Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
393
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Drittes Buch/Hauö-Mutter.

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Von der Lungen und Husten.

)In trefflich Wasser fürdie/so die Lungensuchthaben/oder in Gefahr stehen/selbige zu bekom-men/gibt öffters benanncerHerr O.zd/ folgen-der Gestalt: Nun z.Aechtring Milch/eine hal-be rothenWein/ vermische solche wol mit 12. wo!/abge-klopfftensrischeEyer-Dottern/dartiach thue weißBroddarein/so viel vonnöthen / all den Wein in sich zu trin-cken/nachgehends thue auch Schlüsselblumen darzu/und diMiers miteinander/von diesem distillirten Was-ser nimm emen Löffel vollzin einer nut Hammel-Fleischoder einem Huhn gemachten Brühe/ und continMesolches einen Monat lang/so wirst du genesen. Item/nimmein Köpffel/oder Halbe/ fruh-gemolckene Milch/von einer rothen Kuhe/oder von einer weissen Ziegen/nimm 4. Kißiing-Stein/ mache sie glühend / lösch sie inder Milch ab / und mach sie mit einem gehaben Deckelwol zu/ schlag ein nasses Tuch darum/daß kein Dunstdavongehe/ laßes abkühlen/ trinck die Milch drey odervier Tage/nach Gelegenheit / nüchtern drey Löffel voll/mehr oder weniger / nach Stärcke der Natur/ es hilfstallen Lungensüchtigen. Das ?Ki-Zmzvon der Lungenabzuledigen^md auszuführen: Schneid einen Rettichzu dünnen Scheiblein/lege sie aufeinander in ein silbernSchrein/und zwischen ein jedes Blatlein klein geflos-senen Zucker-Kandel/setz es also auf ein Glütlein/ sogibt der Nettich und Zucker einen ^5>afft oder Syrup/von diesem brauch Morgens und Abends einen halbenLöffel voll. Wann dir die Lungen aufsteigt von Hitz/so nimm drey oder vier Löffel frisches BronnemWas-ser/darein thue ein Quintel gepulverte Birnbaum-Mi-stel/ wiederhohle es etliche mal/ so wird sie sich setzen.

Für die Husten: Frühe/vierStund vor dem Essen/aufanderthalbUntzenKütten-Saffr eingenommen/dar-aufgeschwitzt/und denselben Tag nicht an die Lufft ge-gangen. Die Brust soll man Morgens und Abendsmit Lilien- oder süssen Mandel-Oel/ oder mit frischemButter schmieren. Item gebratene Zwiebel mit Fei-gen/ Hönig oder Zucker gegessen / ist gut für dieHustenund Hals^Wehe.

Oder nimm ein Aechtring Hissopen-Wasser / einViertel Pfund Zucker-Candi/ einenLöffel voll geflosse-nen Anis/ ein Stückiein zerflossen süß Holtz / thue allesttninen indenen wolbedeckten Hafen / baitz es zwölffStund / laß hernach ein Viertel Stund sieden / seyhees durch ein leinen Tuch/und trinck Morgens und A-bends davon.

äpo»i.-»Zsis sagt: Knoblauch im Wein gesotten undgetruncken/ benimmet die alte Husten. Ztem Eybisch-Saame/ Jssop und suß Holtz im Wasser oder Weingefotren und getruncken.

Oder nimm den Safft.vom süssen Holtz/ und mischedarunter Traganth / und laß es über Nacht flehen/ thualsdann mehr gepulverten Traganth darunter/ undmach Pillulen daraus/ davon nimm je eines unter dieZungen/ und laß es zergehen/ die Huflen vergeht / undmacht weit um die Brust. Oder mach Pillulen ausMyrrhenund Storar/ und nimm sie ein. Item Kres-

Wein mit süssen Holtz gesotten / und offt getruncken/oder Jsop mtt Hönig/ Feigen und Wasser gesotten/und offt getruncken/ vertreibt den anen Husten / undmachet ring um die Brust.

Diß ist ein bewahrtes Husten-und Lungen-Pulver:Nimm Luipkuriz, oder tublimiilen Schwefel6.Lotl>Aloezo. Gran/Myrrhen ein O.uintel/Saffran20 Gran/Mastix ein halb Loth / welsftn Zucker-CandiiQ.Loth/klein gepulvert und vernnscyl/ duoon Abendsund Morgens / eine Zeirlaitg / auf einer Semmel-Schnttten/die zuvor in Wem geweicht/ drey Messer-spitz voll eingenommen.

csp 6 gibt folgendes für ein bewährtes Stück für dieHaiserkeit und Husten/auch Lungen und Brust zu rei-nigen: Nimm em hart gefotten Ey/ zerschneid es inzwey gleiche Theil/nimm den Dotter heraus/ und anstatt dessen / thu gepulverten Zucker hinein / thue es mein Glaß/damit nichts auslauffe/ setz es an die haitereLufft / oder laß es in einem Keller vier und zwantzigStunden stehen / so wird der Zucker in einen süssenSafft oder Oel verwandelt werden / das kan man fürdie Husten brauchen.

HerrHeinrich vonRantzau in seinem kimulcripwgibt dieses Mittel: Brat einen Apffel / gieß dareinBrandwein/und nach dem Essen/ wann du wilt schlaf-fen gehen/so iß denselbigen. Man kan auch diesen ge,bratenen Apffel/ weil er noch heiß ist/ mit geflossenemWeyrauch besäen/es hilfst wol. Oder koche zerquetsch-ten Anis-Saamenin frischer Kuh-Milch/ so lang/daßsich die Süssigkeit und Krasst aus dem Saamen wolin die Milch siede / trinck offt davon / und sonderlichAbends/ wann du schlaffen gehest / thu einen gutenTrunck/und laß den Saamen am Boden liegen. Oderkoch die Wurtzeln und Wipffel von Brenn- Nesselnim Wein/ thue Honig darein/und trincke davon.

Wider eme alte eingewurtzelte Husten/soll manein Büchsen- oder Brust-Pulver in einem Schächtleinbey sich tragen/und davon des Tages etliche malen einwenig mit der Zungen lecken/und es also ein Zeitlangcontinuiren / so wird sich die Husten allgemach ver-liehren/das ist gantz bewährt. Item soll dieses/ altenLeuten die Husten zu vertreiben / ein bewährtes Stuckseyn: Nimm blauen Veyel / schneid ihn ab in einGlaß/gieß gerechten guten Brandwein daran / laß ihnstehen/bis er blau wird/ oder mtunöiröffter frischenVeyel/ so wird er sich desto eher färben; alsdann sollman den Veyel ausseyhen/ und den Brandwein mitZucker-Kandel ziemlich süsse machen/ und davon Mor-gens und Abends einen Löffel voll einnehmen/ ist garbewahrt. '.

v.( srcliiucius aus Herrn Carrichter / gibt fernerdieses für ein herrliches Mittel :Nimm grosse Rosinen/Zibeben genannt/ eine kleine Hand voll/gieß daraus ei-nen Becher voll quten Brandwein/darinn etliche Tageein Loth klein zerschnittene dürre Alantwurtzen gelegen/und den Brandwein hernach davon herab/und auf die

ftn-Safft mit Hönig genutzt; oder Quendel-Kraut im Rosm-Weinbee r gegossen; wann sie nun wol sind au f--I. Ddd geschwol