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De6 Adelichen Land - und Feld - Lebens
QXXVUI.
Vor den kalten Brand/ auch für anderwärts her
entstehende Brände.
Ur den kalten Brand / wann er schon vorhanden! Jteni/die Blätter von St. Johannes-Kraut mit ei-ware: Nimm von der Schmidten das Lösch- ner weissen Zwiebel/wol zusammen gestosten/ Nvscn-^Wasser/Estig/Silberglatt/ Vitriol / Seven-! nndLilien-Oel daran gethan wol mit einande: gemischt/bäum/ Asank/ wol untereinander gekocht/daraus wird! und ausgelegt / einsubm Werck mit Essig und ein we-ein Umschlag / gantz heiß ein Tüchlein darein genetzt/! nig mehr Wasser wohl abgeschlagen/genetzt/und darü-und so warm es seyn kan/ übergeschlagen / und ver- ber gethan. Das Pflaster von grossen Kletten-Blat-bunden / und dieses etlichemal nacheinander gethan;! tern/ mit Eyerklar abgeflossen / heilet den Brand.
Loreiius ccnt. i. vtzlcrv 76. beschreibet ein Wun-der-wirckendes Oel wider die verbrannten Gueder / essey/ auf was Weise es wolle: Nimm Schweinen-Schmeer/ heiß siedend/gieß es über Lorbeer-Blätter:mit diesem Oel bestreich den Brand/ so wirds in dreyenTagen/czusli quvciaw incantomenlo (sc^gt er) heiffen.Wider den Brand vom Feuer: ^ec/Starc!e oder
wann aber das Glied offen wäre / so mmm aus derApotheken/oder bey den Materialisten / UnZucnium^^pliZcum.strc.chs aus ein Tüchlein/und leg es aufden offenen Schaden/ und den obigen Umschlag alsowarm darüber.
Item nimm guten Wein - Estig / sauber gebackenBrod/rein gerieben/Pulver von dürren Wermuth und
Camillen/ thue es zusammen in einen neuen verglasten Amel-Mehl Silberglätt/ Bleyweiß/jedes ein Loth/St.Hafen/laß es sieden/bis es schwartzwird/darnach nim Iohannes-Oel/Rosen-Oel/ jedes drey Loch / neuVitriol 2. Loth/ öoizrmcni I. Loth / Alaun ein halbes Wachs I. Loth/zerlasse das Oel und Wachs über einer
Loth/ thue es hinein / und verbinde alle Stunde denSchaden damit.
Oder nimm ungelöschten Kalch/ gieß Wasser dar-auf/in ein Messinges Becken / rühr es mit zusammen ge-bundenen Besenreisern wol herum / daß es zu einemblauen Wasser werde/ dieses Wasser gieß durch einTuch/oder durch em Fließ-Papier/ in ein Glas/strei-che den Schaden offt damit.
v. Minderer .v^icink miii^n schreibet also :Den kalten Brand löschet saimiax mit Harn/ sonder-lich in des Patienten Urin gesotten/und den Harn über-geschlagen/ (aufein Maaß Harn kan man anderthalb
Avth 8alm>ax nehMM.)
Für den kalten Brand ist dieses Herrn ObristenValenbrogs Mittel/ rctercnlc O. Lzspäro 'I'kcoplüloBierling/ in ^1ec!icamc»it()rum : Kcc.
starcken Wein-Essig/ein wenig Campher/ und einenfrischen Kühe-Kory/ misch es durcheinander/ und schlages alle 6. Stunden um das Glied/ so wird der Brandin 24. Stunden gelöscht seyn.
PapelnundKohlblatter zu Aschen verbrannt/ undeine Lauge davon gegossen/ und übergeschlagen/ löschetden kalten Brand/sonderlich/wann man ein wenig Ho-lunder-Oel darunter thut/ daß mache also: Nimm diegrüne mittlere Rinden/ und siede sie in Oel/ gieß dasOel davon ab/und seyhe es durch / nimm wieder fri-sche grüne Holder-Rinden / wie zuvor/ und verfahrgleicher Massen damit/ und dis thue drey oder viermal/so bekommt das Oel desto mehr Krafft/magst wol einwenig Wein im Sieden zugiessen/ laß ihn aber gantzversieden/ so lang/ bis das Oel im Feuer nicht mehrpraßlet.
Für den Brand vom Feuer/ heissen Wasser/ Oel/Fette/ Pulver und dergleichen/ soll man den verbrann-ten also bald mit Baum-Oel salben / und weisses Mehldaraus saen; Oder ein Tuch mit Limoni-Sasst/Rosen-Oel/Rosen-Wasser / Eyerklar/ Endwi-Nachtschat
ten- oder Haus-wurtzel-Sasstgenetzt darauf legen. Inder Eil/oder wann man nichts anders hat/ ist auch gut! es wohl untereinander / daßweiches Gassen-Koth darauf gelegt. ^ Sälblein/ bestreich damit de>
Gmt; wann es erkaltet/ so thue die andern Stück reingepulvert darein/ rühr es wol durcheinander/so hast dueine köstliche Brand-Salbe/wie o. Vt.r?slc!^ aus t 6-bernTmonksno bezeuget/!>b z.cajz. I. seines neu-voll-kommenen Kräuter-Buchs.
Eyerdotter-Oel ist auch dienlich darzu; Item nimmlebendige Krebs zerstoß sie im Mörser/ druck den Safftdurcl? ein Tuch/ bestreich das verbrennte Ort/es stilletdas Wehetagen/und heilet bald; Item Hauewurtzel-Blatter zerstossen/ oder das davon ausgebrannte Was-ser aufgelegt.
Wer sich mit Spanischen Wachs brennet/ soll al-sobald Dinten darauf streichen/ und es fünffoder sechsmahl wiederholen.
^poii>nsr>8 sagt: Eybisch Wurtzelgesotten und auf-gelegt/ ziehet die Hitz vom Brand aus; Item Woll»kraut-Blätter mit Essig zerstossen/und ausgelegt; JicmweisseLilien-Wurtzel gesotten und gestoßen/ darunterRosen-Oel gemischt; Oder sied Lein-Saamen imWasser sehr wol/ netze ein Tuch darein/ leg es auf denBrand; Oder breit Wegricht-Safft oder die Blatterzerstossen/ und auf ein verbrenntes Glied gelegt / mitEyerklar/Heiletgern: Item ^crra liZuisra aufgelegt/machts bald heilen.
Für den Brand/soll man frischen Kühe-Fladen/ oderEyerklar mit Baum-Oel umgerührt/und zu einer Sal-ben gemacht; oder einen gesottenen und von einandergeschnittenen Apffel auflegen.
?ctrus korclius lib. 6- Oblerv. mcclic. schreibt / daßers selbst an seinem Sohn probirt habe/als er mit einerGlut-Psann gefallen/ und die Auqen verbrennt/ hatteer nurKüttenkernin Rosen-Wast^r gelegt/ und mtden Schleim die Augen ossr gewaschen / sey der Kran-cke ohne Massen gesund worden/er habe auch damitvielen andern geholffen.
Eine gute Brand - Salben : Nimm ungelöschtenKalciv so viel du willt / zerreib ihn klein in einem Mör-ser/alsdann nimm rein ausgepreßtes Lein-Oehl / rühr/ daß es werde wie ein zartesmit den Brand alle Tage zwey,
mal;