Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
290
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daß eiue Frau/weder für sich /noch ihre Töchter/alleneue Formen nachthuu/khre Ausgaben nach dem jähr-lichen Emkommm wol abwegen/mehr zu wenig/als zuviel thun solle / sich der Säuberten zwar befieissen/aber doch alle unnothwendige Hoffarthund Eitelkeitfliehen/nicht alles wollen nachthun/was sie bey andem/die reicher oder verthunlicher sind/siehet/ und allzeitweißlich sich in die Schrancken der Billichkeit / Ver-nunfft undBescheidenheit halten; sie soll nichts bey denKauffleuten ausnehmen / was sie selbst im Haus kanwolseiler machen lassen. Wann die Wolle den Kauff-leuten verhandelt wtrd/kan man etwas gewisses davonim Hause behalten / davon man von der subtilestenWolle für die Herrschafft und Kinder/ von dergröbe-sten aberLoden ündZeuge für dieDienstbotten kan ma-chen lassen/ sich alltäglich auf dem Lande zu kleiden.!Man muß die Wolle sauberkämmen lassen/ ( vorheroaber waschen)kartätschen/spinnen/wirckcn/die Tücherausdie Walch-Mühl bringen/darnach/ wiemanwill/ ^sarben/und bey demTuchscherer zurichten lassen DasSpinnen kan bey Regenwetter/oder in den Winter-Nächten geschehen. VondcnSeiden-Würmenkanman die zerrütteten und verwirtteuKnollen spinnen las-sen/ daraus wird fiiossl! , daraus kan man Teppicht/Spalier und Zeuge zu Kleidern machen lassen/ und ein jwenig guteSeiden(die sonst vornemlich zu verkauften)darunter nehmen; man kans auch mir Woll/ Baum-Woll/ oder Garn mischen/ und Zeuge vor die Kindermachen lassen. Fürnemlich sollen schöne Kleider/Sil-berunGeschmuck/Teppicht/Zürhänge/Spalier/scho-nesTtsch-mdBett-Äewand/Leinwath/Seiden/ZlnnMefiing/Kupffer/irrdenes sauber Geschir:/ als tViaj«?->ica, Tauser-Geschirr/sauber verwahrt werden. Auchsoll eins Haus-Mutter so wol Fleischhacker- und Kra-mer« als auch Apothecker-Gewicht haben/und verste-hen/ alles fleisslg nachwagen lassen/damit sie nicht mö-ge betrogen werden.

Zum Sechsten/was die Kuchen-Sorge antrifft/scheinet wol/ es sey so viel absonderlich nicht daran ge-legen; wann man aber betrachtet/daß dieKuch e gleich-sam eine angenehme un nothwendige^ porkcca ist/dieGesunden bey ih:em Wolergehen zu erhalten/und denSchwachen wieder auszuhelffcn/ ist dennoch sehrundviel daran gelegen / daß ihr eine Haus-Frau um gmetreue/fleissige Leute/Koch und Köchin umsehe/ die alleSpeisen sauber/wol und gut zurichten/wol kochen/zurecht anbesohlner Zeit/warm auf dem Tisch geben/mitSaltz/Gewürtz/Butter/Schmaltz/Fisch/ Fleisch undGemüse recht umgehen/jedem seinRecht thun/dadurchder Magen gestärcket/ die Dauung befördert/ der Lusterhalten/die gantze Natur des Menschen in Gesundheitversichert/ auch viel und mancherley Krankheiten hie-mit verhütet/ abgewendet und ausgeschlossen werden.Und obwol allhier von demKochen und Zurichtung derSpeisen envas hatte sollen gedacht werden/ wie/ohneRuhm zu melden/unser Land Oesterreich/ wegen guterwolgeschmackerund cjciicster Zurichtung derSpeisen/

De6 Adelichen Land -UlwFeld -Lebens

vvrvielenLändernhvchberühmtist/und ichs ausinei-nerEhe-Liebsten/und ander», bewahrte Koch-Büchernleicht hatte thun können/so hab tchs aber/mich derKür-tze zu befieissen/unterlassen / und solches einer jeden ed-lenHaus-Mutter eignervilcrction heimgeben wollen/weil es doch heist: Loczuuz Oomini cjcdct ksbcre ou.>sm, und jedwede Haus-Mutter aus der Erfahrungwissen kan/was mehr oder weniger angenehm.

Zum Siebenden/das Geschirr/das man in die Ku-chen braucht/soll allzeit nachdem Gebrauch gesäubertund abgespühlet werden/in einer gutenOrdnungin de:Kuchen oder in der Kuchen Kammer vor Augen seyn/damit man den Abgang bald mercken/darttach fragenund straffen könne; wann sie um das/ was sie muth-willig und boßhafftig zerbrechen/mit Abgang von ih-rem S old/gestrafft werden / lernen sie klüger seyn/ ih-nen selbst besser zu wirthschafften. Herr cls 8-1-5-8 er-zehlt/daß ihm cinKupffer-Schmied zMoraciimsr.vo;dessen Haus und Werckstatt ein Bronn gewesen/gesagt habe/daß er stracks hat wissen können / wann dieDienst-Mägde mit ihren Frauen einen Zanck-Streitgehabr/denn/sodann haben sie ihreKrüg/SchäfferunGeschirr allzeit mit Unwillen und Gepolter niedergc-schleudert/daß sie/ wann sie nicht von Kupffer gewesenwaren/leichtlich hatten brechen können. Diesem Fre-vel und Trutz nun vorzukommen/ ist nicht böse/ daß sieeine Sorge tragen müssen/etwas an ihren Sold deß-wegen zu verlieren; doch ist diese Christliche Beschei-denheit zu tragen mit denen/die es ungerne/oder aus ei-nem ungefähren Zufall thun/ auch Gedult zu tragen/daß es nicht mehr einem Geitz und Tyranney / als ei-ner Wirthschafft zugeschrieben werde.

Zum Achten / Kertzenvon Inßletlang zubehalten/sagt Her: 6c 8-rrcs, es sey durch Erfahrung probiretworden/wann man die neuenKcrtzen vier und zwantzigStunden in ein frischesWasser/bis andenTacht hän-get/das mache sie starck / daß sie nicht bald abfließen/an einem kühlen und trockenen Ort bleiben sie gerne;wann die Tacht zu dengrossen Tasel-Kertzen vonBaum-Woll sind/und drey- oder viermal vorher insWachs gedunckt/hernach/so dick man will/mit Jnßletüberzogen werden / so brennen sie stärcker und lang-wühriger.

Endlich / soll eine Haus-Mutter mit der Fahrnußkeinen Uberfluß/sondcrn nur die Nothdurfft begehren/und wol verwahren; das weisse Gewand/ je öffrer esgewaschen wird/je eher wirds verderbt/ daher soll eineHaus-Mutter dessen einen ziemlichen Vorrat!) ha-ben/daß man solches ein Jahr hindurch über viermalnicht waschen darff; das unreine Gewand muß aneinem trockenen lüfftigen Ort mit grossem Fleiß erhal-ten/und wol versperret seyn/man muß auch jährlich imHause etwas nachmachen lassen / damit kein Abgangsey; auch soll«,an Better/Leylather/Bölster/KWn/Kupffer- und Messing-Geschirr / sonderlich das Sil-brr/ sauber halten/ nicht grob darmit umgehen/ son-dern reinlich und wol verwahren.