Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
293
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Drittes Buch/ Haus-Mutter.

, offt geschiehet/ jählmg Gaste sich ansagen lassen/ und; tnanmüste erst um alles in die ^-tadt/ oder auf denMarckt / oder zum Nachbarn schicken / und eines unddas andere zusammen kalb betteln und halb kauften /! u nd entzwischen ehrliche Leute mit Verdruß warten las-sen : Hingeyen/wie löblich/wann man alle Nothdurff-t«!N in Vorbereitschafft haben kan / da der gute Wille! mit der Geschwindigkeit begleitet/ und der Haus-Mut-, ter Ruhm dadurch vermehret wird; wann sie nicht al-lein ehrlichen Leuten/ihrenFreunden undFreundinnen/mit gast-sreyerHöflichkeit begegnen/sondern auch ihrenbeuten/ Gesinde und Nachbarn/ im Fall der Noth/ inZuständen und Kranckheiten / mit gehörigen Hülffs-Mitteln Rath ertheilen mag; von diesem aber soll her-nach auch Meldung geschehen. Die Speiß-Kammerselbst/die muß nicht weniger/als Kcller und Kasten/ be-obachtet seyn/ damit es weder zu trocken/ noch zu naß

sey/daß Fleisch und Speck nicht bald anlauffen; etlichehaben sie an hohen/etliche anniedrigen Orten/und giltes gleich / wann nur der Ort lüfftig und t«-m?cnrt »st/doch mehr frisch/als warm/die Fenstersollen klein/undvom Aufgang nachNiedergang gewendet seyn/die mannach Beschaffenheit derZeir/öffnen und Messen möge.Hernach wollen wir andeuten / was zur Speis-Kam-mergehörig ist/ und wie eines und das ander hineinzubringen/ und zur Noth und Gebrauch zu verwah-ren sey. Wir wollen anfänglich von Meel und Brod/als der vornehmsten Speise zur menschlichen Erkal-tung/ reden/ und hernach fortfahren/ und auch vondem übrigen/ was in einer wirthlichen Haus-Mut-ter wolbestellte ^peis-und Vorraths-Kammer/Con,fm-Kasten/und Apothecken/von Rechtswegengehöret / mit wenigenhgndeln»

c>?. xx.

Vom Brod.

As Meel/als die besteMaterizumBrod/wirdam wenigsten gut aufdenHand Mühlen/auf. den Wind-Mühlen etwas bessers/ am bestenaber/auf den gutenWasser-Mühlen bereitet.Wann nun bey einem herzlichen und grossen Panquet/die ftltzamsten/ besten und fürrrefflichsten Speisen / dasansehnlichste und schmackhafftigsteConfett/die süssestenund schönsten Baum-Früchte aufgetragen würden/unsonst alle schöneOrdnung undUberfiuß vonSchau-Es-senMuttcs und Kurtzweil wäre/und sollte nichts/als al-lein das Brod ermangeln/so würde keine Speis aus al-ler dieserMenge seyn/deren man nicht weit-lieber emra-

then würde/als des Bkvds.Dann/obwol Mitternäch-tige Völcker seynd/ die an start des Brods/ dürre Fischund dergleichen/ essen / so sinds doch grobe/barbarischeVölcker/ die von den unvernünfftigen Bestien sehr ge-ringen Unterschied haben. Und wird sonst bey den mei-sten politischen Nationen des bewohnten Erden-Krei-ses/ das Brod m hohen Wehrt gehalten. Auch hatGOTT fast keine andere Speise erschaffen / die so einliebliches/dem Magen angenehmes k-rm-mum in sichhat/ das nicht leichtlich darinn einiget Faulung stattgibt/ die also der menschlichen Natur zur Starckung/Krafft und Unterhaltung so anständig/ja/an deren sich

niemand