4^8 Des Adeltchen Landsund Fe!d>Leben6
c-llo sehr gepriesen; daß es aber noch besser von stattengehe/ mag man den Miltzsichtigen/ nach dein Essen/ einwenig Wasser zu trincken geben/darinnen die Schmie-de ihre klühendeEisenabloschen/und laß ihn offt Capernessen.
Ein Pflaster aus zerstoßenen Tabac-Blattern/ auffdas erhärtete und geschwollene Miltz gelegt/ wird baldgute und heilsame Besserung bringen; oder welchesnoch besser/nimm i.PfimdBrasilianischeTabac-Blät-ter/ schneide sie gar klein/ thus mein Glas/ und thu soviel guten starcken weissen Wein darauff/ daß er dreyFinger darüber gehe/vermach es wol/und laß ihn zweyTag und Nacht an einem warmen Ort stehen/ preß ihnhernach / so starck als möglich/ aus/den ausgeprestenSasst thue wieder in ein Glas / und heb ihn wolver-macht auf; an' die ausgepresten Tabac-Blätter gießabermal Wein/ und verfahre damit wie anfangs;dannthue beede ausgepreste Wein in ein messingen Becken /und laß es auf einer Glut wol einsieden/daß es sich ei-nem Honig vergleicht; ( man muß grosse Aufsicht da-bey haben'/ daß es sich nicht anlege oder anbrenne)hernach mische man darunter z. Seidel (andere wollennur ein Seidel) Hönig/und laste es aufeiner Glut bißaufdieProbe sieden/die bestehet da.'innen wan man da-von aufeine zinnernTcllertraufft/.daß es sich gern herabschäle/ und weder am Teller noch an den Händen vielanklebe; wann es fertig, thut mans in ein Glas/ undbehält es in einer mittelmässig-warmen Stuben; zumGebrauch/ streich mans auf ein rothes Leder/legs auffdas Miltz/ und behalt es/bis es von sich selbsten abfallt;soll eine köstliche Cur und ?rselcrvstiv des Miltzesseyn.
?. ke szrariä iol. 12 s. schreibet /
daß wann einer taglich nüchtern ein krvum oder Oro-i,liin(ek speciesl.eZuminis,Qermani»Ervcn genannt/)essen würde/ soll das Miltz gantz vergehen ; wäre alsogut für die Miltz-Kranckheit/ aufs wenigste solches kleinzu machen.
Von der Kolica/ Dc
/AS N der Colica soll der Patient erstlich trincken /ein halb Gläslein voll Scabiosen-Wasser mitLiMo Theriac/Hernach vonPappeln/Veyeln/rotheoRubev/ Anis/ kwnum^rxcum, Lsilla, Honig undBaum-Oel eine erweichende Clystier nehmen; dieKräuter von der Clystier kan man nachmals zwischenzwey Tüchern warm aufdenSchmertzen überlegen ;Oderein Säcklein von Hönig/ waitzeneKleyen/ undSaltz / eine Schüssel voll warmer Aschen / mit rothenWein genetzt/ und mit einem Tuch bedeckt/ also warmaufgelegt; den Nabel soll man mit viailkss oder fri-schen Butter salben.
Die Colica mit Sand und Stein vermischt/ wtrdbald gestillt / wann man Camillen-Blumen in halbWaster und halb Wein kocht / und es warm trincket;Item nimm von einer süssen Pomerantzen die äussereSchalen/ dörre und pulver sie/ nimm davon z. Messer-spitzen/ undz. odermchrKrebsauqen/ nachdem siegrossind / auch gepulvert/ in einem Löffel frisches Baum-
Ein gutes Miltz-Pflaster ist folgendes - Nimm Ey-sen-Kraut/ mit dergelbenBlühe/ imSommer kemgehackt/ im Winter klein zerrieben/ und so viel Gersten«Mehl/ als Eisen - Kraut/, dieses wol durcheinander ge-mifchr/mit frischer abgeklopffterEyerklar zu etnemPsta-srergemacht/ ziemlich dick auf ein Tuch gestrichen/alleNacht fein warm aufdas Miltz gelegt/ und dieses einMsnat lang / oder länger/ contmuitt ; doch allzeit /wann man schlaffen gehet/ ein frisches genommen/ manwird seine Wirckungen bald spühren; wanns gar zusehr ungelegen/ mag mans bey Tage hmweg thu«.
Ein fümefflicher Miltz-Wein: Nimm Hnschzun-gen-Blätter i. Hand-voll/ Flachs-Seiden / eine halbeHand-voll/ausgewässerteCappern 2.Loth/Ninden vonCappores-WurtzenzweyQuintel/ und Tamansken-Holtz zwey O.uintel/ von einer halben Pomerantzen dieSchelffen/ alles in guten Wein geweicht/ und Mittagsden ersten Trunck davon gethan/ und eine gute Zeitcontmuitt.
Die klelanckolis, so aus Bewegung des Gemütesund zufallendem Unglück entstehet/last sich durch dieKunst der keckem nicht vertreiben / solches ist mehrGOttes/als eines Menschen Werck/ und dahin sollen'auch dergleichen Betrübte und Angefochtene ihre besteZuflucht suchen und finden.
Wa6 aber die ^cianckoiis betrifft/so aus natürli-chen Ursachen entstehet/kan solche wolgebessert werden;theils IVIcciici schreiben für / ImÄuram (.'orallorum0I?um Lulpkuriz, Lpirilum!^itri,8piritum Vilrioli,und dergleichen.
^poliinzris sagt: Sied Aland-Wurtzen in lauternWein/ KH es kalt werden/stoß darnach darein einenglühenden Stahl daß der Wein zum andernmal warmwerde/ und trinck ihn so warm du es leiden kanst/ dasvertreibt die Ursachen der Melancholey; item Basilien-Kraut und Rhabarbara offtgebraucht/ macht ein frö-lich und frisches Geblüts.
cxiil.
Oels/ wol abgetrieben/ und in einem warmen Weinabgemischt/ ausgetruncken/ es HM von Stund an.
Oder Kümmel in Baum-Oel geröstet/ und ein we-nig Petersil darzu gethan / und alfo warm / zwischenzweyen Tüchern aufden Nabel gelegn Oder nimm einwenig Asank in ein Pfännlein / löß es mit Brandweinauf/daß es wird wie ein Müslein / nimm dann ein we-nig Terpentin darzu/vermeng es/und streichs über einrothesLeder/ als einen Thaler groß/vndlegs aufdenNabel.
Item der Patient soll schlucken eine bleyerne Kugeldie clislipirt die klatu8. und öffnet den Weeg/ dardurchdie Winde ausgetrieben werden; Oder nimm die Fe-sten/die oben an der Bibergail hanget/ laß es in einemLöffel wol heiß werden/ thue davon zwey Tropffen auffden Nabel / in einer Stunde vergeht das Grimmen /machet fast schwitzen/ und ist vielmal probirt worden.
Für die Colica soll man Kümmel-Oel in Brand-'wein oder warme n Bier trincken; Oder d en pulveri-
Den