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Th. 1 (1716)
Entstehung
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467
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Vierdtcn Buchs ErlierThlil/ Wcin-Gartcn.

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chesman will/ oder/ nachdem die Witterung ist / ange-stellet und verrichtet werden.

Da dann auch diß zu wissen/ daß m«n die klein -msr-chigenRcben zu einer oder der andern Zeit / nach Ge-fallen ; die groß-marchigen aber (denen die Kalte leichtschaden mag) allein im Frühling muß einlegen lassen/u>ü> folgt mancher nicht allein seines Grundes Beschaf-fenheit / sondern auch seiner Einbildung und capriccwnach /daß fast in keiner Wirthschaffts-Handlung ein sogrosser Unterscheid fürübergehet / als eben im Wein?garts -Bau/und meynet doch ein jeder/ sem Borschlagsey der beste/und/die Warheit zu gestehen/ists besser/wodie Erfahrung/etliche Jahrnachemander/einer Aniialrfürtraglich ist/ dabey zu bleiben/ und laßt sich hierinnennichts vorschmber-/ wann nur eines oder das ande-

re die Vernunfft und den Nutzen auf seiner lei-ten hat.

In Oesterreich werden die Wein-Gebürge / ausserder Überbau/ als Misten/ Gruben / Erdbeschütten undStecken kauffen/ (welches absonderlich bezahlt wird)folgender Gestalt gearbeitet : 1. stecken Räumen undSteeken-Schlagen^.Schneiden z.Binden. 4 .Jatenund Stecken-Ziehen.s.Fasten Hauen.6.Bandhauen.7 -Weich Wemhauen .8 .Anziehen;und diese 8. Stückerechnetman für 8. Arbe»ten;richtetnun ein Weinziedeloder Baumann eine-oder die andere nicht von diesenArbeiten/ so viel Schilling werden ihm von jedem Gul-Sen/die man ihm jährlich lohnet / abgezogen ;unddiß kan man ailch in dem Vestaliungö-ZettelLedencken.

V1!l.

Wie die neuen Weinberge anzulegen.

Je Weinberge nun / werden entweder von denReben/ oder Würtzlingen/ oder Bogen ge-pflantzk/ dasreylich die letzten 2. Arten eher undglücklicher bekaimen/als die ersten da nur die blosse Re-be ohne Wurtzel eingelegt wird; weil aber jene nicht all-zeit/ und viel harter/ als diese/ zu bekommen / muI mansich nach der Zeit und Gelegenheit/wie alles am.füglich-sten zu erlangen/weißlich richten und halten.

Wahr ist es wol / daß die erste Weise darum biege,bräuchlichste/weil man die Stöcke vorher kan aussehen/vondenen dieSetz-Reben geschnitten/auch daß sie weitüberLandalso können gebracht werde»; wasaber dieWürtzling betrifft / weiß man nicht von waserley Artsie sind/muß glauben/ was man ihm vorsagt/ und wirdalso die Leichtgläubigkeit hier (wie überall) offtermalsbetrogen; in der Nahe aber/ und bey bekandten gutenLeuten/ deren Gewächse man kennet/ kan man diese mitgutem Succsls gebrauchen/sie bleiben also !/ 2,/ oder z.Taae/wans nur nicht wmdicht ist/ dadurch sie lehr aus-gedörret werden/ müssen derhalben (was nicht bey schö-nen stillen Wetter seyn kan) die Wurtzen in ein Tucheingemacht werden / bringt man sie aber aus fremdenL.mden/muß man sie in langlichte Fässer einmachen/mitetwas Erden vermischen/und bißweilen bey einemLöch-lein/so deßwegen offen gelassen wird/einwässern mW be-spritzen.

Hm cle Serrcz sagt: Ausdiese Weise werdende ausGriechenland und Canöien in Franckreich gebracht/und bleiben also frisch vomOcrober an/biß wieder in denMertzen; so bald sie ankommen / muß man sie herausthun in ein stillstehendes Wasser/ aus z. oder4. Tags/sie wieder zu erfrischen/einweichen/ und hernach/ wohinman will/setzen. Der Ort/ wohin die Reben eingelegtsind / daß sie wurtzeln sollen / muß Airfangs gantz undgar/ durch und durch gehauet seyn/ hernach macht manGrössten oder Gruden eines Schuhes breit voneinan-der/und anderthalb tief nach der Zwerg/nichPerad ab-wärts/hierein werden nun die Sälzlmge/ gerad 4. Fin-ger weil voneinander / nicht nach der Seiten eingelegt/

füllt sie wieder mit guterErden/und läßtdas obereTheilder Reben ein Viertel eines Schuhes oben heraus ge-hen/ ehe/ als man sie einftnckt/ werden sie alle unten ve-schnitten/And aufein Schuh-iang/mehroder weniger/

vergleicht.

Man muß ihnen hernachaöe gewöhnliche Bau-Ar«,beiten anrhun/ lind keinGras oderUnkraut darzwischenaufkommen lassen/ists mvglich/(damit sie desto eher ein»wurtzein)mujj man sie mich zuzeiten begiessen/ wanngrosse Hitze einfällt/ düngen muß man sie darum Nicht/daß sie nicht hernach in einem schlechtem Grund fehl-schiagen möchten;diese nun kan man im andern/drittey/oder vierdten Jahr/ wann sie gnugsam eingewurtzelthaben / weiter m die Weinbergs versetzen/ mtni m sobald sie wachsen / beschneidet mansolche im Auswärts/als wie die andern Weinstöcke^ und dieses ist besser undsicherer/ daß man die Neben vorher an einen besondernOrt einzuwurtzeln/ einlegt / als wann man sie stracksim ersten Anfang M die Weinberge/ wormnen siedlei-den und stehen sollen/einpflantzen will.

Wann man einmal Weinstöcke von guter Art hat/kan man hermchjährlich von den besten und trächtig,sten etliche Reben(die man beyzeiten deßwegen muß ste-hen und nicht abmhmen lassen) unabgeschmtten / zurErden in eine darzu-bereitele Gruben abbeugen / mit! Erden zuMen / und 2. oder z. Augen okn-heraus ra-gen lassen / also müssen sie wenigst 2. Jahr bleiben/ bißsie von der Mutter gleichsam entwöhnet / ihre eigeneNahrung aus derErden ziehen/nachdem schneidet mansie ab/und verpfiantzt sie/wohin man will; wann man siewegnimmt/muß die Erde von dem Weinsiock abgerau-mer seyn / daß man sie desto geschickter abnehmen / und

von den besten und edelsten Weinstocken jährlich jung«Würtzling hin und wieder in seinen Weinbergen be-kommen/die man vor-und inderLeesens-Zeit guck?kundschasscen und zu diesem Endebezeichnen solle.

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