Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
451
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Drittes Buch/Hauß-MuMr.

auch zu verhüten/ daß sie keine Gruben noch Mafen ge-ben: kcc.2. oderz. Gran wolgedorrten Saffran/ denknüpfte in ein rein leinen Tüchlein/ und laß ihn in weis -sen Wein einbaitzen / bis alle 5i nZur und Krafft her-aus gezogen/hernach druck ihn wol aus / und gib diesenSafft den Krancken zu trincken; darauf svll er sich

warm im Bett halten.

Thut dem Patienten die Gurgel wehe/ so nimm denvierdten Theil eines Löffels voll gedörrten Saffran/auch in ein leimn Tuchlein eingebunden / und laß ihn ineiner HM Milch sieden/ bis sie gantz gelb ist/ darinnlaß eii /Stückleinen Tuch sieden/bis es sich wol färbe/bind es ihm an die Gurgel/unter den Kinn/ erkaltet es/bind ein anders über/das wird ohnsehlbar alleSchmer-tzen der Gurgel wegnehmen. Man muß sich keinesSchmaltzes gebrauchen / den Grind der Blattern zusalben/ sondern solche mit dem UnZucm« aibv ein,schmieren; durch dieses Mittel/ sagt bemeldter GrafoiKb/.habe er alle seine Kinder vor denBlatter-Masenerhalten.

Ztem/ schreibt er ferner/das Angesicht vor den Blat-termasen zn erhalten/ sey dieses ein bewahrtes ?r-elcr-v^civ: So bald man erkennet/ daß die Blattern her-auskommen/und sich sehen lassen / so muß man süssesMandel-Oel/ohne Feuer gemacht/nehmen/ damit dasgantze Angesicht/mu einer Feder / oder andern darzutüchtigemDinge überstreichen und bähen/und 5. oder 6.mal darüber fahren/aufdaß es überall wol befeuchtetwerde/ und auch das Oel davon / indem der Kranckeausdem Rucken liegt/hinunter lauste. Darnach nimmgeschlagene Goldblätter/die leg ihm aufdas Angesicht/und über die Augeu/ und bedecke damit wol alle Plätzeund Oerter/so von den Blattern eingenommen sind- Esist auch besser/ daß man 2. Goldblätter aufeinander le-ge/als daßman etwa nicht alles bedecken solle/so wirdin 10. oder 12. Tagen der Grind sich ablösen / herunterfallen/und nicht ein einige Grube oderMafen hinter-lassen.

Vor die Blattern eine geheime Kunst/daß die Kin-der nicht mafccht werden: Wann die Blattern schon9. Tag alt sind/soll man gar ein saubersPfändlcin-neh-men/ein schönesSchmaltz darinn lassen heiß werden/unein frifches Ey darein schlagen und bachen/ doch nichtbraun/sondern es muß weiß bleiben/ wie ein verlohrnesEy/man muß wederEysen noch Messer darzu brauchen/sondern es mit einem höltzern Schäuffelein umkehren/aufder andern Seiten auch bachen / daß es nur weißbleibe/hernach hebt mans auch damit heraus/ lässet dasSchmaltz abfeyhen/und bindet es in ein gar subtiles lin-des Tüchlein/ie subtiler je besser / und schmiert das Kindim Angesicht über und über/ so warm es solches erleidenkan/daß mans nicht brennt/ du must es aber erst thun/wann die Blattern schon y. Tag alt sind/ und zwar frü-he um 5. Uhr/ zu Mittag um 12. Uhr / zu Abends um 7.Uhr/des andern Tages auch also / des dritten Tagesaber nur Morgens um 5 Uhr / und Nachts um 7. Uhr/fo ists gar/und lasst keine Mase; du must aber allzeitein frifches Ey nehmen/ so osst du es brauchst / und denPatienten gar wo> und lang für derLufft hüten.

