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Th. 1 (1716)
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441
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Drittes Buch/ Hauö-Mutter.

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durch folgendes Mittel errettet: Er habe Kichern ge-kocht/ und wol gesotten/und ihnen die Suppen davongegeben/ 5arnach habe er ihnen gepulvertes Hirschhornund so vielStahel-Pulver/emer halbenCronen schwer/und doppelt soviel Zucker/12. oder 15. Tage nachein-ander/ allzeit Morgens/ eingegeben; und dis soll widerdiesen Zustand ein unfehlbares Hülff -Mittel seyn.

Wder das zu viel fliessende /Ucnitruum, hac i-uöo.vicus Scptattu» fvlqendesMittel mit trefflichem Succelsgebraucht :Jn7.Psund Wasser hat er von dreyen grün-lechtenPomerantzen die Schelffenin subtile Blätleinzerschnitten/und so lang gekocht/biß zweyDrittel davoneingesotten/ das hat er hernach gesiegen/ und 8. oder 9.Unzen davon frühe eingegeben; wann ers noch kräftti-ger haben wollenchabe er eineHand-voll Mausöhrleinoder ?>>oleiia endlich einsieden lassen/und damit habe<r unzählich vielen Frauen geholffen.

Die Mutter zu reinigen, soll kein besser Mittel seyn/

als ksciix öryoniX. die Wurtzen wird zerschnitten UNgeflossen und der Safft in einer Preß ausgedruckt/ dertrübeSafft wird in einein faul ernGeschir: aufbehaltenetliche wenige Tage/ an einem kühlen Ort/ wann manhernach das trübe Wasser gemach abgiesjet/ wird manaufdem Boden Schnec-weisse wie ein Krafft-Mehl/ finden/ die mag man in unterschiedliche gläserneGeschinlein austheilen und im Schatten lasten trockenwerden/so m wenig Stunden geschiehet/ daraus magman Pululen/ io. oder 12. Gran schwer formiren / undein wenigBibergail und äl- tceriäT darunter nehme.

8i mcnttrua nimi, : So nimmeinen grünenLaubfrosch/brenn den in einen Hafen/daß er zwar nichtzu Aschen werde/sondern sich zu Pulver flössen lasse/dißPulver thuein ein klein tassetes Sacklein /.und Hangeseiner solchen Frauen am Hals / du wirst grosse Hülffedavon stmhren/schretbet L>. Minderer m ^leclicink me-

c»>>. cxxxvm.

Was eine schwangere Frau vor der Geburt zu thun habe.

As dieses anlangt/ muß ich frey bekennen/daßes aus meiner Eh eliebsten/Frauen Anna Mar-

garetha/ gebohrner Herrin von Puchaim/

Beytrag und Hülffe ( weitste in solchen Fällen woler-fahren/verstandig und glückseelig ist) geschehen sey; wieich dann nicht in Abrede bin/ daß ich auch in viel andernWeiber- Wirtschaften/ sonderlich im Lonticireo undEinmachen/ dieses etlichmalgethan habe.

Eine schwangere Frau/ wann sie einmal um ein Kindkommen/ wird meistentheils öffters damit angefochten/mit diesem folgenden aber/ hat man/nebst fleißigem Ge-bet und Göttlichem Beystand/vielen Frauen geholffen:Nimm eineHand-vollSalve/legs in eineKandelWas-ftr/darzu thue z. Löffel Hönig/und laß es also verdeckterden vierten Theil einsieden/ man muß grossen Fleiß ha-ben/daß es nicht übergehe/davon soll die Frau alleMorgenS und Abends ein Trüncklein thun/ ist offt und vielprobirtworden. Eine schwangere Frau soll einen spitzigenDiamant/einenAmechyst Malchnstein undHirsch.Creutzel am Hals/ am lincken Arm aber/ ausder Maus/!einen Adlerstein tragen/auch soll sie alle Tage ein wenigvon einer Mistel von Eychen-Baum und Eberwnrtz/eines Gersten-Kernes gros/ essen/soll auchvielObst/Stein,Krebsen essen/ so schadet ihr und dem Kind nichtleichtlich etwas;wan sie aber erschrickr/ solle sie alsobaldmedersitzen/ und etliche KörnleinKümmel essen/und dasWasser abschlagen. Sie soll/ wann sie schwanger ist /nicht lang nüchtern bleiben/auch wenig trockenBrod es,sen/noch solche Ding die blähen u. stopssen/sich nie gä-he zur Erde bucken/etwas daselbst aufzuheben/weil demKind die Senne um das Hälslein kommt/davon es/wann die Hebamm unsürsichtig ist/ leicht ersticken kan/auch nit zu viel übersich langen/weil dem Kind da rdurchdie Senne entzogen wird / daß es vor der Zeit abgehenmuß. Wann sie noch4.oder6.WochenaufdieRech,nung hat solle sie alle Morgen 1. oder 2. Feigen mit etli-chen Fenchei-Körnlein vor der Suppen essen. Um dieseZeit soll sich auch eine Frau an den Lenden beeden Sei-ten und über dem Schloß, Bein mit folgender Sa»ben

^ I Theil.

fieissig schmieren/als: kcc. eine gute Hand-voll Lein-Saamen/gar sauberzwischen znxyenTüchern abgerie-ben/ und dann ein wenig f«num Li^cum und z.^othEybischwurtzen/alles gestossen/und in ein^onnabend-güml oder Beyfuß Wasser geweichet/ an dem Ofen /oder ausder heissenHeerdstatt überNacht stehen lassen/so wird es wie eine Sultz/dann preß es durch ein Tuch/und nimm einen Vierding ungewaschenen Butter/Ko,paun-Schmaltz und Gänse-Fett/jedes 4. Lorh / unterden Schleim oder die Sultz genommen/ wol gesotten /doch nurgemach/ biß sich der Schleim ziemlich ver-kehrt man muß es stets rühren / dann seyhet manswieder durch/und mischt darunter weisses Lilien - Oel/weiß Rosen-Oel/und blau Veyel-Oel/ etwan ei-nes jeden ein paar Löffel voll / und rührts / bis es kaltwird.

Vornemlich ist zumercken / wofür sich eine schwan-gere / ja eine jede verehlichte Frau sonderbarzu hüten;

Nicol -U, Schurtz in seiner neu-eingerichtetenMaterial, Kammer/so zu Nürnberg ,67z. ge-druckt worden/l»i. 106.schreibet: Als^nno,6,8.dieMannsfeldische Armee bey der Stadt Nürnberg vor-bey marchirt/ hat sichs zugetragen/ daß eine ehrlicheBurgers-FraU daselbst/ unter ihrer Garten Thür sol-chem v>arcbc der Armee zusehende/ein Soldaten. Frauunter andern reutendwarnahme/ welche nitallein hochschwanger/ sondern auch noch ein kleines Kind aufdemPferd gehabt/da die Burgers-Frau mit diesenWortenanfieng: Ach lieber GOtt! ihr Leute habt weder Tagnoch Nacht Ruhe / und bringet doch eure Kinder le-bendig fort/ da ich mich doch aufs beste fürsehe/ und kankein Kind zu rechter Zeit auf die Welt bringen ; wel,chesdie Soldaten-Frau wol gehört/ und also geant-wortet ; Frau ihr traget etwas an eurem Leib/ darinneneines gestorben;und ist damit ihresWeegs fortgeritten.Die Burgers - Frau aber dencket diesen Worten nach/uud last ihr gantz neue Kleider machen / der Meynung /! es soite etwan ins künfftig ihr besser gehen / aber ais s ewieder schwanger worden / und das Kind fast auf die

^Kkk Helffte