Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
448
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Des Adelichen Land - unv üelv-Lebenö

es in einHäfelein/gieß gar guten starcken Wein daran/laß es fein wol verdeckt steden/nim dann Wollenkraut-oderHilnmelbrandblühe-Oel/ machöwarm/ und tun-. cke das Büschlein mit den Ringelblumen darein/drucksziemlich aus/ und drucke das/ was unrecht für dem Leibgebet/damit hmeiu/ drucks fein je länger je mehr hinein/und diß thueso offt/ bis es darinnen bleckt/ es muß offtms Oel getunckt werden.

Die Nachwehen zu stillen :Es soll keine Frau so un-leidttch seyn/daß siedieNachwehen zu bald vertreibe/eskommen sonst gar grosse und gefahrliche Zustände her-! nach/aber dieSchmertzcn zu lindern / mag sie ohn allenSchaden nachfolgendes gebrauchen: Man mache gelbVeyel-Oelwarm/ und salbe den Ort/ wodergrösteSchmertzen ist / lege es auch mitvierfachen Tüchleinwarm über den Schoos/ und thue das gar offt; Oderman nehme Pappelkraut und Hopffen/emes so viel alsdes andern / thue es in zwey (sacklein / siede sie imWasser/ solange/ bis der Rauch vomHopssen verge-het/drucke das Säcklein wol aus / und richte es seingleich auseinander/ und lege auf den Schmertzen daseine/ das andere aber auffdemRucken über das Creutz/wird es kalt / so wärme man es wieder in der Brühe/gebt ihr auch Zitwer in ihrer Brühe gesotten/fein offtwarm zu trincken/ diß legt die reissende Winde / diegemeiniglich die grossen Nachwehen verursachen/ undofft wol mehr von Winden / als von Wehen kommt;hielten aber dieSchmertzen so lang an/so gebe man eineClystier / wie es vorKindsbetterinnen dienlich ist/vonPappeln/Camillen/ Ringelblumen und Hühnerbrühegesotten/ mit Butter/Zucker/ einen Eyerdottern und einwenig Saltz.

Alsbald eine Frau gantz entlediget ist/und sie die dreyBisten Brod und das Trüncklein Wasser genommen/soll man ein ncugelegtesEy nur dreyWälle thun lassen/den Dotter auf einen Löffel thun/ und einen Messerspitzgeriebenen Saffran darzu rühren/ und der Frauen ein-geben/ sie kan gleich eine Suppen darauftrincken/ istgewaltig gut für den Brand / und was sonst ungesundbeyder.Frauen ist.

Ist ein Kindbetterin mit Gries und Stein beladen/diesoll 8. oder 9. Tage nach der Geburt/ alle Tag drey-mal/ folgenden Wein trmcken : Man stosse i. LothKrebs-Augen / gröblicht/ giesse darauf ein SeidelFrancken-Wein/ laß es etliche Stunden stehen / danndurch ein Tüchlein gefiegen/ und also getruncken/ dißist wol ein gering-scheinendes schlechtes Mittel/ aber' aus vielen Ursachen einer Frauen sehr dienlich ; derWein verliert seinen gewöhnlichen Geschmack / undnimmt gantz einen anderen sich.

Ein gar gewisses und offt bewährtes^-älblein/wanneiner Frauen Blätterlein im Leib auf-fahren/ daß es ge-schwillt/ rohe und hitzig ist / heilet auch rohe und ver-wundte Schäden/ inn-und ausser der Geburt: Nimmvon dem sauren geläuterten Geiß-Butter eines halbenEyes groß/laß in einem Tiegelein zergehen / und dannwiede5-überkühlen/ darnach schlag von zweyen neuge-legten Eyren den Dorter drein / rührs gar wol darin-nen ab/nimm auch von 4. gar guten und nicht verdorbe-nen welschen Nüssen/ die Kern / ziehe ihnen mit heissemWasser die Haut ab . wie den Mandeln/reibs gar klein/nimm auch Sinau-Kraut/ druck den Safftaus/destennimm 2. Löffel voll, thue diese zweyStück zu dem Geiß-

