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Th. 1 (1716)
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442
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Des Adclichen Land-und Feld-Lebens

HeMegebracht/geschahe ihreben/wie zuvor etlichema-len/ daß ihr das Kind abgi eng/hielt also der Soldaten-FrauenWort nicht für warhafftig; aber endlich besinntjle sich/daß sie einenRing an ihrem Finger trug/ weicherthrerMutter seeligen/nach ihremTodte von dem Fingerabgezogen worden / und ihr/inTheilung der Verlassen-schafft/ zugefallen/ ziehet solchen gleich ab / und läßt ihnverschlmltzen/da solches geschehen/hat sie/nächstGOt-tes Hülffe / Söhn und Töchter getragen / und gesundzur Welt gebracht/welche biß cl^to noch im Leben sind/«ndwiederKinder gezeuget haben; ist ein gutes^cmc»-riais für schwangere Frauen / daß sie vor dergleichenSachen sich hüten und vorsehen mögen.

Es soll auch eineFrau/die noch etwan 8. oder S.Wo-chen vor ihr hat/ bißweilen im Wasser baden / nicht zuheiß/ auch nicht weiter dann biß aus den Nabel / damitdas Kind Platz habe / auch soll sie im Bad auf einemSack/der mitCamillen/HabernundLein-Saamen ge-füllt und wol gesotten ist / sitzen/ auch ein Säcklein mitCamillenundLein-Saamen aufdieReyhen und überdie Schoos legen/das erweicht dieSchloß-Bein; wansie eine halbe oder z. Viertel Stund im Bad bleibt/PSgenug; wann sie aus dem Bad gehet/soll sie dieHand inein kaltes Wasser flössen / und mit «dichter Hand überdasCreutz/auch an beydenSeiten am Bauch sich strei-chen/ daß sie gleichsam erschrickt/ nur ein wenig / ist garnützlich für das Anwachsen.

Wann sich eine schwangere Frau anfangs übel befin-det/ soll sie alle Morgen drey geschwellte Mandeln / ineinem Seidel Hönig/ (das auf ein halb Pfund genugjst)so mitWein/Saphcy-Wasser und ein wenigEyer-klar geläutert/ auch einegantze Muscatnuß darein ge-schaben ist/ eintuncken und essen / oder die Mandelngleich dämmen weichen lassen/ und taglich davon brau-chen/ es stärckt Mutter und Kind

Wann eine schwangere Frau ihre Rosen anstieß/ sosoll man ihr von Stund an z. oder 4. Mastix-Körnlein/mit drey Vögelein aus den Eyren/ und drey Saffran-Blühe eingeben/ auch soll man einen Löffel voll Honig/und ein ungebeuteltes Rocken-Mehl ( man heisst esStaub-Mehl) nehmen / ein Taiglein anmachen/ undeinwenigNägelstupp daruntermischen/und auffeinemTüchlein warm aus den Nabel legen; oder man nehme' eine rockeneSchnitten Brod/bähe sie/ schabe eine halbeMuscatnuß darauf/bestreichs mit gutem Wein/und leges fein warm auf den Nabel ; oder man nehme dasWeisst von einem Ey/ zerschlags zu einem Faim/ neh-me darunter 2. Löffel vollRossen-Wafler/mache aus ei-nem hänffen Werck ein Hand - breites und Daum-dickesPflaster/ tuncks in daswol-abgeklopffte Eyer-klar/ und legs der Frauen fein laulicht auf den Nabel/und daß sie sich zu Bette lege/ und also 2. oder z.Stun-den ligen bleibe/ so wirds mit GOttes Hülffe besser ;man kan auch drey Schnittlein brätiges Rindfleisch imWein lassen einen Sud thun / dann auf einen Rostlegen/ mir Nägelstupp bestreuen / und eines und dasändert anfden Nabel legen.

Man halt auch dafür/ eine schwangere Frau sollvonkeinem Prüsel essen / es soll den Kindern schaden/ daßsie gemeiniglich einen Bruch davon bekommen.

