Drittes Buch/ Oauß Mutter.
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Monden ftyen:Etlicherechnens vom vergangnen Neu-Monden her/und meynen/wann der erste Schneefalle/so vielTäge nach demNeuMonden seyen/so vielSchnee! fallen denselben Winter; und / was man dergleichenabergläubische Dinge auch mit dem Vieh und ander-wärts vornimmt/könnte schier ein Buch Papier damitüberschrieben werden/ und sind theils so tief in diemenschlichen Gemüther eingewurtzelt / daß es fast un-müglich/ solche gantz und gar bey den einfältigen Leutenauszureuren/ oder sie eines andern bereden/ weils eineuralte ^racktion von den alten Vorfahren auf unsereVoreltern undEltern/und von ihnen auf uns kommen/daher auch die alten Bauren-Regeln/ deren der grösteTheil (wenige ausgenommen) abergläubisch und kin-disch sind/sonderlich/was die Tagwahlereyen/ und Ge-witters-Urtheilnach den Fest Tagen betrifft. Noch är-gerthun diejenigen/ die aus dem Heiligen GöttlichenWort gewisser Sprüche / zu ihrem Aberglauben/ miß-brauchen ; Als wann eine Brunst entstehet / und mandasFeuer sihet/soll man dreymal sagen/den andern unddritten Vers aus dem 11. Cap. des vierdteu BuchsMosis. Damit eine schwangere Frau leicht gebähre/soll man den ersten Psalm/ biß aufdie Wort/ und seineBlatter verwelcken nicht/auf ein weissessubtilesPerga-ment/mit Rosen-Wasser undSaffran schreiben/diesenZetlelmit Mastix beraucheri!/ und der schwangernFrauen um den rechten Arm binden/ und zu diesem En-de/ damit es desto besser halte / auf ein Taster oder seide-ne? Band nahen / daß die Schrifft die blosse Haut be-
rühre/ und der Zettel nicht langer seh/ als dieDicke desArms erfördert. Item / daß eins schwangere Klauleichtlich niederkomme/ soll man den t i o. Psalm/ bißauf die Wort: Deine Kinder werden dir gebohrcii/wieder Thau aus der Morgenröthe; Lben auf solche ÄZei»se/ (wie oben gedacht) aber auf zwey Zetteln schreiben/und gleichermassen derKraUen auf beed? Büg der Füsssumbinden,- so warhafftig alles ein Aberglauben unvMißbrauch der Heiligen Schrifft W mW vün allettChristen billig zu meidett/damit nicht das Wort/so unszum Leben gegeben worden/zum Tode gereiche.
Eine vernünfflige Haus - Mutter soll sich ansdlchtaltvettelische Meynungen nicht binden lassen / sondert!vielmehr mit der einfältigen Halsstarrigkeit und Dün-ckel-Wahn Mitleiden haben/ und/soviel siekan/ ihnettdie Nichtigkeit und eitele Thorheit solcher ungegrünbe-ten Beobachtungen vor Augen stellen / Und in ihretiHaus-Zimmern und Vieh-Stälten solche Lappereyettnicht zugeben oder gestatten. Diß ist die beste und ge-wisseste Bauern-Regel/mit ihremVieh zugebrauchen/daß das Gesinde zur Gottesfurcht und Gebet fleissiAangehalten / alles sauber / ordentlich und emsig ange-stellt / mit Futter und Wartung alles wohl versehen/und das übrige der Vorsorg des besten und ältestenHaus-Vatters/ des Allmächtigen GOTTES/ mitChristlicher Bescheidenheit und hertzlicher Zuversichtzu seinem Göttlichen Willen und Wolgefallen überslassen werde.
cz?. XV.
Was insgemein einer Haus-Frauen im Leben und in ihrer
Wirthschafft zu thun sey.
Je Haus Wirthschasstsn sollen seyn(wann sieglücklich und wolbestellt sind) wie ein wohlge-machter Teich oder Weyer; der Haus - Her:soll seyn der Einlaß/oder die Quelle des Was-'sers/damit es daran nicht gebreche;dieHaus-Frau aberder Damm und der Ablaß/die alles/was von der Quel-len hineinkommt/ verwahre/ und was übrig und un-nochwendig/ also geschicklich austheile und anwende/daß dannoch das Capital ihres Vermögens erhalten/und die Verzinsungen/zu GOttes Ehren/ der Ihrigenund des Nächsten Nutzen wohl und löblich ausg 'spemdet werden/damit der nutzbare Teich ihrer Hauöwirth-schasst/ weder überschwemmet noch ausgetrocknet wer-den möge. Hat also eine Frau / solches recht und ver-nünfftig anzustellen/und zu bedencken:
Erstlich/soll sie gleich einemBienen-Weisel oderKö-nig seyn/ die in ihrem Hause den arbeitenden Dienstbot-en und Mägden/ was jedem gebühret / so wol ausser-als innerhalb des Hauses/ihreVerrichtungen recht an-weise und austheile/allen Wust und Unsaubtrkeit rein-lich lasse aufräumen und ausfegen/und in seinem Wol-stand erhalte/sonderlich aber gern früh aufstehe.
Fürs Andere/das vornehmste Stuck ihres BerUffsist/daß sie/nach Göttlicher Ordnung/ihresManns Ge-hülffin sey / wann er vonungleichem ttumor. sich dar-ein schicke/und nicht vermeyne/ er müsse sich nach ihremKopff richten/ sonst wirds heissen / wie man in den Fa-beln erzehlet: Daß einmal die junge Schwalbe Nach
Hause kommen/ und ihrer Mutter erzehlt / sie hätte ei-nen tapffern/ schönen Ehe-Mann erworben/ und daswäre der Gümpel oder Rothfinck; da hat ihr die Mut-ter darauf geantwortet: Ihr werdet schwerlich langbeysammen bleiben / dann erlicbt den Winter / Und dttden Sommer; also wird eine tugendsame Haus-Mut-ter diß in Acht nehmen/was der Mann erwirbt/koufft/in Vorrath verschafft/ oder ins Haus bringt/empfan-gen/ verwahren/ daß es nicht entweder verderbe / odergleich jederman Preiß gelassen werde; und also nichtein Wasser-Wirbel sey/ der alles / was man hineinwirfft/ also verschlinge/ daß man nichts mehr davon se,henkan.
Zum Dritten/sollen alle ihre Geschäffte/ Vermögenund Hausrath m gurerOrdnung gehalten seyn/ damitalles leichter zu finden und vorzunehmen; alle Fahrnussoll an seinen gewissen Ort gelegt/ aufgezeichnet undverschlossen/auch was in den <stallen/in den Zimmern/im Garten / für Werckzeug und Fahrnus gebrauchtwird / soll gewissen DienstbotteN eingeantldortet unöausgeschrieben/ zu ihrer Verantwortung Massen wer-den/ damit sie jedes/ aufBegehren/ gleich wissen zu fin-den/ und/ wo ein Abgang wäre / darum Rechenschafftzu geben; dann einmal g«wiß / wann man schon genughat/und im Fall der Noth es haben will/ bey unordent-lichen Haushalten/osstmals etwas nicht gefunden/unddahero man bey seinem Reichthum mit Mangel gequa-letwird.
. . Zum.