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WiedieWeinftöcke/ sonderlich die jungen/zu schneiden.
Tliche wollen / daß die Weingart-Arbeit voneinem Esel sey erfunden worden/ der (wie ?lcrius Vsierianuz meidet) als erohngefehr in ei-nen Weinberg kommen und hungerig gewesen /hab er die Reben abgebissen/ so gut er gekonnt; undals der Herr des Weinbergs vermerckt/daß diese abge-bissene und seiner Meinung nach verderbte Reben / aufkündigen Herbst/mehr Weintrauben/ als die anderngekagen/hab ers öffter alsomitFleiß geschnitten/da:ausdie gute Wirckung erfahren/auch andere gelehret; da-
herwerdenkacckusundäiicnuz. dieWein-Götzen /
auf einen Esel reutende / gemahlet. Was nun dasSchneiden belangt / so haben die Hauerein Sprüch-wort: Wann die Grasmucken singen / so sey es ZeitWemstöck zu schneiden;das von alten Stöcken zu ver-stehen/dann die jungen betreffende:
So bald man die Sätz-Neben eingelegt/ und dieErden herum vergleicht hat/werden sie 4. oder <>.Finger!hoch über dieErden abgeschnitten/und ihnen zwey/oderaufs höchste drey Augen gelassen; wann man sie hauet/schneidet man die Wurtzen/so oben an amtreiben /!gantz hinweg/dann siewerden bald von des SommersHitze beschädiget/und hindern denStock/daßer (wie er! solle) in der Tiessen keine Wurtzen macht/ wo aber dißi nicht geschiehet/ er nie dauerhasstig gedeyen mag. Dasi übrige Hauen hat keine gewisse Maas/muß aber so offtsges5ehen / al? osst man sihet/ daß Gras und Unkraut! sich ungebetten zu Gast laden will/ solchen wieder die^ Thür zu weisen/ und es auszutilgen; oder wann der!Wein-Garten oben eine Sä^warten und dicke Hciut
kriegt / sv meistens nach grossen Platz-Regen / da derGrund leimicht ist/zu geschehen pfleget; sonderlich solldas Hauen/ wo möglich/ angestellt seyn/ wann ein na-her Regen zu hoffen ist; vornemlich ist sehr gut/wannman dieses in Augusto fürnimmt/ weil es den jungenStöcken einen grossen Vorschub zum Wachsen gibt /also bleibt es im October oder November ligen / dawird die Erden angezogen / und die zarten Augen vordes Winters eingreiffender Kalte/ gleichsam mit einemPeltz oder warmen Rock versehen/ des Frostes Grimmdesto bester zu erdulten.
Wann nun der Frühling wiederkommt/ muß man/an einem Mnen heitern Tage/ die Erde von der Wur-tzen erstlich gantz anbraumen/die überflüssigen Wurtzenabschneiden/ sonderlich die oben nächst an der Erdenumkriechen wollen/ darnach muß man den Schub/ dervon dem obersten Auge getrieben/ gantz hinweg neh-men/ und dem untersten Schub/ der von dem erstenAuge bey der Wurtzen austreibt./ muß man nur einAug lassen/ die Erden muß nicht angezogen / sondernnur geebnet seyn / dieses aber allein das erste Jahr /die folgenden / wird er wieder angezogen und ange-häufft/ dann also kommen dieWürtzm desto tieffer /und kan ihnen weder Hitz noch Kälte/weder Nasse nochDürren zu sehr beykommen ; so bald sie in die Höheschießen/ müssen sie angepfählt werden/ weil die Bewe-gung undErsMtterung der Sturmwinde ihr Wachs-thum zurück schlägt ; die andere zwey und das dritteJahr darauf/ dorffman nickt viel wegschneiden/ son-dern läßet sie wachsen nach Belieben/ damit / woserne
. daß'
Merkten Buchs Erster Theil/Wein-Garten.