Drittes Buw/Hauö-Mutter.
ner liebsten Mutter seeligen / weyland Frauen Sophia(Herm Wilhelm Bernhards von Fridesheim/ zu Len-genfeld undMittelberg/ Regimenlö-Rathö in Oester-reich unker der Enns/ und Frauen Genevcfa Leysserin/zuKransegg und schillern/ beeder seeligen Tochter)Rath und Zuthun hätte erlangen / oder meine 8tu6>enfortsetzen können; dann / als sie in ihrer zarten Kind-heit/ neben ihren zweyen altern Brüdern zugleich/ sowol im Lesen und Schreiben /in (ZrammsticS und S/n.raxi, als auch in HrZumentorum compoiilionc Scveliionc ist unterwiesen worden/ hat sie/nach ihrem fä-higen lnzenio,die LateinischeSprach ziemlich ergriffen/auch mich fast in anderthalb Jahren/nach meines Wal-ters seel. Tod/so weit gebracht/ daß ich die prima Kuck.mcnts, wo nicht gantz behalten / doch nicht gar verges-sen/und cx Onomatticis Kc l^omenclaturis einen ziem-lichen Vorrath der Lateinischen Sprach zusammen ge-sammlet/ biß ich endlich wieder Gelegenheit gehabt/meine 8tuclia zu continuiren und fortzusetzen. DaherMessen ihr viel / daß die Wissenschafften dem weibli«chcn Geschlecht wohlanständig und nothwendig sind/weil sie deren so wohl fähig sind / als die Mannsbilder/auch ohne dieselben weder recht dencken und reden/nochrecht leben können. Diesen aber widersprechen vielWelt-Weise und geschickte Politici, fürgebend/ dieNatur habe zwischen Mannern und Weibern/so wohlan Kräfften des Leibs / als auch des Gemüths / einenmercklichen Unterschied gemacht/ und so wohl eines/als das andere/ mit gewissen und sonderbahren Tugen-den und Beschaffenheiten versehen; dann/wie es einemMann übel anstunde/wann er spinnen/nähen/waschenund kochen sollte: Also würde einem Weib gleichfallsnicht loblich seyn/ wann sie sich des Lehrens und Predi-qens / oder der Rechts-Handel annehmen / oder wannsie Pferde dummlen/bereuten/fechten/ringen und cj uei.liren/ oderauch cklpmiren und coileKia halten wollte.Das erste aber/tanq ua m msnöaru m u-i . ist von dem
H.Heyden Lehrer i.Cor.i4.und i.Tim.s verbotten/
^ ^^ ,
2 8l ^
Früchte bringen: ^iulicr kzu-e ullrs mulierttn iapit,!pierum^uc cietipit» und vermeynen/solche Weiber las-!sen ihren Oräinari. Berufs/ die Anstellung der Haus- ^Wirthschafftmeistentheils fahren/ und beßeisseN sichaufunnothwendige:Ncccl7aris iZnoramus»sagt Scne^cs , czuia nonnccellgrizMcimu«; sie Machen lieberemSonn-I oder ^laäriZsi.als sie ihren Haus-Geschafften/nach Gebühr/vorstehen wollten; das menschliche Lebe»ohne einen gewissen vorgesetzten Zweck / ist verdrossenund umschweiffend/und/wie.^aivexei in seinem?rivs-to?olilico wohl sagt: I.c,liuclio ö un ottc>. enegotio.c nezolio ctcll otio. Da hingegen die Mäwner ihr Zrucliren nicht / als zum gemeinen Nutzen anle,gen/damit sie künfftig/in einer oder der andern k>rotc,.lion möchten dienen können/ welcher Zweck bep demweiblichen Geschlecht nicht seyn kan/ indem die
jetzo nirgends mehr in Gebrauch ist / und werttuöiren will/ ohne Vorsatz/ seinem Vatterland nutzzu seyn/ ist/ gleich wie einer in fremde Landet reiset/ undweiß nicht/wohin/oder warum. Wann ich hierinnmmeine Meynung unmaßgeblich beyfügen sollte; geb ichzwar gerne zu/daß mehr Schad alsNutzen daraus enr,springen sollte/ wann sich die Weiber insgemein aufsLtuckren begeben wollten; das kan man aber dennochnicht laugnen / daß sie so wohl GOttes Ebenbild sind/als die Männer/ UNd/ W0 sich extra-orclinzi iö hgi)< ln-Zcnia , scharffsinnigejucjiciaundfürtrefflicheElNiälleunter ihnen befinden/und sie solche zu GOTTES Lob/und Dienst des Nächsten/ bescheidemlich anwenden/esnicht allein untadelich/ sondern auch löblich und rühm-lich sey; wie ich dann von dergleichen fürtreffl »chenweisen Frauenzimmer viel Exempel anziehen könnte/die durch ihre berühmte Schafften einen unsterblichenNamen hinterlassen/wann ich nicht besorgte/es möchteihnen mein Lob- Spruch mehr unangenehm/ als anmu-thig fallen. Weil aber dieses absonderliche und Heroiksche Exempel sind/ wäre es verwegen/ wann man ihneninsgemem nachahmen sollte/ sonderlich/ wann man da-
undÄTHriM-^B-sch-idmh-ir/s-M G-bührundBcruffs^lrb«-
^)°Schw.chh->I/w,»/ . b.»s«!-s-«-», verstumm un° °«rnachM,gm wo»,!
Veruffgemas/wandelnsolle: undsastdersar/rische ' " .... «„iZrn wome.
koel^uvenslis.
>Ion kakeat matronz tibi czus junQs recumbitViccn6i Zcnus,sur cursumsermons rotstel'orczucant knlk/mcms nec kittorias seist omnes.
Zudem werde das Ltuäiren zu einem gewissen Zweckfürgenommen / und von den Mannern entweder die^Kcoloziz, oderdie/urizpruäcntzund^leclicin, sderdie kistkelis und ?olilics darum lraÄirt / damit siekünsstigitt einer von diesen k >ic »fctlionen möchten ihrLeben zubringen / und sich ehrlich / mit samt den Jh-
Ich auch darum / allein den Stuckiz abzuwarten/deneneolenDamen nicht rathen könnte/ weil sich unter icxx ^Mannern kaum einer befindet/der nicht lieber em Weibverlangte / das ihn in der Haus-Wirthschafft treulichundvernünfftig an die Hand gienge/ und auf derenKleiß undVerwaltung er sich verlassen/als dieihnnoo.lVlacjrizsl, Lan^sni oder Lonnct aus dem Oclporles»k.onlsrci.?elrarcka oder ^tarini versetzen oder selbst er-dichten könnte. Das gemeine Leben wird diese Mey-nung genugsam erläutern / doch denen excellenten in.zeniis und hohenGeistern mitdiesem nichts benommen/
rigen/ernähren / weil man diese für die besten und edel- i die ich vielmehr w verwundern /' alssten Baume halt/ die nicht allein blühen/ sondern auch ! achte. "
VM.
Wann eine Tochter zu verheyrathen.
im i Stamm/mehr Vorsorg und Aufsicht bedärffen/als die^ ^ ^ gedacht worden / so Söhne/ will ich allhier mit wenigen anzeigen/ was die
mes itt? w«?en ^ Eltern dißfalls/in solchem Fall/ vor Bedencken/ und in
u>!t/ weilen aber die Töchter / als der untere Obachtnehmen sollen/damit sie gleichwol künfftig also
I. Tb-a.
Nn
möge