Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
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447
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Drittes Buch / HauS-Multer.

447

groß in einem Löffel voll Poley-Wasser eingegeben ;Oders/, zwey gute Hand voll Beyfuß / laß es verdecktin einem Hasen/ eine Merkel Stund sieden / dann sollmans der Frau / so warm es möglich zu erleiden / überden Bauch legen/treibt die Frucht und die Nachgeburt;Man soll auch einO.uintelSassran in einerGeiß-Milchwol lassen warm werden/ und die Senn-Ader an derNachgeburt damit abwärts bcstrcichen; nimm auch ei-ne oder etliche Sassranblühe / legs aus ein kieineKoh-lcn/und laß der Frauen den Rauch in denMund gehen/es hilfst; oder nimm einen Dattelkern/laß ihn gar heißmacden/ biß aufs Brennen/alsdann gar klein geflossen/und so viel als derKernwigt/noch soviel Muscatblüheklein gesrossen und eingegeben / ist bewährte stoß auch

sichkern/z. Marillenkem/stoß es alles zu reinem Pulver/und gibs der Frauen in warmer Hühnerbrühe e:n/ laßsie fein stille ligen/ es ist mit GOttes Hülffe offt probittworden.

Wann ein Kind nicht recht zur Geburt kommet/daßes sich wieder wendet: Nimm fünffBlätter vom Lor-beerbaum/ laß es die Frau im Munde klein kaum/ undlegs der Frau aufden Nabel/fö wendet sie!' dasKlMmit GOttes Hülff/ alsbald/W anders im Leben.

Man eine Frau ein todtesKind bey ihr hat so nimmzwischen den zweyen Frauen-Tägen Liebstöckel-Saa-menund gepulverte Krebsauaen/, mis5s in gle,cbemGewicht zusammen/ gib der Frauen davon einen gutenMesierspil? im Wein/oder einem Löffel weiß Lilicn-vder

'"smb-wädmKunst, wann das Kind Sb-riw-.ch ^ daßman g-wM Anzchangm ha«/ daßda«Rmdd-sm.innKaÄ-: S° nnnm^ Nch-lk-m, Z-Pf«-1

WasnachderGeburt zuthun.

Ami eine Frau ihrer Tracht und der Nachge-' butt entledigt ist / soll man ihr alsobald drey, - Bissen Brod aus einem frischen Master zuessen/und ein gutesTrünckleinWasser darausgeben;dieHebammsoll alsbald derFrauen Leib mitgutenSäck-lein von weissen Rüben und Kümmel/ in halb Wasser»md halbWein gesotten/auch einen guten TheilGanse-Schmaltz daran gelegt/versehen;istaberdieFrau hizig/so kan man die Säcklein im Bier sieden; oder man neh-me Milch / und lesbarem von der goldfarben Salben/oder nur frisches (^chmaltz/einen Schwammen darinn«enetzt/ der Frauen offt warm vor dem Leib/ bis dieGe-! schwulst sich setzet/ ausgelegt. So bald es möglich/ soll^ sie den Urin in eine Schüssel/ so darzu gehöret/abschla-gen/darein soll man ein vierfaches Tuch netzen/ und sowarm über die Brüste legen / und darauslassen trockenwerden; dis verhütet/ daß sie nicht schwieren. Baldnach genommenen Brod und Wasser/ gebe man dergrauen eine gute abgegossene Dotter-Suppen/ mitlössel voll gar frischen süflen Mandelöl/und soll inner-halb vierStunden solches zum drittenmal wiederholen.Vor dem dritten Tage/als Suppen/ soll sie sonst nichtstrincken/ist aber der Durst so groß/mag sie dieSuppenkühlen laßen/ soll auch vor drey Tagen/ so viel möglich/sich hüten/ aufbetten zu lassen/ ausser/ daß man die Frauvon einemBett in das andere tragen kan/ daß nicht vielzu steigen sey/ dardurch ihr bald ein Schad geschiehet.

Wann aber derFrauenLeib sehrverschwollen wäre/und sie grossen Echmertzen empfände/ soll man nehmenvon rothen Krebsen die Hälslein / doch daß man erst-lich die Hälslein daraus ziehe, dann so viel Butter dar-unter geflossen/ doch so!! man dieHalslein erstlich in ei«nem Mörsel wol abstoßen ehe man dieButter darunterflösset/ daß es oor ein zartes Sälblein werde/ dann da-von aufein Tüchlein qestrichen/und aufden Leib gelegt;, dieses Sälblein muß in der Kühle bleiben/sonst wird esl bald übelriechend deswegen soll man nie zu viel auf ein-^malmachen. Mankan auck/nachder Geburt/alsbaldein zwey-oder dreymal folgendes auflegen:

^der Frauen/e

Man schlage ein oder zwey Eyer ins Schmaltz oderweiß Lilien-oder weiß Rosen-Oel/und dache emPsänz-lein / wie es in Oesterreich genannt wird / und legs derFrauen/ so warm als möglich/ aufden Leib.

Und damit die Milch nicht Schmertzen wache/ sollman nehmen/denselben Tag/ wann die Frau genesen/schwartzrockensBrod/ an einem Riebeisen gerieben/^dann mit Wasser ein dickes Koch gemacht/ ein wenig jGaffer darein geschaben/ auch etliche Blühe Saffran/ idazwischen zwey Tüchlein fein warm übergelegt/ des !Tages zweymal/ so wird man mit GOttes Hü»ff keil»'Schmertzen empfinden/ man kans aufetliche Tage ge-brauchen/biß die Milch sich verlieret. Wann man eine»Frauen die übrige Milch vertreiben will/ (jagt Herzu Zd/) soll man frischen Butter nehmen/ selbigen zer-schmeltzen/ und wann er vom Feuer weg ist/ Brand-wein darein gethan / und es wol miteinander vermi-schen/ und eine Salbe daraus machen damit kan mandie Brüste schmieren/darnach ein blauPappier darüberlegen/und wann es trocken/ soll man die Brüste wiederschmieren/ und also/ bis sich die Milch verlohretu conti-nuiren/ disverhutet auch die Harte und Entzündung.

Das Köchlein für die Schmertzen der Gespinn undBrüste: Nimm ein gutes Bier/und mache mit rockenenBecken-Brod ein frisch glattes Koch / wanns gesottenist/so gieß darzu zw?yLöffel voll Lem-Oel/einenB.wckenrothe Salben/und so viel Butter / z. Eyerdotter / garwolabaerührt/und noch einen Sud thun lassen/ danndie übrige Faisten herab gegossen/von diesem Koch aufein Tüchlein also gcmacht/damit/wie gebräuchlich/ dieWartzlein ausgehen/angestrichen/und zwischen zweyenTüchlein warm über die Brüste gelegt / Morgess undAbends soll man allzeit von der abgesiegenen Faistenein wenig auf die Psiaster streichen / das vertreibet dieGespinn/ und last keine Brust schwieren.i Wann einer Frauen in der Niederkunfft ein Ur>,glück geschehe / daß ihr etwas vor dem Leib gienge/ sonimm ausaezupsste Ringelblumen / binde davon eingutes Büschlein in ein Leinwathes lindes Tüchlein / leg

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