Äann einer Frauen Rechnung aus ist/ und sie keineZeit mch: vor ihr hat/nehme man einer halben welschenNuß großweissenAgtstein/ gröblicht zerstossen/ giesse

daran einSeidel weisses Lilien-Wasser/behalt es in et-nemGlas wol verwahrt/ bis die Geburts.Zeit verHan-den/dann lasse man die Frau davon einen guken Trunckthun/befördert mir GOttes Hülffe die Geburt/ und istbewährt. Auch soll eine Frau 4. oders.Wochen vor derGeburt/ alle Morgen ein klein Löffelein voll gar wol ge,schnitten Fünfffingerkraut in ein Ey lassen rühren/ undein Pfänzel oder Sträublem davon dachen lassen/ undessen/ auch täglich ein-oder zweymal siiß Mandel-Oelin einer Suppen brauchen.

Wann einer Frauen der Fluß so starck gehet/ daßman sich des Hertz-Geblütes/ odereiner unrechtenTracht/ die hinweg soll/ besorget/ so brauch dieses/ daserhalt das gute Geblüt/ und muß das böse fort: Nimmeine halbeMaasWein-Effig/leg darein einesEyesgrvßSehmaltz/ einer Bohnen groß gestoßne Kreiden/ dreyMesserspitz Flschbein/ wie manö in der Apochecken hat/und wie es die Goldschmiede gebrauchen/ alles in einenHafen gethan/und auseiner Glut sieden lassen / (manmuß aber wol in acht nehmen/ daß es nicht übergehe/)sied es so lang als ein hartes paar Eyer; wolte nun dcrFluß zu starck gehen / so netze man ein vierfaches Tuch /drucks gar wol wieder aus / und legs der Frauen feinwarm/ als möglich / auf den Leib/ wanns erkaltet/ nurwieder gewärmet und übergeschlagen/es erhält das gu,te Geblüt; man kan auch Tücher darinn netzen/ undzwischen die Brüste / a«ch unter beede Arme legen/ eswehret den Ohnmächten. Folgendes ist auch gut: Mansoll ein Semmel in Milch sieden/ ein wenig Essig dar,angießen / daß die Milch gerinne/ dann soll man einOuintlein prTpsrirtc» Fjschbein darein rühren und sie-den lassen/ alsdann/so warm es zu erleiden/ auf denLeib geleget/ wanns kalt ist/ wieder gewarm et / esläst das Hertz-Geblüt nicht gehen / und treibet nur das,Bvse weg.

- Folget ein Pflaster/so auch das Mißlingen verhütet:Man nehme Z .Loth Wachs/4 Loth i^auclanum, 1. LothweissenWeyrauch/ i.Loth ktorax cslamits, i.Lothkoenum Lliecum, einLotl)rothe Rosen / und I .Loth0I-UM lUyrti, aus dcr Apotecken/ aus diesen mußman ein Pflaster machen/und derFrauen ausdieLendcnlegen/ und so lang ligen lassen/ bis das Geblüt sich ver-stellet; dis Pflaster ist trefflich gut/ die Kinder zu erhal-ten/ und die Feuchtigkeit zu trocken.

Wann einer Frauen das Kind will abgehen / undsi ch böse Zeichen ereignen/ so nimm drey Löffel voll Ro-sen-Wasser/ ein Eyerklar/ und ein Viertel von einerMusiatnuß geschaben/ alls woll untereinander abge-schlagen/aus ein hänffenWerck/das wie einPflaster ge-macht sey/gethan/ und dcr Frauen sein laulicht aufdenNabel gelegt/und daß sie sein still am Rucken ligen blei-be/ auch daß man ihr ein Hirsch-Lreutz im Wein ein-gebe ; man kan ihr auch breit Wegricht - Wasser /warm mit einem Tüchlein über die Reyhen legen.Mansoll Klapper-Rosen-Essig warm machen / einen rothenZendel/oder imMangel dessen/ ein vierfaches Tüchlein/das drey Finger-breit/ und ein wenig länger sey/dareingetunckt/und derFrauen zwischen die Brüste biß aufsHertz-Grüblein / fein warm gelegt / auch unter beedeKmebiegen ; wanns trocken wird/wieder genetzt; imMangel des Essigs / nehme man das ausgebrennteWasser davon / und brauche es also.Man nehme auchdrey Messerspitz Galgant / Mus cat nuß/Zimm e t und^ Saffcan