/
Vterdten Buchs Erster Theil/Wem-Garten.
471
den frech/ muß man auch desto höher den Schnittführen. Sonst bezeugt c-milio i^relio in seinemkicorllo ä' ^Zricollura, daß es gewiß sey / je mehr
man dem Stock Holtz läst/ je weniger Frucht er drin«get/ und je weniger man ihm lässet/ je besserträgt er.
Xl.
Wie die jungen Wein - Gärten ferner zn warten.
Ach gewöhnlicher Weise/ wird ein Weinbergzu dreyenmalen gehauen/und wann der Grundnicht allzu letticht/ recht vermischt ist/ bedarfferdestoweniger Mühe / weil die Erde ohne diß mild undröhricht ist/ so allein hierinnen gesucht / und deßwegendaöHauengethanwird Und/wie alleGewächse dreyer-leyBewegung/ais dasAeuglen/Vlühen/u Fruchtzeiti-gung haben/also dienen auch diese dreyerley Arbeiten zuallerseits wol-ersprießlicher Beförderung; also/ wannman lo, Tagwerckhat/ ist rathsamer/ man nehme 10.Hauer / und verrichte es in einem Tag/ als wann mannur einen nimmt / und muß 10. Tage darzu haben/ in-dem das schöne Wetter/ so man zu der Weingart-Ar-beit verlangt/eher auf einen Tag/als auf 10. zu bestatti-gen/die Arbeit befördert/und der Unkosten gleichmässigangelegt wird;und/wer hierinnen Fleiß anwendet/darffseine Wein-Gärten nicht so viel düngen / weil sie/ ohnesolche/bessern/gesundern/daucrhafftern/ auch nicht we-nigem Wein zu geben pflegen.
Ein guter Haus-Wirth soll nie keinen vergeblich-leeren/ unfruchtbaren Platzm seinem Weinberge ge-duldten/ sondern mit Untersetzen und Gruben nach undnach den Abgang ergäntzen / darzu er fremder Hülffeunbenöthigt/wann emmal seinWein-Gebürg mir edlerund früchriger Gattung versehen ist/ja/er kan vielmehr/im Fall des Bedörffens/auch seinem Nächsten mtt demÜberschuß dienen.
Was gegrubt wird / darffzwar nicht gedunget wer-den/ doch hilfft solches zu deren geschwinderer Fort-wachsungzviele lassen das erste Jahr diegegrubten Re-ben elwas eröffnet/ damit die Feuchtigkeit unverhmder-ten Zugang haben möge / ist aber nur in trockenen/schlechten und abhängigren Gründen zu thun; in ebe,nen/fetten und feuchten Wein-Garten aber / wo dieWasser eingreiffen/ und die Stöcke erträncken und er-sticken möchten / wäre dieses mehr ein Verderb/ als einVortheil.
cze.XIl.
Von den Wein-Hecken.
Je Hecken/ pcrZuis vc! apcrts, die an dieMauren aufgeführt/ vei cowpiuviatT, die wieein Bogen-Gang im Garten kormjrt sind/undalso bey den Hausern und in den Gärten aufer-zogenwerden/kommen allein und am besten vonGrubenund denen Reben / die allbereit wol gewurtzelt haben/und diese nimmt man von der besten Gattung / die anArt und Fruchtbarkeit die edelsten sind/ allein/die Erdemuß man elwas tiefer ausgraben/ und/ dafern derGrund undienlich/ mit einer bessern/ alsGassen-Korhund Dung/verbessern; sie werden erstlich darum weitvoneinander gesetzt/ damit man Platz habe/ die Rebendurch das Gruben gleich auszutheilen/ und also die He-cken desto grösser zu machen/man last denStamm/nachBelieben/höher und niederer wachsen/ und werden offrvon einer Wurtzel etliche Stämme getragen/ die sich !dann wieder in unterschiedliche Reben und Zweige aus-theilen/sie müssen aber gegen Morgen und Mittag/da«mit sie die Sonne haben können / gesetzt/ an Geländer/Latten oder Gegitter/ wohl angebunden/ und vor derSturm-Winde Anfall / mit genügsamen Banden ge-hefftet und versichert seyn' doch also/ daß sie das Bandnicht versehren möge / und das muß nach und nach ge»schehen/nachdem dieHecken vielSchößlingeundSchü-be von sich gibt/den gantzen Sommer-durch/sonderlichim ^uzulto, da man die überflüssigen Wipssel zugleichabschneiden lasset/ damit die freche Krassl der Wurtzelnicht den unnützen Zweigen/ sondern den Wein-Trau--ben zum besten komme; sie tragen zwar mehr Früchte/
- liThkll.. ..
als die niedern Weinstöcke / bedörffen aber auch mehrSorg und Aufsicht. Die Hecken geben einen lieblichenSchatten/ 6c lubcjislcs insmbulaliones umbrolis per-zulis opacant, wieI^iniusmajor lib. 14. cap. i.dävvNschreibet.
Mit der Dung muß man ihrer sonderlich wohl war-ten/doch muß sie nicht hart an dieWurtzen/sondern aus-senher gelegt seyn; in kalten Ländern ist der Roß-Mist/und in den warmen der Küh-Mist tauglicher/der Tau-ben-Mist/ und die Abschnittlinge von Buxbaum/ sindnoch besser/doch ist weniger schädlich/ wann die Dung/als die üvrige Arbeit/ unterlassen wird. Die Hecken«Trauben/sind vor den Winden/weil sie wohl angebun-den/und vor derFäulung/weil sie hoch hangen/sicherer/als die niedern Stöcke/massen sie von dmenauö derEr-de dünstendenDämpffen/nicht >0 leichtlich beruh» r wer-den/wie die niedern Stöcke/so gar bey der Erdr stehen.
DieBande machen etliche von weydenen Rinden/sie werden aber osst so verhärtet/ daß sie das zarte Holtzin Winds-Bewegung hinfretten und Schaden thun/also nehmen etliche Spaget / oder groben starckcnZwirn/etliche aber feuchtes Stroh; aufden Latten oderGabeln und Stützen/ daraufdie Reben liegen/ müssenkeine Band entzwischen kommen / weil sie bald reisten/oder den Reben sonst schädlich seyn möchten. An demGemäuer/ wo der Sonnen Widerschlag die Wärmeverdoppelt/ tragen sie trefflich viel/ und werden destozeitiger und wolgeschmacker. Man macht wol auch vondergleichen Hecken gantze Gänge/ als wie gcwöibt/ in
Ooo
dem