Vierttn Buchs Erster ÄM/ Wem-Gartcn.
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soll disfalls keinen Unkosten ansehen/ weil dieses dasFundament der gantzen Wein-Wirthschafftist/ undwann man einmal eine edle gute Art bekommen / kanman jährlich durch Gruben und Bögen seinen Nutzenschaffen /und darffhernach Fremoen nicht mehr znGna,den gehen/sondern kan vielmehr/ wann seme Wein-berge gebührlich mit Stöcken versehen sind / hernachauch seinen dürffrigen Nächsten damit dienen.
4. Ob auch schon alles dieses im Wege nicht stünde/kommen doch auch / als zween abgesagte Feinde derWem-Gebürge/noch Faulheit und Geltz darzu/daßman die rechten gebührlichen Wartungen zu geben/ent-weder zu nachlassig/ oder zu geizig ist/ daß man sich offtum weitere Gebürg annimmt / als man mit der Arbeitund den Unkosten versehen kan; da man oftt aus derHelffte/ wanns wol bey Bau gehalten würde/ gleich soviel/und mehr Nutzung/ und die Helffte weniger Geld
anzuwenden/ Ursach hätte.
Denckwürdig ist/ was /uiius (Zrccinus, ein alter
Römer/ der von den Wein-Garten ein eigen Buch ge-schrieben/bey columciiä üb.4.c. z.meldet/ daß einermit Namen paraäius Vcrercnks, zwo Tochter und ei-nen Weinberg gehabt/ als er nun die ältiste verheyrah-tet/habe er ihr das dritte Theil seines Weinberges / anstatt des Heyrath-Guts/mitgegeben/und doch aus dennoch behaltenen zweyen Dritteln/ eben so viel Früchte/als vorhin / gezogen; da nun endlich die jüngste Toch.ter auch einen Mann bekommen/und man ihr das an-der« Drittel zur Ehe-Steuer eingeantwortet / habe
?ari«jiu«, durch fleißige Wartung/ ausdemihme re-imenden dritten Theil allem/gleich so viel Wem/alsvorhin aus allen dreyen Theilen zusammen/genossen.Nun segnet GOtt wol manche Lander / daß jie / mitihrer eingepflantzten Fruchtbarkeit/ andere weit über-treffen/ wie dann Ooat./ok. vltc» NeibiKüis, bey deneuriotor.^nai? Lc 10 toi. 462.schrewt/daßin Indien /da er der Zeit in Neu- Batavten gewesen/ insävs majori die Weinstöcke / warm man sie gebührlichwartet/zu vier unterschiedlichen malen Wcmtraitbenbringen; welches ein bey uns in diesen Landern uner-hörtes Leesen ist.
Zum Beschluß dieses Capitels / muß ich den Lciio-
niumin l.ibello clc nczlcÄä üirpium culturü, c I I.
anziehen/der meldet/ daß zu seiner Zeit ein Bauer gewe-isen/dem geziehen worden/er habeeinenAlraun/undseyedardurch reich worden; dis zu erfahren / habe em vor-nehmer Pratat/von des Königs Hosstatt/ als der Kö-nig von tvuckcüc zurück gezogen/ bey ihm eingekehret/und mitguten und freundlichen Worten/ihme den Al-raun zu weisen/gebetten: Darauf der Bauer hoch be-theuret/er hätte allein diesen Alraun/nemlich / es seyenzwantzig Jahr her / als er an dieses Ort kommen/ nie/weder seine Kinder noch Dienstbotttn/nach ihm schlaf-fen gangen / auch nie vor ihm aufgestanden/ und mitdiesem Fleiß hatte er/durch GOtres Segen/seine Nah-rung gebessert; so viel ist an anhäbigem Fleiß gelegen/der jetzt meistentheils schlecht weg/gering/ode: doch nichtso anhabig ist/als er von Rechts-wegen seyn solte.
lll.
Bon dein Ort / wo ein Weinberg hinzupflantzem
' . . ,
Annmanein neues Wein-Gebürge anrichtenwill/muß die Gelegenheit des Orts vorher ver-- nünfftig erwogen werden: Nahe angräntzendeWälder find zu meiden / nicht nur wegen des schädli-chen Schattens/ sondern auch wegen des Wilds undGeflügels / welche wegen der nahen Nachbarschafftden zeitigen Trauben groftenSchaden zufügen.Sollenauch weder Morast/nach Bronnen-Quellen/noch Wie-sen/noch Bäche/ noch Seen angräntzen/weil darausgerne Nebel und Reiste entstehen/die den Weinstock inderBlühe offtermals verderben. Die Erde muß nichtleimicht seyn / voraus wo in einem Grund Haffner-Doon/ ist er gar nichts nütz für die Wein-Gärten/ son-dern er soll seyn wol vermengt und srüchtig/ mürb/nichthart/mehr sandicht/ als lettickt/und / wie doiumeüswill / weder gar zu hart/ noch gar zu milde /doch mehrmürb/als hau/weder zu mager/noch zu fett / doch mehraufdieses als auf jenes annahen / weder zu eben noch zugähe/doch an einem etwas erhöbten Platz/weder zu tro-cken/noch zu naß/ dock daß er seinen natürlichen Safftin sich halte; schadet auch nichts/wann er schon kleineSteinlein und Sand in sich inwendig halte.
In Summa/vor die Reben gehöret ein geschlachtermittelmassiger Grund; der 8-iuz ist am besten/wann ernicht zu flach/und ni6 tzu hock/sondern/damit dieSon-ne allenthalben durchsci einen könne/ abhangicht ist/we-der in einem Thal/ noch auf einem hohen Berge/ weil,
Kalte und Reiffdaselbst gefährlich sind ; am besten ist/Allerleidlichste und Ringste erwähle.
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wann sich die Tiefte des Weinberges/ der SonnenEinflüße desto besser zu empfangen/gegen Morgen undMittag abneiget/ wo möglich / so ist dieser am gelegne-sten/der fein nahe an der Wohnung liegt / desto besseraufzusehen/ und vielerlei) Zufälle zu verhüten / und denLust und Fleiß des Haus Vatters zu vermehren; wel-cher/als verni-nfftig/ vorhero das Gewitter und dieLufft seiner Gegend wol prüfen wird / ehe er grosse Un-kosten vergeblich anwende/und der Nachbarfchaftt/ihnauszulachen/Ursach gebe
Er soll erst sehen / ob andere nahe an und um ihn ge-legene On Wein-Gärten/ und mit was Succcl, undGenuß/haben? In gar zu kalter Lusstmuß die Rebenicht gewagt werden; warme und mittelmassige taugtam besten/ weil der Wem allein seine Krafft davonschöpften muß; ein Boden/der welsche Nüsse/ Pfer-sigund Marillen gern und gut trägt / schickt sich auchmehrentheilszu einem Wein-Gebürge/ nurdaßes dieSonne Morgens und Mittags anblicken / und diestrengen kalten Nord-Winde nicht frey anfallenmögen.
Wann nun dieLufft erträglich ist/ darff man vonder Stelle nicht so sehr sick bekümmern/weil sich dieArtund Besckaffenheit der Länder nicht/ ohne grossen uner-schwinglichen Unkosten verwechseln lässt/ sondern manmuß zu Zeiten annehmen/wie es sich schicket / allein daßman aus demGutendasBeste/und aus demBösen das
cz?.