Drittes Buch
! Rofen-Safft/so viel sie annimmt/laß solche wieder ein-trocknen / alsdann wieder mit Rosen-Safft befeuchtetund eingetrocknet / und solches so lang/ bis es keinenSasse mehr annehmen will/ alsdann setzt mans m ei-nem Glas an die Sonne: man nimmt von emem hal-ben bis gantzen Loth ein.
jrcm setzet dieses Sympathetische Mittel/einem ver-stvpfften Menschen zu heiffen: Nimm ein Todtenbeinvon einem menschlichen Arm oder Bein - Röhren/ säges an beeden Enden ab / daß es eine hohle Röhren sey/die fülle von des verstopfften Menschen Koth voll/ ver-stopfte beedeEnden mitWachs/und legs in ein warmesnicht allzuheisses Wasser / so kriegt der verftopffteStuhlgänge; sollen sie aufhören/ so nimm die Röhrenciuß dem warmenWasser/oder laß es von ihm selbst er-kalten.
Wann der Mond im Stier/ Löwen/ Jungfrau undWassermann ist / sagt Lonrsctuz Kunrath/ so hat diepurgierende Artznc» wenige Wirckung / ob sie gleichziemlich starck zugerichtet ist ; wannerinZizms rumi-nsntil'uz. als im Widder und Stembock/ ist/ soll mankeinepurgierendeArtzney einehmen/weil man sie gemei-niglich wieder brechen muß / braucht man aber darin-nen Vomitivs, so hats guten Fortgang; im Winterist es besser durch Stuhlgang/ und im Sommer durchBrechen purgiren/ jedoch muß man sehen was dieKranckheit erfordert 7 muß aber/bey großer Kälte undHitz/ das Purgirengantzlich vermieden werden/ dannbey solchen Zeiten werden die Leiber davon verletzt; diebeste Zeit/ dergleichen Artzneyen zu nehmen/ist/ wannder Mond im wässerigen Zeichen als im Krebs und Fi-schen ist; im Krebs ist gut durch Latwergen zu purgiren/in den Fischen durch Pillulcn / in Scorpion durchTrancke/ in der Jungfrau und Waage durch Clystie-ren / in dem Stier/ Steinbock und der Jungfrau sollman^onlorlamia, im Zwilling/Waage und Was-sermann Digestiv-, gebrauchen; es ist am besten z. oder4. Tag nach dem Vollen Monden purgiren / dann danehmen die ttumvrcsinden menschlichen Leibern ab/und hilfft die Natur gleichsam chr selbst/ ur ?KicZmataälmmusnturSc cclucantur. WaNN man» xztiva oder vizekivz eingenommen hat / mag manwol aussehen/ und allerley chun/ aber nach eingenom-
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Von den
AKtzUr die Ruhr ist gut / ein Clystier gegeben vondarinnen z. oder 4. mal ein Stahl«^-»abgelöscht/ mit 2. oderz.Eyerdottern- DieClystiermuß aber klein seyn/ man soll sie einen Tag z.oder viermal geben/ wann es vonnöthen ; wann dasBlut starck von einem gehet /kan man am rechten ArmVcnxm öffnen/ und wann der Patient starck
ist/Z.oderiO. UnzenBlut lassen.So ist auch eine Cly-stier vom Baum-Oel und Rosen-Waßer/ eines so vielals des andern/ gar heilsam. Warms nicht will aufhö-ren/ soll manihn auch mit einer Dr i:ümsRhabarbarainBorraqv/ Gcon/ Endivt/Qchstn-unZLnund Roß-marin - Safft darunter 2. Scrupelgedörtt undgepül-
'HauösMutter. 999
menen Purgationen/ muß man sich denselben Tag in-nen halten. So man eine Purgation eingcnommeohat/ muß man nicht bald darauf schlaffen; hast du einenPurgier-Tranck eingenommen/; magst du dich erstlichauf den Bauch/etwanvem halbe Stund/ legen/danndie porioncs lauffen sonst allzubald durch die Därme /darnach etwann eine halbe Viertel - Stunde aufeinerjeden Seiten/ und eine halbe Viertel-Stund auf demRucken / alsdann mag man einmal oder zwey in» Ge-mach auf und abgehen/ und wieder sitzen/ mau mußaber das Lefen/ kiccktiren und laut reden/ vermeiden:wann solche Trancke erstlich zugerichtet werden/ undalso p> Tparircl emen Tag stehen,daß es jtch fem unter-einander tcmperirl, und wird hernach denandernfol-gendenTag früh warm geinacht und gebraucht/sorirrs wol/ man muß es aber Nicht lau/ dardur^' k^^ulcaentstehen / fondern fo warm einnehmen/als mans lei-den kan/ man brauche sie frühe um 4. Uhren/ faste dar-auf biß um neun Uhren/ halte sich fein warm/ nnd gehenicht in die Lufft/ sondern bleibe den gantzen Tag in derStuben / oder sonst warmen Gemach / sonderlichVormittag.
v. Vcltckius Lcrit z.^iHkimvnemztum Obl-r. l/>
schreibet / daß die obersten zartsn WipffelvonKra-naweth-Stauden / gleich so wol purgiren/ als die jun-gen Holdersprossen.
Das Laxier - Waster mach also: Nimm Manna7. Loch/ Senes -Blätter 1. Loth/Weinstein-Pulver 1.halb Loth/ Steinwürtzlein 1. Quintel/ überzogen Co-riander i. Quintel / Zibeben und Weinberl/ jedes einO.uintel/ alles in ein reines Tüchlein gebunden/ undz. Seidel siedend Wasser darauf gegossen / und überNacht an einem kühlen Ort stehen lassen; wann manstrincken will / muß das Tüchlein/ darinndie s^ecic«sind/ wol ausgedruckt werden/und/n«chdem man will/ein Glaßlein davon gmuncken.
Die Wind-Kugeln macht man also: Nimm einegantzeOchsen-Gall/Weitzen-Mehl6.Hand-voll/auchsoviel Saltz/das fein klein zerstoßen ist/und sechsEyer-Dotter/ alles zusammen zu einem Taig gemacht/dar,aus mag man nach Belieben Kugeln machen/sie blei-ben ein gantzes Jahr gut/immittöntur^no, sind gutfür die Winde / und öffnen den Leib.
civ.
Ruhren.
verte Rhabarbara sey/ purgiren/und darauf/wie vb-gedacht/ wieder Aderlasien, aber aufdem andern Arm;im rothen Wein soll er gepulverte Körner von^ßrimo-niü trincken / oder von selbigem Kraut im rothen Weingekocht. Item soll manihm einen LöffelvollSauer-anipffer-Saamen/wann keine Httz dabey/ im Brand-wein/oder im Bier eingeben/soll gewiß helffen; oder ge-dörttHasen-Blutz.MesserspitzenimWein einnehmen.
Für die rothe und wetsse Ruhr: Nimm dieLeber voneinem Lämmlein/ bache sie/und zerstoß sie zu Pulver /gib einem alten Menschen 1. Quintlein in Bier ein.Auch sind gut für die Ruhr / die Blätter rubriwie Salve gebacken und gegessen / darum wird er auch