Butterund Eyerdottern/und laß es fein gemach sieden/so wird ein Sälblein daraus/(ist aber das Sinaukrautdön / so mach gar ein zartes Pülverlein daraus / rühres jedoch nicht in den Butter / sondern streu es nur inden Schaden) nimm hernach das Sälblein und Icasdarüber/doch allemal/ehe man es auflegt/soll derScha-den mit Wasser/ darinnenFenchelwurtzenundBrau-nellenkraut gesotten hat/ gewaschen werden/sind grosieSchäden damit geheilet/ worden/ und ist bewährt.

Wann eine Frau/nach ver Geburt/am vordernLeibgrosse Hitz bekommt/und gar rohe im Leib ist /daß sie esbrennt und schmertzet: Nehmt breiten Wegricht -undweiß Lilien - Wasser / eines so viel als des andern/ undwascht euch mit einem Schwämmlein fein rein/ dochdaß das Wasser laulicht sey / und nach dem Waschenstreuet geflossene und reingefäheteKüttenkern darein /das thut des Tages dreymal / so lang biß es besserwird.

Wann eine Frau/ nach der Geburt/ im Schloß undan der Geburt hart geschwollen ist/ so nehmt denOndes Tuchs/ darauf das Geblüt am meisten gefallen /schneidet es aus/ undbrenntsan einem reinen Ort zuAschen /den thut in Sinau-Wegricht-oderin ein fri-sches Wasser-/ darein netzt ein Schwammlein / undwascht die Frau warm offt damit/ legts auf die Ge,schwulst/ es hilfft. Wann nach der Geburi die Mutter«ar unruhig/ und eine Frau grossen Schmertzen leidet:Nehmt die Gall von einem Cchaaf/ und einen halbcnLöffel voll Honig / rührts untereinander ab/und lastsein wenig sieden / streicht davon auf ein Tüchlein / undlegts der Frauen fein wol warm unter den Nabel/ andas Ort / da die Mutter ligt/ es vergeht mit GOttesHülffder Schmertzen.

Wann der Leib nach der Geburt sehr verschwollen:Sied rothen Beyfuß in gutem Wein/ aber nicht lang/nur daß das Kraut wol heiß werde/ legS der Frau über/so warm sie es leiden kan ; Oder nimm Weinrauten/stosse und siede sie in halb Butterund halbOel/zwingsaus / netz ein Tüchlein darinnen / und legs gar warm .über.

Wann einer Frauen von grosser Kinds-Arbeit dasuntere Fell im Nabel anffbricht/ und die Därme ein-tretten / das heile also wie folgt/ist bewährt: NimmRegenwürme aus einem Grab/ da neulich ein Menscheingelegt worden / und laß die rein ausklauben/ und ineinem Mieß sich säubern/aber nicht waschen, stoß sie zueinem Mus/nimm neues Wachs/ mach es aufkoh-len weich / aber nicht im Wasser / mach daraus eineScheiben / daß es eines guten Daumens breit überden Bruch gehet/ und zwey Finger dick sey / darauflegdie gestoßnen Regenwürm/und die Frau leqe sich/ undricht ihr mit einem warmen Tüchlein die Därmen zurecht in dem Leib / und leg das Wachs mit den Wur-men fein warm auf den Bruch / und binds mit einemBund hatt auf/ und machalle Abend wieder ein war-mes auf/ mit andern Regenwürmern/(dieFrau nehmealldieweil sie dieses braucht/ die Wochen dreymal / einhalbes O.uintel gepulverten Arumwurtzen / im war-men Bier ein/ das ist an vielen probirt worden/) thuees nur mit Fleiß / und continuire es; dieser Schadenheilet gar schwerlich / geschiehet es in 4. Wochen/ so ist >es gar bald / und geschiehet selten eher; darum muß eineFrau zu ihr selbst und ihres Leibes Besten nich t ver, drossen