4Z6
Drö Adelickcn Land- und Zc!d-Lcbenö
Den inticikten soll mangle ersten 24.Slunden nicht-schlaffen lassen/ darnach mag erschlaffen/ aber mchtviel/ der Leib soll vffen gehalten werden ; ist er vonstarckcrLompiexivn,und will suschesWasser trincken/muß er mcht wenigund offt/sondern einen grossen star-ckenTrunck thun. So bald er sich glaubt-nkcirt zu jeyn/soll er cm O.umtelkvl«-, meni gepulvert in Rosen-Was-ser und weissen Wein trincken/ und wieder brechen/undsoll dis zwey oder dreymal wiederholen/der öolarmcnmuß also prse^zi iret seyn: Stoß/ soviel du iwlarmcniwillt/zu Pulver / laß es ein paar Stund in Saueram-pfer-Wasser weichen/ laß es wieder am schatten tro-cken werden/ thu es also zum dritten und vierdtenmahl/und trockne es allzeit wieder/ mach es endlich zu Pul-ver; also kan mans in einem ledernen Säcklem auf-heben/ bis man es bedarff.
Ein anders köstliches Pulver: Nimm Roßmarin 2.Unzen/Wermuth i.Unz/Alanti. Unz/Sc^biols undCen-tauer/jedes eine halbe Unzen / pulvere alles und ver-meng es/ gib davon dem Krancken einer Bohnen großin starcken Rosen-Essig einen silbern Löffel voll/ laß ihnschwitzen/ so wirds mit GOttes Hülff besser werden.Oder'kcc. Ringelblumen in einem Mörser zerstossen/mu warmen Wasser den Saffrheraus gedruckt/ undmit samt dem warmen Wasser ein halbesGlaßlein volldem Patienten eingegeben / lasset das Gisst nicht zumHertzen kommen/ und wann mans von 6. zu 6. Stun-den wiederholet/ wird man durch GOttes Gnad erle-digt. Man muß auch stracks Aderlässen > viel oder we-nig/ nachdem die Person ist/ und nicht viel nach des Ca-lendersZeichen gaffen doch massig/und lieber aufzwey-mal/a!s einmal gar zu viel; in diesem ist eines guten wie-6ic> Rath zu folgen; man kan auch unter der Zungenlassen: Welchen Personen aber man nicht lasten darff/denen soll man Ventosen setzen / nachdem die Pest aneinen Ort ausgebrochen.
Wann der Patient einen Beulen bekommen / mußman einen weissenZwiebel nehmen so groß man ihn ha-ben kan/in der Mitten ein wenig ausholen/mit Venedt-schen Theriac und Limonien-Safft ausfüllen/ und dasLoch wieder mit dem Stuck/was man heraus genom-men/verbinden/in Papier wickeln , und unter demAschen^ bey einem gelinden Feuer / braten/ und alsowarm/wie es zu erleiden/überlegen; man muß aber et-liche Zwiebel also zurichten/ daß man sie von zwey zuzwey Stunden abwechseln kan; schadet auch nicht/wann man etliche also zugerichtete Zwiebeln ausdru-cket/ und den Patienten den Safft davon zu trinckengibt.
Setz einenKesselvoll frisches Wasser in ein Zimmer/das ziehet denGifft an sich / und wirst du des Morgenssehen/wie das Gifft oben auf dem Wasser schwebet;Oder häng ein kupffernes Geschirrvoll Wassern, dieHöhe/ das wird die gifftigen Dämpfte des Zimmersan sich'ziehen/und oben wie ein Häutlein werden/ je di-cker selbiges ist/je mehr Gifft hat es an sich gezogen.
Für die Pest: kcc. 1. Pfund Sauerklee/ stoß es einehalbe Stund lang allein / darnach thu darzu z. Pfundfeinen Zucker/rem gepulvert / stoß es wol miteinander/hernach nimm 4. Unzen Michridat oder Orvicranum,stoß es mit dem vorigen aucb eine halbe Stund lang/und meß es in ein veralasirt Geschirr/nimm davon zurPest-Zeit einer Muscatnuß groß Morgens nüchtern ;
befindest du dich aber etwan angesteckt/nimm doppeltso viel: Dis ist alles aus Herrn Artzneyen.
