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Th. 1 (1716)
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429
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Drittes Buch/Hauß-Mutm.

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einem Spanischen Priester bekommen / nnd das alle/auch in den Flachsen und Nerven sich befindende Wun-den/in Tag und Nacht heilen solle: Nimm von dem äl-testen Baum-Oel / so du bekommen kanst/z. Unzenvsnreinen Terpentin z. Unzen / gantzes Korn anderthalbUnzen/ St. Johannes-Kram 2. Unzen / (.'ar^uibcne-äiäi-Wnrtzel/ und Valcri isiT- Wurtzel iini I. Un-zen/pnlverisirten Weyrauch 2. Unzen/ ( dieWurtzeln !und Krauter müssen etwas gröblicht zerstossen/in einemHafen gelegt/ und so viel wclsser Wem darauf gegos-sen werden/ daß sie bedeckt seyen ) also lässc mans zweytagelang stehen/darauf thut man das Oel nnd dasKom darzu/ und siedet es/ bis der Wein versotten ha-be/sodann wird es starck ausgepreßt/ der Terpentinund Weyrauch darzu gethan/und wieder ein wenig ge-sotten/und in einem gläsernen Geschirr aufbehalten;man muß es also brauchen - Erstlich wäscht man dieWunden aus mit kaltem Wein/ bestreicht darauf dieWunden mit diesem gewärmten Oei/ oder spritzt eswolgar ein/h efftet oder bmdet die Wunden zusammen/und besalbt das auswendige wieder mit diesem warmenOele/ und legt eine damit eingeölete Leinwad darüber/über dieses ein anders Tuch / so im schwartz-rothenWein geweicht und ausgedruckt ist/ und endlich dar-über eine rruckene Leinwad / und säschet den Schadengebührlichem. /

kx kanz^vü Kl5. Eine leichte Kunst Wunden zuheilen: Nimm spitzigen Wegricht und Weinstein/ zer-stoß es mit H önig/nene ein rein Tüchlein darinnen/undlege es in die Wunden/es reiniget sie/ und heilet bald.

öorcllus Lcnr. l. Odlerv. 96. sagt: Wann eineWunden/von der das Blut nicht recht ausgedruckt ist/zu geschwind zuheilet/und der Schaden davon entzün-det wird/und Schmertzen machet/so nimm ein Glas-lein weGnWem/weifsesHönig das geläutert ist/vierUnzen/und drey Eyerdotter untereinander/ setz es überein gelindes Feuerlein/ rühr es immerdar um / bis derWein verraucht ist/ und das übrige zu einer Salbenwird/ (die Spatel/mit deren man rühret/muß höltzernseyn) damit salbe dich öffrers/so wirds den Schmertzenausziehen/ und vollkommen heilen.

Schiefern / Eysen und Nägel aus den Wunden zuziehen: Koche öivomumrsckcem in Essig/leg es weichgeflossen wie ein Pflaster auf; Item/ eben diese Wur-tzel in Baum-Oel gekocht/ vertreibet alle Narben undMähler; Item frisches Mausöhrl-Krautmit Hasen-Schmaltz/oder in Mangel des frischen Krauts/ dasPulver von der dürren Wurtzel darunter genommen/aufeinTuch-ein gestrichen/ und aufgelegt; Oder diefrische Wurtzel des gememenRvhrs/ärunäo genannt/kiein zerschnitten/ und mit Zwiebeln wol untereinander

l geswssen/oder die Mstossene Röhrwurtzel mit Honigvermeng! / und Pflaster-weise aufgelegt / Met alleSprvsftn tmd Nage» aus.

Wann eines an einer Hand oder andern» Gliedkrumm geschlagen wird/so sollt du/da man ein Rmd-Vleh abjiicht/ das Glied m dem Blut-Basten flössen/und/ so laug es warm ist/darinnen halten/ hernach dasBlut daran laßen trocken werden / nnd es also überNacht behalten.

Die Such von einem Brod-Messer heilen: NimmBlätter vom Durchwachs / legs m Brandwem / undlaß sie stets darinnen liegen; so sich einer geflossen oderverwundet hatte/so treuste von diesem Brandwem hin-ein/ leg auch aus dem Brandwein ein oder mehr Blat-lein auf/und bind ein Tuch darüber/ das thue taglichzweymal/so heilet es/ ohne weitere Sorge/ von Grundheraus/nxmn schon der Stich durch die Hand gieng/doch muß das Messer gleich in ein Stuck 'L7peck geste«cket/und bis zur Heilung darinn gelassen werden.

I) kcinmunöus Minderer in ^icciic'NÄ militarischreibet/ das Baum-Oel und Wein zusammen wolabgerührt/ gewärmet/leinene Bausche darein getunckt/wieder ausgedruckt/wann in die Wunden gelegt/undmir trockenem Gebände oben versehen / und alle zwoStunden abgewechselt/die Schmertzen mildere/ dieGeschwulst lege/reinige und Heils; und sagt/ die Mal-theser-Ritter brauchen meistens dieses Mittel in ihrenCaravanen. Und ferner: Man könne einen köstlichenBalsam zu den Wunden also bereiten: Man nehme ei-nen Theil Baum-Oel/und zwey Theil Wein/siede esmiteinander so lang/bis der Wein versotten ist/und da<Oel/ wann mans ins Feuer wirfft/ nicht mehr prasselt,das kan man mit zarten Fäsern in die Stich und Wun-den legen; du kanst ( sagt er) grosse Wunder damit / s»eine schlechte Artzney es anzusehen ist/verrichten Wiltdu (spricht er weiter) ein köstliches Heil-Sälblem ha-ben/ so nimm eines Ducaten schwer der schönsten ä -c>»rein gepulvert/rühr es in ein Loth geläutertes Honig/zerlaß hernach absonderlich ein LothHirschen-Jnschlet/und rühr es darunter/ so hast du ein gutes Heil-Salb-lein/wann du es mitFäsern in die Wunden legest.Sihedaselbst noch mehr leichte Mittel.

Schrot/ Kugeln/Dorn und Spreussen aus denWunden zuziehen: Dörre lebendige Krebse in einemneuen Hafen/bis sie sich zu Pulver stoßen lassen müßenaber nicht zu Aschen verbrennt seyn/dieses Pulver ver-mische mit Hasen-Schmaltz/ und leg es über; der Pa-tient muß sich aber vor groben ungesunden Speisen hü-ten/und eine gute visr halten/wann die Lur soll glück-lich seyn/dann außerdem/ hat weder der Artzt einigeEhr/ noch der Verwundte Genesung zu hoffen.

cxxx.

Für Schaden an heimlichen Orten/ alte Schäden und

wütende Hundö-Bisse.

^ ?oilll,zri8sagt: Beyfuß mitWein gesotten/und/X den getruncken/ vertreibt alle Gebrechen; Item^äsckoäiii-Wurtzel mit Wein-Hefen gesotten/einPflaste: daraus gemacht und aufdieGefchwulst ge-legt / und hei'et sehr. Item Butter sanfftiget und reini-get alle Geschwür an heimlichen Orten/das thut auch

Aschen von gebrannten Krebsen; oder Fenchel-Wur-tzel in Wein gesotten/ und sich darmtt gebähet; odermit gesottener Müntz / das dienet auch wol zur Ge-schwulst.

Welchem das Gemachte und die Röhren geschwol-len ist/ der nehme einen Löffel voll Semmel-Mehl/ und

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