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Th. 1 (1716)
Entstehung
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389
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Drittes Buch/ Hauö-Mutter.

389

c>i>. xcur.

Für Hals-Wehe/ Haiserkeit und Kröpffe.

Ur die änzina: Ein Schwalben-Nest sambtden Jungen zu Pulver gebrannt / mit Camil-len-Oel und süssen zerstoffenen Mandeln einPflaster gemacht/ und übergelegt. Item Pfersich»Pech/ mit ein wenig Sastxan in CM gesotten.

In dem Hals-Wehe / 'knzms genannt/ soll manEisenkraut flössen / und so warm mans kiden kan /überlegen; ja p. lyikovvsic.vsagt/cl-kc^rariZ.dieErfahrung beweise es/ daß dlß Kraut offt in schon ver-zweifelten Zustand geholffen/undivann es also auf dieGeschwulst auffqelegt und gebunden werde/ daß sie sol-che zeitige und eröffne.

Wem Hals und Gurgel verschwollen ist/der nehmealtesMandel-Oel/und bestreich aussenher denHals/bisan die Brust/ nimm darnach schwach Schaaf- Woll/dunckesindasOel/ und leg es um den Hals/ist be-währt; doch halte eine gute visl dabey. Oder nimmWoll/von einen: schwachen Schaas/bach es in Camil-len-Oel/thue es in ein gedoppelt leinen Tuch/legs über/und ein Pflaster von Milloten darüber/ wiederhohlstäglich dreymal/ inclespcratl^imAanZinZ.orzem scrctprsko z czui pcr lupi Zuttur (asperzm srteriam) bi-tiitinsnZinZ, ccrtiiumA lslute cvaclit, vel pcrcaulcmIcviüici, in kunc usum qui lcrvatur 8c cxüccgtur.

Werein Geschwar im Hals hat/ der nehme Speckvon einem Schwein-Baren/Fingers-lang/ und Fin-gers breit/ leg es dem/ der ein Geschwärim Hals hat /aufdie Zunaen/ daß es bißaufden Sck)lund reiche/ laßihn davon siugen/ biß derSpeck bald verzehret wird/so bricht die Geschwulst auff.

Item nimm warm Brod / wie es aus dem Back-Ofen kommt/brich es auff/laß die Wärme in denHalsgehen/ dem/ der im Hals ein Geschwür hat/ thue es et-lichemal/ so bricht es auf.

Für den Hals-Wehe ist diß folgende Gurgel-Was-ser offt bewährt worden: Nimm St. Johanes-Kraut/Rauten/Salve/Braunellen/jedes eine Hand-voll/ siedes in 2. Maas Wasser halb ein/ darnach seyhe es/mischdarzu Rosen,Honig ein halb Pfund /Maulbeer-Safft8. Loth / und gurgel dich offt. Item Eybisch-Wur-tzen und Lein --Saamen gesotten/ und auff den Halsgeleqt/ wie ein Pflaster/das erweichet dasGeschwär.

Für die Geschwür im Hals : Nimm von einemNest / worinn die rechten HauS-Schwalben genistethaben/ein Stuck davon/zerreib es/und laßes in Geiß-Milch heiß werden/ dann aus ein Tuch/ wie einPflastergestrichen/ und warm um den Hals geschlagen/ es zei-tigt und lindert. Item nimm 8c-,Kiola. Kraut/ Wur-hen und Blühe/ eine Hand-voll/Camillen und Wolge-muth/ jedes eine halbe Hand-voll/ in einem Hafen mitWasser gethan / und verdecket sieden lassen; wannswol gesotten ist/ soll man den Dunst davon wol in denHals gehen lassen/ und ein Tuch über denKopffdecken/daß der Dunst besser bey einem bleibe; solches soll manz. oder 4. Tage thun/ taglich dreymal/es bricht dasApostem/und wird heil.

Für ein Geschwar im Hals: Nimm Tauben-Koth/weichs in Milch/ streichsauffein Tüchlein/das um den

Hals lange / legs herum/und bind nvch ein Tüchleindarüber/ ist auch den klemenKindern zu gebrauchen.

Wann die Mandel geschwelten: Nimm einen Eyer-Dotter/ mische Saltz darunter/ daß es dick wird/thuedarzu ein wenig wilde Saffran - Blühen streich es auffeine Reisten Hanses-Wercke/ und legs auf die Man-deln / ist bewahrt.

Vor den Sod/ dereinemMenschen im Hals bren-net : Nimm Pfersich-Kern/und iß sie/oder iß einen fri-schen Apffel/es hilfft.

Für die Haiserkeit: Gieß z. oder 4. LöffelvollKuchel-Zuckerin einem Bronnen-Wasser ab/ undtrinck esAbends / ehe du wilt schlaffen gehen; oder iß frischenButter mitZucker-Candi wol vermischt. Oder nimmZucker-Kandelineine flache Schüssel mit Brandtvcinbegossen/daß derZucker überdeckt wird/auseiner Glut! gewärmet/und mit einem Pappier angezündet; wannsausgebronnen/ und derZucker zergangen/einen Löffelvoll davon warm genommen.

Item nimm Berchtram-Wurtzen i.Loth/ Mastix/Weyrauch/ gebrannten Alaun sn-, -.Quintel/gestos-senen Zucker 4. Loth/gepulvert und vermischt; aufBe-dörffen zwo Messerspilz davon in ein klein Becken ge-than/ etliche Löffel voll frisches Bronnen-Wasser/ undso viel Essig darauffgegossen/ gewarmet/und sich damitgegurgelt.

Für die Kröpffe / seht Her: OiZKv dieses Mittel/ sovfft bewährt und gut befunden worden: Nimm vonden Schnecken/ so in den Gärten oder Weinbergen zufinden / die graue und weisseHäuser haben/-stvß diesel-ben Schnecken in einem Mörsel/mit ein wenigPetersil/biß sie wie ein Pflaster dicke sind / daraus mache einPflaster/ undschlags über die Kröpffe/ Wechsels alle! 24. Stunden ab / und leg ein frisches darüber. DißMitte! ist auch gut/ dieSchmertzen des hitzigen Poda-grazu stillen.

!. Pulver für die Kröpffe / vor Menschenund Viehe:! Nimm acht Loth neuen Bad-Schwammen/ in einemneuen Hafen / darauf ein Deckel/ oder ein ander Ha-fen gestücht/ m it Leim alsdann wol verstrichen/und ineinem Back-Ofen gebrannt/ und zu Pulver gemacht/darnach vier Loth weisses Fischbein/ wie es die Gold-schmiede brauchen/4 Loth süssss Holtz/ä. Loth Kropff-stein/4. Loth gebrannte Krebs-Schalen/ alles zu einemreinem Pulver gemacht und vermischt; wers nicht affokan einnehmen/ mag es mitZucker-Candi vermischen /und Morgens nüchtern einige gute Messerspitzen ein-nehmen/drey Monat nacheinander/ wann der Mondabnimmt/ und zwey Stunden daraufgefast.

Für die Kröpffe (sagt ksnceüus) soll man nehmendie mittern/ nicht gar zu harten oder gar zu zarten Cy-pressen-Blatter zu Pulver machen/ mit starckem Weinbesprengen/ ausden Kropff legen/und erst den drittenTag hernach aufbinden ; wird man spühren/ daß derKropffsich zusammen gezogen/so mag man ihnmitdenFingern ausdrucken/und also wieder auf z.Tag lang5 verbinden/ und abermal nach vollendtem dritten 'Tageausdrucken/ am siebenden oder neundten Tsg wird der

Ccc iij

Kropff

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