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Th. 1 (1716)
Entstehung
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438
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De6 Adelichen Land - und Feld - Lebens

cxxxvi.

Von allerley Gisst und dessen Widerstand.

)Ber die vielfältige Kranckheiten / denen dermenschliche Leib unterworssen/sind auch unzah-liche GW/welche einen Menschen geschwind /»der mählich/ nach Stärcke ihrer Etgenschasst/todtenund umbringen/ als allerley Metall/ Mineralien/ Ertz-stein/ Marcasit/ Bleyweiß/ Quecksilber/ das Lubii.malum und ?rztciszilolum Zmober/ /Xntimonium ,^rlcnicum, ^uripiZmcnr. Alaun/ Gips/ Lalsmrno»niscum, gorax Glas-Gall / I^apis derMa^gnet und Diamant / die alie diemenschliche Natur an-greissen und-iccriren/ theils aber gantz zerstören ; damuß man alsobald mitBaum-Oel und warmen oderlauttchten Wasser zum Brechen sich bewegen; Jt.durchallerhand gute ^Nli6cita?'erras sszill.'taz frisch gemol-ckene Kühe-Milch / durch Zittwer-Wein und andereweissen Agtstein/ dem Schleim von denKutten-Kern/ vorkommen.

Wunden/ so mitvergisstetem Gewehr oder Kugelngeschehen/muß man mit warmen rothenWein in demeticorclium, Centauer/ ^^rimoniz und Ehrenpreiß cjc-coquirt worden/auswaschen/hernach schwitzende undGifft-treibende / auch Hertz-stärckende Artzeneyen ein-nehmen/ und das Gisst per Lucurbitulam ausziehen.

So sind auch so viel gifftige Thier/die den Menschenmit ihrem Biß / ^tich/ Anrühren/ Speichel/ Harn/und Anhauchen/Schaden zufügen/als alle Schlangen/Nattern / da muß das gebissene Glied oben und untenfestgebunden/ geschrepsst/und das Gisst mit einem Laß-Kopssausgezogen/und mit demBlutexlu^rt/ hernachmit l'ti-ri.ica mit Enzian-Pulver / oder

Geiß-Lorbeern mit Esiig/Pech/Wachs und Schwefelaufgelegt werden. Auch wird erst-besagterTheriacmitWein eingenommen / und darauf geschwitzt / undtrinckt man Wein/ darinn 8corcj>um und Rinden vonEfchen-Holtz gelegen ; man muß lassen die Wundensehr langsam zuheilen.

Wann einen ein gisstiges Thier gebissen/ soll manden Ort alsobald mit seinem eigenen Speichelbestrei-chen/ oder das Hertz oder Hirn einer Hennen/ oder denMist von einem Bock zu einem Pflaster machen / oderimWein gekochte Fliegen oder zerflossene Bienen/oder

Knoblauch/ oder Quendel zerstossen darauf legen/ wie?. 1/lkovvkk/äc kc szrölia p. 664, schreibt/ dersagt auch ferner: ()ui frccjucnt Ui bsccis juniperi ve-lcimr, libcr cli^ vcncno.

Die Krotten beschädigen den Menschen mit ihremHauchen und Harn/ so wolals auch die Kräuter/ dar«über sie kriechen/ und dabey sie sich aufhalten; wann je-mand verglsstet worden vvn ihnen/ der nehme z.Tagenacheinander 1 Kcnscam mit Wein oder Rautenwas-ser/ und schwitze damit; der ungereinigte Ort muß mitgesaltzenem Wasser alsobald und darauf mit Rosen-Oel angeschmieret / und starcker Wein libcraiiter dar-aufaenossen uiid getruncken werden.

ÄZann einemMenfchen ein Fuß oder anders Gliedgähling geschwillt/ daß man besorgt/ es komme von ei,! nemgifftigen Kraut/ Thier oder Anrühren her/soll mannur gleich nehmen Gänse-Fett/ Scor-oo-rz-^Vurtzen/und dieBlätter?ianti ,tzinis marin«, mache eine Sal-ben daraus/ und brauche sie auswendig und inwendig /so wird es bald besser werden/ wie l). 5Kom. karikolin. in 4Äis i^ssnicns. Vol. 2. Odlcrv izo. bezeuget.

Auf den Spinnen-Stich/ soll man alsobald frischeErden reiben; es sind auch die Eqeln / Maus und Ra-tzen/Eydechftn/ die Spanische Mucken / dieHomeißund Wespen/Fledermäus und dergleichen/ den Men-schen überaus schädlich; darwider bey den kiccjicis al-lerhand Kcmcclia zu finden/ die der Kürtze halber allhierausgelassen worden.

Uber diß gibt es allerley gisstige Gewächse / als Eisenhütlein/ Opium, Wolsssmilch/ Kellerhals/ Schier,ling/ Wunderbaum/ Bilsen/Nachtschatten/Man-dragora / grüner Coriander und dessen Sasst vomKraut/ weifje und schwache Nießwurtz/ Coloquinten/Eyclamen/ l^anunculus, Eibenber/diux Vomicsk^Vletclla , kupkorbium, klos ^sricanus, und derglei-chen unzehliche mehr ; wie auch allerley gefährlicheSchwammen / welche ein gelehrter Mann Ven-numvoluntarium nennet/ darwider man bey bewahreten.iVicclicis Rath und Hülsse suchen/ Interim aber mit'Gisst,treibenden und ciiapkorctischen Mitteln sich ber-sichernkan.

cxxxvil.

Frauen-Kranckheiten-

^ O provocanlja l^enNrus : Morgens nüchterneinQuintlein gelbeAmbra klein gepülvert in weis-sem Wein getruncken ; oder man soll z. Morgennacheinander von einer mit Petersil/Fenchel/Spargelund vuucu» gefüllten und gesottenenTaubcn/(bis dreyViertel eingesotten ) und die Tauben zwischen zweyTeilern wo! ausgedruckt/ trincken.

Item in ein Bad gesessen/ darinnen Beyfuß / Ca-millen/ Sevenbaum/Melilot/ Katzenmüntz/ Lorbeer /Wolgemuth / Poley / Roßmarin / cs>-,mrnta inSackiein gesotten ist. cvmprimcncl-i Lc scclsncis

menstrus sind alle Mittel dienlich / die Wider die rotheRuhr gebraucht werden.

Wider die 8uttocslioncm Uteri braucht man Me-thridat in Wermuth-Wasser getruncken / stmckendeSachen/ als Asanck/ Rebhüner-Federn /und gebrannte Wolle gerochen/ und unten wolriechcn,de Sachen gebraucht.

korciitis Lcnt. z. Obs. 14. sagt: Er habe unzähüchosst probirt/ daß die obern Gipssel von dem weissen!Uarrubi» vderAndorn in weissen Wein inlunclirt, und> Abends/drey Tage nacheinander getruncken/ so wol die

Monat-