^jioiiinaris sagt: Sauerampffer rmt Therme ge-mischt/ ist gut wtder die Pest.
Rauc!>Pulver für böse Lufft: Nimm Wacholder-beer/ die oberste Gipffeln von Wermuth und Schaf-garben/ die Blätter von jungen Eichbaumcn / jedes einPfund/Agtstein 6.Loth/ Weyrauch und Myrrhen / je-des 4. Loth/i.suci->num 2. Loth/ mach alles zu groblich-tem Pulver / davon wirff nach Nothdurfft auf guteKohlen/ die weder stmcken noch rauchen.
Man kan auch dieses Pulvers ein wenig in einSäck-lein binden/in Rosen-Essig mit Rautenblättern wei-chen/ und damit die Pulsen und beede Schlaffe be-streichen/darnach an den Hals hängen/und offt daranriechen.
Jtem/Wacholderbeer/Thymian jedes 8. Loth/Ma-stix/Lorbeer/ jedes-'2. Loth/Scorsci» z. Loch/Benzoin anderthalbLoth eychen Laub eine halbe Handvoll/ und ein wenig Pilsen-Saamen/ alles zu grobemPulver gestossen/ und damit geraucht. Item / dis istauch ein guter Rauch zur Pest-Zeit: Kranawe-then-Scheitlem 1. Pfund/ Cypressen Holtz ein Vier-tels Psund/Kranawethbeer em halbPfund/Weyrauch4. Loth/ Myrrhen 5. Loth / gestossne Weinrauten zweyLoth/ Oi-üam, Zittwer/ Tormemill / Benzoin jedes einLoth/ geflossen/ gemengt und gebraucht.
Für die Pest: Nimm grünen Hanff/ zerstoß ihn/unddruck den Safft aus / vermische ihn mit ein wenigWein und Essig/thue einer Bohnen groß Theriac dar-unter/ treibs wol ab/ und gibs ein / laß den Patientenwol daraufschwitzen; Item nimm Campher/Himmel-brand-Wurtzel/ Cubeben/ Coriander/gedörrten Sal-ve/gemeinen Äümm/ welschen Kümm/ gedörrte undgeschälte Lorbeer/ Anis/ dürre Weinrauten / gedörrteKranawethbeer/ weissen Ingwer/ Angelica-Wurtzel/Cardobenedicl-Pulver/jedes i.Loth/ braunen Zucker-Candi y. Loth/ Krayenaugel oder 4. darnach sie großsind/Ainhacken-Wurtzeli.Loth/ alles klein gestossen/durchgesahet/gemischet/ und in einem wol-verwahrtenGlas behalten/davon mag man alle Morgen/so vielman zwischen zweyen Fingern fassen kan / einnehmen/wer aber schon angesteckt wäre/ der mag einen ziemli-chen Löffel voll in Weinrauten-Wasser einnehmen.
I'cmporc ?ekis: Nimm eine dürre Krot/ und hän-ge sie über die Haus-Thür; Oder nimm die Beer undGipffel von Wacholdern / sieds in einem grossen Kes-sel mit Wasser/und bespreng das Haus täglich zweyoder dreymal/so treibt es allen bösen Dunst aus demHause.
intcQinn»-Brandwein: NimmMeisterwurtz/Nat-terwurtz/Bibenellen/ Baldrian/Tormentill/ Entian/der soll zu Ende der Hunds - Tage gegraben werden/
Teuffelsabbiß/viQam,Ange!icajedcs 2. Loth/Zittwer
und Calmus/jedes einLoth/schneid alles klein in ein glä-serne Flaschen/ thu darauf ein Maß des besten Brand-weins/ vermachs gar wol/ laß es also 14. Tage stelln/darnach nimm alle Morgen nüchtern eiuen halben Löf-fel voll/faste z. Stunde darauf; wann jemanden diePest anstösst/der trincke drey oder vier Löffel voll / fastedaraufz. Stunden/ lege sich und schwitze wo! darM/hernach laß er sich mit weisser reiner Leinwath abtrock-nen : vorher kan man eine Ader öffnen lassen / wann es
einen