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466 Des Adelichen Land-und Feld-Lebenö
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Von Instelinng des Wein-Gartens.
^,1-urcje 8errcsvermeynt/ wann man einen Wein-^berg nur mit einerley Reben-Gattung verstehet/ et-^was verwegen sey/ wei! es seyn kan / das etwa dasvielen Veränderungen unterworffene Lufft-Gewitter/dieserRebens-Art zu wider lauffe/also diegantzeJahrs-Hoffnungvernichte/ wie osst geschiehet/ daß das unter-schiedliche Wetter denen unterschiedlichen Reben offtsorthilfft/ und offt schadet; darum haltet er für besser/daß man einen Weinberg mit fünff-oder sechserley/ derallerbestenGattung beypflantze/vamit/waun etwan eit'eGattung möchte fehl schlagen/die übrigen dasLeesen be-reichern würden; sie müssen aber nicht unordentlich un-tereinander verwint/ sondern in gewisse/ gleiche Em-theilungen abgesondert/ und jede Art nach ihrer Eigen-schaffr/mehr oder wen«ger/gegenderSonne/ui:d in dasihnen taugliche Erdreich gesetzt werden/so kan man her-nach jedem auch mitgebschrlicher Wartung desto leich-ter und süglicher begegnen/weil das Beschneiden bey et-lichen eine?Theils früher/ bey theils aber später/ etlichekmtzer/etliche länger zu lassen/ wie auch das Hauen undandere Arbeiten fürzunehmen/welches/wann alles ver-mischtist/ nichtseynkan/ also offt eines des andern ent-gelten/und der Haus-Her: deßwegen in Schaden kom-men muß/und der unwissende Hauer/ehe er die Blattersiehet/eine Art vor der andern/nicht unterscheidenmag/als wann sie ordentlich eingetheilet seyn.
So ist auch dieser Nutzen davon zu nehmen / baß/wann einerley Sorten beysammen stehen/ sie auch zugleicherweile zeitigen / und miteinander können abgele-sen seyn/da man/wann sie untermengt sind/offt das Un-zeitige mit dem Zeitigen abreißt/ und also den gantzenWein verderbt; man kan auch die bssondereArten son-derlich pressen/ und in Fässer giessen/ dadurch der Ge-schmack/die Färb undDauerhafftigkeit befördert wird/so von der unordentlichen Mischung nickt zu erwatten/sonderlichiftsgut/ daß die schwachen Weinstöcke ih-ren absonderlichen Stand haben; hüten soll man sich/einige Baume in die Weinberge zu bringen / dann ein-mal ist gewiß/ daß ihnen aller Schalten schädlich ist/ausser der von ihres Herzn Corper auf sie fällt; und/wann man ja glaubt / man könne ohne Baume nichtseyn / muß man diejenigen einpstantzen / die am aller-wenigsten schädlich seynd / als Pftrsich-Mandel undZwetschgen Baume/ doch nickt zu dick/ und meistensgegen Mitternacht/wo sie die Sonne nicht viel aufhal-ten mögen.
.In Italien und Piemont werden die meistenWein-stöct'e hoch auf Baume geziegelt/ so aber in Oesterreichnicht bräuchig/ da weröen allein die niedern Stöcke»«dieWeinbergeauögösetzt/unömit?lLartungundPfah-lenversehen/ und diese geben/ nach LolumcU-und ä-Lerres Meynung/ das beste Gewächse; bey den Häu-sern aber/ werden grosse/ hohe Wein-Hecken/ an Gäl-tern und Häusern/wo sie Sonne haben mögen/ aufge-zogen/die viel-und reiche Früchte bringen. Ist also amrahlsamsten/ man bleibe bey der Weise und Gebrauch/wie es imLand üblich/und bringe dißsalls keineNeuruugaus/so kommt die Wartung und alles leichter an. WoderGrundunddieLufft gut und becmemlich/ dasellstsind fteylich die gröffesten urd weitesten Weinberge die^besten/ (doch / daß/ wie iimllen / rechte Maas gehaltmsey) dann sie bezahlen den-Unkosten reichlich / und sindder Mühe/Arbeit und Unkosten desto mehr werth/weilsie alles wol wieder vergelten/sonderlich/wann man na-he bey grossen Städten / Schiff-nichen Flüssen undOrten wohnet/ wo kein Wein wächst/ da man ihn baldund leicht zu Geld machen/ .und damit seinen Nutzenschaffen kan;also hat sich/nach leichten oder hartcnVer-kauff/jeder Haus-Vatter zu richten/ ihn) viel/ oder we-nig Weinberge zuverschaffen / da man / woselbst guteoder schlechte Anwährung und Verschluß / auch seineWirthschafft darnach anstellet; daher sindwrnemlichdie Gebürge in grossen Ansehen/wo man den Most/ sobald er eingefüllet worden/reissend verkauften kan/ weildas Geld bald auf Verzinsung anzulegen / den FüII-Wein/derwöchcntlichdaraufgcher/unddasVollwer-cken zuersparen/und die Gefahr/daß sie Fa^b oder Ge-schmack verlieren / gar ausrinnen / oder sonst Schadennehmen möchten/dadurch weißlich zu vermeiden.
Wo grosse Wein -Gebürae sind/müssen auch mittendadurch/ nach der Lange und der Zwerg/ breite Weegegelassen werden/ nicht allem/ daß man Lusts halber dar-aufdurckspatzieren kan/sondern auch/ daß man Laiten/Maisch/Stecken/Dung/ leichtlich aus und einführen/auch Pferde und Leute/ ohne Schaden / durchbringenkan. Vor allen Dingen soll zwar der Weinberg auch! wol verschlossen/ und vor Dieben und Vieh wol versi-chert werden; wo aber grosse Wein-Gebürge sind/ dieofft viel Meil-Wegs nacheinander sich erstrecken / dawird dennoch aussen-Herum/mit Mauern und Zäunen/die Vorsicht gethan/und müssen hernach/beyZeitigungderTrauben/und vor demLeese»/die Wein-HüttröasBeslethun.
Cx?. VII.
Von der Zeit / Minberge zu pflantzen.
Lle alte und neue äutkoren/ die von diesen Sa-.chen geschrieben/ sind dieser Meynung / daß/einen Weinberg zu pflantzen/ in warmen undtrockenen Ländern/ die beste Zeit sey im Herbst/ gleichnach dem Leesen / so bald das Laub vom Weinstock ab-
gefallen/ das ist vom Anfang des Octöbers/ biß aufdie Helffte des Winter Monats; in kalten und feuch-ten Ländern aber / im FrülMg / vom Ende des Hör?nungs/btß Anfang des May ; an tempcrirten und mit,ielmässigen Orten/kan alles beedes /nachBelieben/wel,
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