nur eine Reben treiben/ also verjüngen/ wann man de?.Skock init samt der Reben in die Erden legt. Man sollaber beynebens sich befieissen/daß man indieseGrafftenfesten Grund/ Treber/ Hörner und dergleichen darzuthur/daß die eingelegten Reben/ desto besserund baldereinwurtzenmögen; und dieses ist/ wie kkzz»rius ver-meldet/em besonder fürtreffiiches Mittel/noch nicht je-derman bekannt / eine abkommene Reben zu recht zubringen/und fruchtbarzumachen; Wie^ch (spricht erferner) dasselbe an etlichen Platzen/schlechter alter Re-ben/ so unter meinen jungen gewesen / mit sonderbaremLust und Nutzen gebraucht und erfahren.
Also kan auch denen vomKrieg undLeut-Mangelver-derbten Reben geholffen werden/ daß man alle alte Er-den davon abraume/und frische gutedarzu schütte/aufswenigste bekommen sie wieder ftische Schoß/ davonman weiter gruben kan. Wegen der Platz-Regen müs-sen Gräben und Ablauste gemacht werden / damit sieohne Beschädigung der Reben abfließen mögen.
Vor allen Dingen hat einHauk-Vatter zu sorgen/daß er keine Leut in seinen Weinbergen gebrauche/ diedes Landes Art und der Reben Beschaffenheit und Na-tur keine gründliche Wissenschasst haben/ aus welchemihm grosser Schade kan zugezogen werden; daher disbey Zeiten abzustellen/ und um taugliche sich zu bewer-ben/ wann er nicht seines Wein-Gartens kuinundUntergang bey Zeiten sehen und bereuen will.
Herr V.Weber in seinen curiosenDiscursenl. nz.sagt: Wann man einem kranckenWeinstock heißenwill/soll man Reb-oder Eychei>«Aschen mit sehr star-ckem Essig vermischen/und den Stamm damit beses-sen; darzu dienet auch alter Urin von Menschen/zurWurtzen geschüttet, ^ir-c^nu» sagt: Brenn Reb-Holtz zu Aschen / rühr esmitdem Safft/der aus denReben rinnet/und vergrabe es mit Wein mitten in demWein-Garten/so kommt dir kein Wurm hinein. 8-ci
kclci fit pcne« ^utkorcm.
Die meisten Alten sind auch der Meinung/ daß dasKohl-Kraut in den Wein-Gätten kein gut thue/ unddiese beede Gewächse eine heimliche Feindschasst gegeneinander tragen/eines neben dem andern nicht gedeyenmöge; Andere glauben/ es komme allein/ wann derGrnnd so mager / daß er/ beeden Safftzu ertheilen/nicht genugsam sey/und meynen/wann nur der Grundfett und gut ist/ würden sie beiderseits wol gedeyen. Esschaden auch die grossen Wind und Platz-Regen / son-derlich in hohen Gebürgen/ da sie mit großem Gewaltdie Dung und den guten Grund von den Wurtzen ent-blössen/wegschwemmen/und offt Stock und Erde mit-einander fortreißen; da werden in hohen Gebürgen dieWein-Garten fein Staffel-weise/mit steinernen Mau-ren/wie mit Baneken/ umgeben und eingefasset/so kander Regen den Grund nicht so bald aufheben und fort-schleppen; sonderlich halten die Wein-Hauer im Früh-ling die kalten Regen für schädlich/ und zwar / wannsie an den Reben bald daraufangesneren.
Unter den schädlichen Feinden der Reben sind michkleine Keserl mit langen Rüsseln/ die die zarten Schöß-ling im Frühling sehr verwüsten / die Blätter zusam-men rollen / und ihre Eyer hinein legen / die kan mandurch nichts anders/ als gar zeitlich ftühcMvrgens ab-klauben/von den Stöcken wegbringen/sie in ein Beckvoll Wassers abschütten/uiid die zusannn ger ollten und
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