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Th. 1 (1716)
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435
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Drittes Buch/Haus-Muttcr.

435

esohngefehrden dritten Theil einsieden/laß eshernachvermacht im Keller über Nacht stehen / drucks alsdanndurch einsaubürTuchin ein Glas/ oder anders Ge-schirr/und so bald ein Mensch kranck wird/ so gib einemErwachsenen z/einem Zungen aber2. Löffel voll/ undlaß sie wol darauf schwitzen.

Für die Ungarische Kranckheit gibt v. csrckiuciuzaus Herrn Carrichter diese Cur: Nimm zween Kutten/schneid jeden in acht Spältlem/thue darüber fünffKan-nen Wasser/ und Salveblühe eine halbe Hand volldarzu/laßes halb einsieden/ und gibs dem Kranckenkaltzutrincken/und gieb ihm nichts anders; sind aberKutten nicht vorhanden / so nimm 8. LothDistelwurtzdarfür/und sied es/ wie erst gemeldt ist; Item mach einPflaster aus Genserichkraut mit Essig und Saltz / undleg es aufdie Fußsohlen / Pulsen und Schlaffe/ ver-neure es taglich dreymal.

In Ungarischen Kranckheiten und andern hitzigenFiebern/ nimm Saffran/ Eyerklar und Campher zu-sammen gemischt/ und ein grosses Pflaster/ Spannenweit/ lang und breit/ ausden blossen Leib über dasHertzgeschlagen/ so verliert sich alle Hitze.

Die Bräune zu verhüten -.(welche gern bey hitzigenKranckheiten zu kommen pfleget:) Nimm Prunellen-jWasser ein Kandel / thue darein geflossenen Kutten-Safft/wanns aber überHand nimmt/ so thue z. Löffelvoll Weinschärling-öerberis-Safft darein/ damit kan

? man sich gurgeln/ schadet auch nicht/wann schon wasI davon in den Leib kommt.

' Für die Ungarische Kranckheit und Hertz-Bräune:, Nimm lebendige Krebsen / ohngefehr zehen / thue dasAederlein oder die Gall davon hinweg/zerstosse sie in ei-nem Mörser/ drucks durch / vermische es mit Röhrl-oderSauerampffer-Wasser/ein wenig Campher/ 5al-armoniac. öolarmeni , und Hauswurtzel-Safft dar-unter gemischt/und dem Krancken zu trincken gegeben;das prsp-nrte Hirschhorn ist von sonderlichen Kräff-ten in dergleichen hitzigen Kranckheiten.

In hitzigen/ als Ungarischen Kranckheiten und ?->tccckicn sind ( wie O Minderer m ciicins ilttsrischreibet) die Purgationen gantz untüchtig/iDeil sie dasebuilirende und tobende Geblüt noch mehr 5 ertulki.ren/den Leib schwachen/und dennoch kein Gisst austrei-ben; das Aderlassen ingleichen sey gantz schädlich / undsterben in den pcr-ccb>en schier alle / denen man Blutlässet; das Schwitzen i-st am allersichersten.

Ein Tranck in hitzigen und Ungarischen Kranckhei-ten : kcc. Mandelkern 4. Loth / Plutzerkern 2. Loth/Sauerampffer-Saamen i. O.uintel/alles durcheinan-derwol gestossen/darnach einegantze Semmel genom-men/ ineinAechtring frisches Bronnen, Wasser ge-weicht/alsdann durch ein Tuch gedruckt /die Semmelweggethan/ und mit dem Semmel-Wasser die vbbe-nannten Stücke ausgezogen.

cxxxv.

In5eÄion

u Verhütung dieser gefährlichen und anstecken-den Seuche/soll die Wohnung lüsstig / und vonSonnen beschienen seyn / dardurch die Windestreichen mögen/ die nicht von morastigen/ sondern vongesunden Orten herkommen/ man sollofft Feuer vonKranaweth-Stauöen und Tannen-Holtz machen/ räu-chern mit Weyrauch/ Benzom / i.i,ucianum, Swraxund dergleichen/die Kammern offt mlt Essig und Rosen ^Wasser besprengen/ mit Roßmarm / Salve/ Melissen/Rosen/Nägelein und andern woiriechenden Blumen/nachdems die Zeit gibt/ einstreuen.

Die Höfe/ Wohnungen und Strassen/ sollen reinund sauber gehalten/alle Gestäncke/übelriechende Aus-güsse und Unreinigkeiten abgestellt; die Fleifchbäncke/^tem der Lederer und Weißgärber Werckstätte offt ge-'reinigt/verdachtige Personen/so wol als fremde Kauff-manns-Güter in denStädten und Märckten nicht ein-gelassen oder ausgepackt; die Vieh- und Geflügel-Ställe offt ausgeputzt/ und wo möglich/ damit die Lufftsich nicht inkcire/verhütet werden.

Im Essen und Trinckm soll man massig leben/ amHals Sapphier / Rubin/ Smaragd/ Jachzinken oderGranaten tragen/allzeit etwas wolriechendes bey sichhaben; alle stinckende Rauchen fliehen und meiden; indenSpeisen soll man vieiEssia brauchen/Pomeranzen/Citroni/Limoni/Granat-Aepssel offt nehmen/ item ein-gemachte Nüsse; man soll im Schlaffen und Machendie rechteMaß halten/sich gern üben und cx-rciren/undFleiß haben/ daß der Leib allzeit offen bleibe. WerFon»tanellen hat/sol! sie zu dieser Zeit nicht zuheilen / sicb vorSchwermuth/Forcht und Trauren hüten/und GOt-

I Theil.

oder Pest.

tes Vatterlicher Obsicht und gnadigem Willen sichgantzlich rclZZnixen und ergeben. Zu dieserZeit soll mandie öffentlichen Bader meiden/in wolbestelltenStädtenwerden sie auch gar eingestellt.

Die Piilulen von Aloes und.Mprrhen sind ein gutpr-elervativ, wann man deren ein halb O.uintel schwerallzeit über zwey oder drey Tage mmmt/ und em gutenWein darauftrinckt/ mit Rosen-oder SauerampfferWasser gemengt; etliche nehmens alle Tag/ Morgensund Abends / allzeit das sechste Theil von einem Quin-te! ; in Limoni-Saffl oder gutenWein Sauerampfer/Cardobenedicten- und Nuß-Wasser sinds auch gut.

Man macht auch folgendesinscQion» Wasser: kec.imJunio/Cardobenedict/Pimpenell/8cs ic-'s«. C.cntia.

ns, Galgant/eines soviel als des andern/Sauerampfofer und Teuffelsabbis Kraut/ noch so viel als des an-dern/laß es in weissen Wem und Rosen-Wasser 10.oder i2. Stunden weichen / distillirs darnachl^lar. thu zu jedemPfundKram vorher eine halbeUnzenLolz rmem; dis Wasser muß man in einem engenGlasverwahren/ und auf ein Achtring dieses Wassers mußman eine halbeUntz gepulverten gelben Sandel/ und 1.O.uintel Saffran thun/ und also lassen ein Monat langan der Sonnen stehen; wer sich klagt/mag ein-mittershalbes Trinck Glaslein davon nehmen/mitZucker undZimmet vermischen/und also trincken; dis Wasier istein ?rs<crvaliv, und auch in der Kranckheit m gebrau,cheu: Angelica/Zittwer/. Eberwurtz/

Pimpenell-Wurtz^ Baldrian-Wurtzel/ Teuffels Ab-biß-Wurtz/ Cardomömlein/ Weinrauten und Alant-Wurtzel/ sind auch bewahr t. ^Jiiij . Den