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Th. 1 (1716)
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462
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462 Des Adeljch en Lakw-und Feld-Lebens

derlich/wo sie anHungaräangrantzen/ein fürtreflick)es/

berühmtes und allenthalben wolbekanntes Gewächse/zu grossem Nutz der Jnnwohner/ geben/ indem sie beyguten Jahren so gut und überflüssig wachsen / daß off-termals Fässer ermangeln/solche einzufüllen.

Nicht weniger gibtö auch um Retz/Pulcka/Retzbach,Polstooff und der Orten / starcke und krässtige Wein/sonderlich wann sie ablegen/ die aber meistentheils inBöhmen und Mahren verführet werden; wie auch dergantze Donau-Strom/von Zpps und Krems aus/ bißnach Wien undPreßburg/eriiche 20 MeilWegs lang/auf beeden Seiten / nicht allein mit lieblichen Gärten/Fruchtbringenden Feldern/lustigen Auen/und nutzba-renWayden/sondern auch mir den schönsten und träch-tigsten Wein-Gebürgen gekrönet / vonVieh-Zucht/Traid-undWein-Wachs jährlicheinreiches und über,-flüsslgesEinkommen zu tragen pfleget.

Au VZrronis Zeiten/sind weder lN Teutschland nochFranckreich Weinberge gewesen / jetzt aber ist die Do-nau der Mayn/der Rhein/die Moselundder Neckar/damitüberfiüssig versehen; wie aber und zu welcher ZeitderWein-Wachs inOesterreich und ins gantzeTemsch-iandkommen/ ist leichtlich zu errachen / daß es durch dieMmer, - die vor alten Zeiten ihre coionias und Besa-tzungen hin-und wieder gehabt/ geschehen/ und die Re-ben aus Italien in kril,ui.von darinSteyer/Hungarnund Oesterreich / und so fort durch gantz Teurschland/(wo es anders des Himmels und der Erden gedeyiicheEinstimmung zugeben wollen) ausgebreitet; wie in dieOst und West-Jndianische Provintzen nunmehr al-lerley von unsern Gewächsen/ von den See-fahrendeniEuropaern/ so wohl hinein/ als von den Jhugen frem-den zu uns herausgeführt und gepflantzt worden sind.iUnd/wiewol viel der Meynung sind/dieWeingart- Ar-beit seye diejenige/ welche ihrem Herm den Unkosten amwenigsten bezahle/u. zum öfftersten dieHoffnung betrie-ge;so ist doch dißfalls ein gewisserunterschied zu machen/

und erstlich/wann derGmiid nicht wol geartet/und dieLufft nicht darzu dienlich ist?' daher auch der Wein ent-weder nicht wol gerathen/ oder doch schlecht und sauer»verden muß; da ist freylich nichtzu rathen/ soviel Mü-he und Unkosten anzuwenden/ da die UnmöglichkeitderNatur die Vergeltung hindert und zu nichte macht;woaber der Grund gut/das Wetter leidentlich/undd'erSj.lus wol gelegen/ da muß der Mangel entweder herrüh-ren/daß man nicht rechte trächtige Reben hat/oder/daßman deren nicht mit gebührendem Fleiß wartet;wo hin-gegen alles miteinander/wol correlponciitt/ so ist versi-chert derWeinbau eines vondenenSachen/die am mei-sten in derWtrkyschasst eincragen/undihrenPlatz/samtdenen darauf angewandten Unkosten/ Mühe und Ar-beit/wol bezahlen» Nicht redeich von denen dürfftigenund arinen Haus-Wirthen/ die/ aus Mangel der Le-bens-Mrtel / so bald der Most in den Keller gebrachtworden/solchen alsobalden verkauften.

Wer aber die Wein / die sich gern vierdigen lassen/und vielZahrbleibsn/jurZeit eines gutenWein-Jahrskan beysammen halten / einen tauglichen kalten Kellerhat/sauber und aufsichtig damit umgehet/der kan ihn solang liegen lassen/biß derWein einmal in gutenWerthkommt/ undalsdann eine grosse Lumina miteinanderdarum einnehmen.

Wer von der Wein-Gebürge nützlichen Fruchtbar-keit will lesen/der lesedenaltenLoiumeiiam i.Z.c.z.daß/nach Latonis und Värronii-Zeiten/ ein Viertel Wein-Garten Zoo. Eymer gegeben/ und daß noch zu seinerZeit des SenccT Weinberg einViettel l6o.Ey>ner/ja/daß in seinem des cowmeii« eignen Wein-Garten ge-schehen ist / daß an einem Heclen-Stock über 2000.Trauben gehangen haben/sagt auch/er habe 80 Stock/die innerhalb 2. Iahren > 40. Eymer Weins gebracht/und?iimuz setzt einen grossenLatsioxum derjenigen/dieihre Wein-Gatten mit grossen Nutzen gebauethaben»

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Warum das Wem-Bebäl! ich? nicht so hoch/als bey den

Alten kommt«

Er des Italiänischen SprichwortsKrafft undEigenschasst verstehet / wann sie sagen : ct,ivc»u!c, vscis , cki nc>n vou!e, mancla, derwird leicht aufhören, sich deßwegen zu verwundern/indem die alten Weingarts-Jnnhaber sich selbst auf dieReben verstanden / wo nicht selbst mit Hand ange-legt/ doch zmiwemgsten ihren Arbeitern gute Anlei-tung und Unterweisung geben können, wie sie alles zurechter Zeit/ und mit besserer Vernunfft angreiffenmöchten ; dahingegenjctztdie wenigsten Herren/ so diemeisten Weinberge besitzen/das geringste davon verste-hen/oder zu lernen begehren/sondern sich allein auf ihrerWeinziedelungewisie und zweiffeihaffte Versorgungund Treu verlassen/ welche mit Erspahrung und Ver-nachlässigung der erforderten Arbeiten/nichtsdestowe-niger die Unkosten verdoppeln/ der Reben übel warten/die Weinberge in Abbau bringen/ und den Herren/ anstatt velhofften Genusses/ mit Schaden und Schuldenbelästigen. ^

s. Weil man insgemein sich selbstenüberredeZ / derschlechteste untauglichste Grund/der weder Korn/ nochGras/nochBaums tiagt/sey schon dienlich/einenWein-berg anzurichten/ da doch die Erkanntnus des Grundsdas vornchmjie Stuck ist/daraufmanseine Anstalt fuftftn solle; indem ein Erdreich/ das von sich selbst wederGras noch Kräuter tragt, die Anzeigung gibt/daß ihreSchoß gantz erkaltet/von widerwärtigen mineralischenschädlichen Vermischungen an der Tracht verhindertseye / solgends auch die Reben allda nimmermehr ge-deyen/ oderda sie schon auskommen/ doch gering undkleimvächsig bleiben/ und wenige den Unkosten niemalvergeltende Früchte bringen können,

z. Jstmanauch zu nachlässig/ entweder um guteReben / oder rechte früchtige Arten zu trachten / weilnicht alle Stöcke an allen Orlen gleich gerathen/daherein flüssiger Haus-Vatter wol umzusehen/was für Art! in seiner Gegcnd/anGüte mdFruchtbarkeit die andern! übertreffe/ solche ihm bey rechter Zeit zu bestellen/ und soll ^