Gleich im Ausschlagen der Blattern/ soll man also-bald das Gesicht mit 8piritu Vini ivivrrbissto, 2.Tagelang/zu unterschiedlichen malen überstreichen / hernach8sccbarum ?lumbi mit Rosen-Wasser vermischen / ein

l. THetk. '

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i leinen Tuch darein wuchcn/imdüberdas Gesicht fchla-gen/oder mit einer Feder das Gesichtdamu überfahren/das soll keine Musen werden lassen/wie die

Luriolorum^ä unnum 4.S5/. Oblorvat. 60.iZtionc O. ^ncl. bezeugen.

Ilicm in ^p^cnäii^:anni 6^7.Fc>i. 192. sagNMaN

nehme ein Stuck alten Speck/ zünde solchen an über!einer Schüssel voll Milchraums/und das hinein abtrie-sendeFttte sammle man mit einem silbern Löffel/streichesolches mit einem Pensel an die zeitigen !md iwch nichtdürren Blattern/so wird keineMaftn bleiben/ wie es anderKönigin in Polen selbst bewahrt worden. sci-

ciit: ^cciicamclitum t^uiciem vtcleturc^lc^m^iIeXjtccicli maZnT virtutiz Lc utililalis.

Das/ournalcles Zcavan- I'om. 2. sol. ^49. sagt:Wann man in den Kinds-Blattern spintus Vitrioiimit Bier also mischet / daß solches eine annehmlicheSaurendavon bekommt/sey ein absonderlichsbewahr-tes k.cmec!ujm,getruncken wider dieKmds-Blattern/denn es widerstehetder Faulung / stillet die grosse Hitz/und Aufwallung des Geblüts; man kans in derglei-chen hitzigen Kranckheiten für fein orclinsri. Tranckgebrauchen; und setzt ferner darzu: Daß er/durch ebendieses Mittel/einen Unsinnigen habe zum Schlaff undzur Gesundheit gcholffen.Wider die Kindsblattern sollmannach Gelegenheit der Personen/ ist es ein Kind/drey an der Zahl/ einem nntteljahrigenfünffe/und ei-nem gewachsenenMenschen y.SchafLorbeer nehmen/und im rothen Wem/ oder warmen Bier (so man denWein nicht haben möchte) eingeben/wann einem dieKindsblattern beginnen/unter demGesicbtröthlich Her-für zu kommen/des Morgens/und zween Morgen nach-

einander/cictur iKnorarui, ö: milccatur cum taccliakv,

daßes nicht zu gail seye.

Damit keineBlattermasen werden: Schwei-nen Schmaltz 4.Unzen/wafch es zum öffiern im frischenWasser/letzlich in einem gutenWegric! t-und ein wenigRosen-Wasser/ darunter mische zi?. Sperma ccti,jist sehr bewahrt/dienet auch für allen Brand / und der-gleichen besorgende Narben; woferne man frischesSchweintn-Schmaitz nicht haben kan/nehme man fri-schen Speck/und stoste zum öfftern ein glühendes Cysendarein/und laß es in ein frisches Wasser abmessen/ vondiesem Herabgetropfften nehme man 4. Unzen/und aufobige Weise/wie dasSchmaltz gewaschen / vermengetund gebraucht.

äjioümäris sagt: Sauerampffer-Saame vfft ge-nützt/vertreibe dieWürm in den Bauch; oder bittereMandel-Oel offt gebraucht / oder Kvrbelkraut-Safftmit Esiiggetruncken nüchtern./tödtet die «spulwürme/disthun auch?iiuiT ex L-iibanc», oder Poley-Safftmit einer Clystier in den Leib gelassen / oder spitzigenWegricht-Safft getruncken; Item/ ein Pflaster ge-macht von Rauten und Honig/und aufden Nabel ge-legt.

Welchem Kind der Nabel zu weit heraus gienge/dem soll man Durchwachs-Kraut und Saamen dar-auf binden/ ergeht bald wieder hinein.

Wann einKind gantz abgewehret/und nicht zunehmenwill/so schmier ihn bey demOsen den gantzenRücken mitzerlassen enJungsrauwachs/und laß es darauf schwitzen

Wann einKind nicht schlaffen kan: NimmMuscat-nnß-Oel/schmier ihm dieSchläse und denNabel damit.

^ Lll ij ttsimont