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Th. 1 (1716)
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464
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Des Adclichen Land-und Feld - Lebens

c»?. iv.

Wie die Mangel des Grundes zu bessern.

^ixEr Grund des Erdbodens ist entweder mager"'^oder fett/ leicht oder fest / weich oder hart/^schwer oder leicht / mit allerhand mittelmassi-gen Vermischungen; was die Färb betrifft/ ist sie weißoder schwartz/gelblicht oder Aschen-sarb/ Purpur-sarb/grünlicht oder röchlicht / wie Kircker. in^m. 1. ijUuncli Lukterranci bezeuget ; so viel den!

Geschmack anlangt/so ist er entweder süß oder bitter/gesaltzen oder schweflicht/ salurisch oder sauer; also/wer willens ist einen neuen Wein zuzurichten/der sollvorher/ damit er wissen kan / wie der Wein beylauffig ?sich ereignen wird/den Grund also probiren: Er neh- ^me von selbigem Grund eine Hand voll / thu sie in emGlas voll frisches Wasser/ rühr ihn wol um / und laßihn also stehen/ bis sich die Erde gäntzlich setzt / und dasWasser wieder erläutert ist/davon mag er ein wenig inden Mund nehmen/ und was für einen Geschmack dasWasser weiset/ also wird auch der Wein zu erwartenseyn/sodann kan er vorher wissen / ob es der Mühewerth sey/einenWeinberg dahin zu pflantzen oder nicht.

Man hat zwar etliche Mittel/ den Grund / der nichtnach Wunsch beschaffen/zu verbessern/gehet aber ohneMühe und Unkosten nicht ab/ daß man die magere Er-den befettigen/ die gar zu gaile zur Mittelmaß bringen/die garzu starcke erleichtern/und die gar zu mürbe stär-cken und befestigen könne; dis alles kan mit desto we-niger Unlust und Spcla geschehen/wann nur die Wein-Gärten nicht allzu ferne/oder allzuhoch und unwegsamentlegen/dardu'rch man dann die angebohrne Unart undUnVollkommenheit des Bodens wohl verbessern undzur Trächtig Heu bringen kan/ das geschiehet mehren-theils mit Dung/mit Sand/mit Aschen und derglei-chen ; und hat sonderlich der Aschen eine grosseKrafftin sich/ daher Herr ^rancilcus ö^con in seinernawuii expcrun. 597. schreibet/daß der Aschen/ dender Berg Vesuv!us im Neapolitanischen/ undin Sicilien/ wett um sich auswerffen / das umliegendeLand also verbessere/daß durch dessen unsaglicheFrucht-barkeit/der Schaden/(denn diese Berge offtmahls bö-se Nachbarschassten verursachen/)zumTheilwieder er-setzt/und ausgebessert werde.

Ist der Weinberg wässericht / muß man es durchGräben/(wie im 7. Buch am 5. Capitel vom Ackerbauweitläufftig wird gezeigt werden) ausleiten. Was garhoheWein-Gebürge/wieimThalWachast/umKlosterNeuburg/Äwßdorff und Kalenberg/zu sehen / mußdurch aufgemauerte oder durch blosse Steine erhöheteAbsetzeundBancquet also eingetheilt werden/ daß dieWein-GebürgeStiegen-weise gleichwol in de:Ebne li-

gen/und die grosse Platz-Regen dieErden nicht so leichtaustragen können/wie sie thun / wann der Wein-Gar-ten gantzThal-abwärts hanget / da die Güsten mtalleindie Dung/ sondern auch die gute Erden/ und wol offtgar die Stöcke mit wegflössen/und damit den Wein-Garten ganh verwüsten und unbrauchbar machen.

Im Fall die Steine ermangeln/macht man lebendi-ge GeHage von Hasel-Kütten / Dörnern und andernStauden/deren Frucht auch den Bestand jahrlich rei-chet von dem Platz/ den sie einnehmen; wiewol sie obenmit dem Schatten / und unten mit der Wurtzen dienächsten Stöcke verhindern/welches doch durch fle,ssigeAbstutzung/so wol der hoch aussteigenden Aeste/ als deruntersteh kriechenden Wurtzen / etlicher Massen zu ver-hüten.

Ist der Ort gar zu steinigt / kan er auch durch FleißundMischung andererErden davon entlediget seyn; wieauch/wann alte unfruchtbare Stöcke/die des GrundesKrafft an sich ziehen/ oder aber zu viel Bäume darin,nen stehen/die mit ihren Schatten verhinderlich seyn/muß alles beyseits geräumt werden/so können die jun-gen und trächtigen Satzlinge sich nach Belieben aus-breiten/ so wol der Sonnen erquickende Wärme/alsauch der Erden Nahrung in sich saugen/und dardurchzum Gedeyen und Fruchtbarkeit fortwachsen.

Ist derWeingart etwas entfernet/ so macht er dop-pelte Müh und Sorg / und ob er wol umher kan mitZaun-oder Mauerwerckversichert seyn/so ist doch sol-ches mehr dem Vieh und Wildpret den Anfall zu ver-wehren/ als der Leute Untreu und Dieberey zu verhü-ten; dann zu hoch darffdieMauer oder GeHäge oderZaun nicht geführt werden/weil es Schatten macht/und denen Weinstöcken die Sonne nimmt / und einemittelmässige Höhe kan leicht überstiegen werden.

Wann der Weinberg an einen etwas zu hitzigen/oder zu kalten Ort liegt/muß ein Haus-Vatter um Re-ben trachten/die eines und das andere leichter ausbau-ten können. An kaltenOrten muß man Reben pflan-tzen die kleines Marck haben/dann diese können die Ge-frier am bequemlichsten ertragen / und taugen an liesseund kalte Ort/wo die Reisse öfftern und gewöhnlichernAnfall haben/müssm auch dieReben von einerArtseyn/die frühzeitigen/dann was spat reiff wird/wird an sol,chen Orten übel versetzt; also kan die frühe Fettigkeitder Frucht/die späte Trägheit des Grundes ersetzen/und einen guten Genuß bringen ; dieReben/ welchegrosses Marck haben/ bekeimen lieber/ gehören abernur an warme sonnechte Plätze / weil sie ungeschicktsind/derKälte zu widerstehen.'

v.

Von der Neben Gattung.

. ^ Je Reben werden alt/und tragen lang; Vcru-lum.in t-iltt. mvrlis, sagt/ sie mögen 6cz.' e-Jahr dauren / und sind auck im Alter trachtig ;und plinius lib. 14. csp. I. sagt : dlul-i liyno ett

Ttcrnior nstura; undist kein so hoher Baum / oderso hohes Gebäu/das sie nicht/ wann man ihrer rechtpfleget/erreichen/oder auch übersteigen sollen.

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