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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
424
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4-4

Des Adelichen Land-und Feld-Lebens

zeitigen wol/ und ziehen von Stund andie^Zteriaus.

Ein geheimes Stuck/ alle Beulen und Geschwärzuheilen: Nimm Petersil-Kraut/so viel/als genng ist,stoßes m einem Mörser/ breit es über ein Tuch/ daß es zweyFinger heraus über den Schaden gehe/ laß es überNacht liegen / zu Morgens leg wieder ein neues darü--

ber/und/und thue es so lang/biß es heilet.

Oder/nimm Venedische Seiffen und Zwiebel/ einesso viel/als des andern/zerhacks gar klein/thueSaffran/so viel du zwischen 2. Fingern halten kanst/ ungesiossendarunter / und Camillen-Oel/ siedsin einem glasirrenGeschir:/ so lang/ daß es ein wenig dick wird/ streich esaufem Tuch/legs auf/so warn» es zu leiden/es erweicht/zeitigt und heilet.

Ein gifftiges Geschwär aufzuthun/ ohne Wehe:Nimm weisse Lilien-Wurtzel/ und siede sie mit Ge»ß-Mitch/ daß sie weich werden/ mach ein Pflaster davon/und legs aus/so brichts aus ohneWehethagemUnd mitfolgendem Pflaster magst du es heilen: N>mm 4. LothWeyrauch/2.Loth Mumia/anderthalb Lothnium, 1.halb Loth Eschen-Schmaltz/ z.Quint Wax/». Quint Campher / mache daraus ein Pflaster / dißist noch ein gutes Stich Pflaster cx Oommi ksnro vii^18.

Für allerley Geschwulsten: Nimm weißen Schwe-fel/ stoß ihn klein/ und thue solchen in starcken Wein/thuedarzuden vierdten Theil Essig/ und den achtenTheilVaum-Oel/laß es miteinander erwallen/und sal-be die Geschwulst damit.

Wann die Füsse geschwollen/ so nimm Schellkrautin die Strümpffe/ und gehe mit blossen Füssen darauf;Oder/ nimmweisseRüben / brate sie/ und druck denSafft heraus/salbe dieGeschwulst damit/und reibs bey

einer Warme/ oder in einem Schwitz-Bad wol in dieHaut.

Kühlung für alle hitzige Geschwulst und Schäden:Nimm einen Vierding Venedische Seiffen/ und einenkalben Vierding Cöllnische Kreiden/anderrhalbQumtCampher/ von z. Eyern das Weisse/ und i.Lorhge,brandten Alaun/stoß und lemperir alles in einem Mör-ser wohl durcheinander/gieß daran Wegricht und Ro-sen-Wasser/ reibs so lang/ bißesemweissesSalbleinwird/ streichs auf ein Tuch/ legs uber/es hilffl/ und lö-schet alle Hitz und Geschwulst.

Für alle Geschwulst/ wie sie sey: Nimm Tauben,Mist und Gersten-Meel/ temperir es mir Wein Essig/und streichs aufeinTuch/bmd es also aufdieGeschwu.st-Atem/ zerschneid Knoblauch/ uud leg ihn aufdie d.osseSohlen/in die^zchuh oderSt:ümpffe/und iß ein weniaTheriac / wann der Leib inwendig geschwollen wäre/ soziehets die Geschwulst unten bey demFuß aus/daß es mverwundern ist. Himmelbrand-Wasser ist gut für alleGeschwulst/inwendig und auswendig/getruncken/oderausgelegt.

Diß folgende soll auch einLxperiment seyn zu allerGeschwulst des Leibs/wannsgleich dieWassersuchtwä-re : Nimm 2. Maas alt Bier/koche und verschaume es/thue darein ein baar Schüssel voll / oder ohngefehr einAechtring Regenwürme/so von allenSand undUnflatwol gereinigt u.abgewaschen sind/koche dieselben in demBier/biß sie bersten oder aufspringen/druck alsdann al-les durch ein leinen Tuch/thue auch ».Loth ktemgeschnit-tenenCalmus darein/laß es abermal aufsieden/und her-nach sich setzen/davon soll derGeschwolleneAbendöundMorgens einen guten Trunck thun/und dieseS5. Wo-chen continuiren/soll gar bewahrt seyn«

Von Fisteln und dem Krebs.

?oU!nari, schreibt:Eine Laug von Bircken-Asche/X gemacht / und die Fistel dannt gewaschen; oder^ ^mit Alaun-Wasser / darein Holtzwurtz-Pulvergestreuet ist; Item/Asche gemacht von Mauer-Rautenund in die Fistel gelassen/ heilet sie; oder weisser Nieß-Wurtzel Safft hinein gelassen / heiler sie wol; beglei-chen Zeitlosen gepulvert / mit Venedischer Seiffen ge-mischt / und Waitzel mit Baumwolle gemacht/ damitGestrichen/ und in die Fistel gethan/ heilet von Grundaus; Item/ Wegtritt-Safft osst in die Fistel gespritzt/heilet sie; diß thut auch breiter Wegricht Saftt daremgelassen.

Für den Krebs: Sper: eine Katz in ein saubers Ge-maclv das einen guten starcken Boden Harz und nichtwincklecht oder grüblecht ist/ gib ihr nichts zu essen/ oderzu trmcken / als z. lebendige Krebs einen Tag über / siefrißt sie Anfangs ungerne/ biß sie der Hunger in sietreibt; den andern Tag gib ihr abermal z. lebendigeKrebse/ wie auch den dritten/ und sonst nichts; wasdie ersten zween Tag von ihr kommt / wirfst man weg/was aber den dritten Tag Mist von ihr nebet/ den hebtman aus/ dorn und pulvert ihn/ undsireuetihnindenSchaden/wann er schon offen ist/ soll den Krebs gewißtodten.

Oder/wann der Krebs an der Brust ist/ so nimm diemittlere Rinden von jungen Eychen/ siede sie in Was-ser / wasche den Schaden damit / verbrenn hernach ineinem wol-verlutirten Topff drey lebendige Krebse zuPulver/ stosse sie klein/ und streue diß Pulver in denSchaden.

Hen viZby sagt: Man soll nehmen eines Ey groß!Alaun / dieselbe im Spring-Bronnen-Wasser zerlas-!sen/ darnach ein Stuck Stahl glüend machen/undim!gedachten Wasser ablöschen/und 6 oder ymal wieder, >holen; darnach schabe ein leinen Tuch zu Fäsern/ oderSchleusten/ netze dieselben in diesem Wasser / wischedas Eyter damit vom Krebs ab; man muß aber nichtzweymal an einem Ort/ mir denselben Fasern abwi-schen/ dann man würde sonst dieki^rc,i/ so man vonandern Orten abgewischt / wieder hinein thun; diesesAbwischen / allzeit mit neum Fasern/ cv. tinuire solang/biß der Schaden gantz wol gereinigt sey; darnachnimm em grosses Stück von diesen Fasern / in obbesag-tes Wasser getunckr / daß du damit den Schaden gantzund gar bedeckest / leg em Pflaster von dar-

über / solches Wechsel alle Tage/Morgens und Abends/ab/ biß zur Heilung / welche in wenig Tagen gesche-hen wird.