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De6 Adelichen Land- und Feld-Lebenö
solche Pfauen in frnnbden Häusern/unflätige Wid-höpffe und Kvthlarchen in ihren eigenen. 4.S0 ist dieNeugiengkeit auch ein Zeichen eines leichten/ hoffarti-gen und wollüstigen Hertzens/und wann darzu dieAu-gen und Geberden auch übereinstimmen/ so finden sichbald ihresgleichen Ausivärter/ dieentweder nur ihreLeichtgläubigkeit aufdie Probe setzen / und hernach ü-berall mit ihrem schlechtenLob/austragen/oder sie garzu ihren bösen Willen anflechten und anreihen; oder/da auch die inl-nt>on aufrichtig/dennoch einen unver-gnugten und unglückseligen Stand bey ihnen zu ge-warten haben. 5. Wann man sich sonderlich über sei,nen Stand traget/ so ist es eine Stands- und Amts-Verwirrung/die/wo nichi billig von der Obrigkeit ge-strafft/ doch von manniglich gehasst und angefeindetwird/ so gibt auch endlich der Kleider-Pracht Aerger-nus und Reitzung zur Nachfolge/daß emes das anderebeneidet/ oder verachtet und verlachet / welches zu ver-hüten/ eine jegliche Tugend-beliebteHaus-Muttersollgeflissen seyn. Wo es Ehren-Däntze gibt/ ist es nichtböse/ wann die Tö chter vorhero von einemDantzmei-ster sind unterrichtet worden/ihre Geberden/Reveren-tzen und Fuß-Setzungen geschicklich zu verrichten/ma-nierlich/ erbar/nicht üppig/ bäurisch oder grob; hinge-gen soll sie ihreTöchter zu leichtfertigen Faschung- undWinckel-Däntzen nie kommen lcchen / vor welchenauch dle erbaren Heyden einen Abscheu getragen.DeralteHeydnischePoet ib-ocrituszuEnde seiner Lcio-zxe "I'ti/rliz saget:
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Ihr Ziegen unterlasst zu dantzen;
Der Bock sonst möcht auf euch anschanhen.Nicht weniger sollen sie über derTafel/unter derMahl-
zeit/still und wolgebartig sitzen/ nicht in alle Winckelgaffen/ sondern vorsieh sehen/ die Augen schamhaffnaregieren/im Essen sauber/ massig und wolanständigsich erzeigen/ ungefragt-wenig reden/lachen/ und mitden Händen gaucklen/ unilormitates concoröis zcmcnlursmotuum,c«Icüialunt,K?ckaraÄercs «ter-
nitzti»: Die Gleichförmigkeit/Eintracht und Abmäs-sung aller Bewegungen/sind etwas Himmlisches undeine Abbildung der Ewigkeit. Vor allen Dingen aber/wann bey einem Festin viel junge Leute sind / daß siesich hüten/ nichtzu weit von ihrer Mutter sich zu ent-fernen/ einem oder dem andern mehr Vertraulichkeitoder Familiarität zu erweisen/ in dieWinckel oderFen-sterzu schleichen/ und abgesonderte Oiicours und (.a-pitulstioncszulrsAiren/oder absondezlich/einemmeh:als denen andern/mit beysitzen/schwätzen/lachen/ oderHand-schertzen/zu unterhalten / welches von den An-wesenden (die osst mehr als die Eltern sehen)in Obachtgenommen/und mit ihrer schlechten kepmstion p. k-üciret wird. Im Dantzen/ Reden und Antworten sollsie bescheiden/kurtz und schamhafftig seyn/was andernübel anstehet/nicht nachthun/ sondern vielmehr mci,den/und in allen nach ihrer tugendlichen Eltern Un-tervichtung und Vermahnungen sich Zubcrniren undhalten. Vergeblich ist / wann bey denen Töchtern/ inGegenwart frembder Leute/ZuchtundBescheidenheitgefordert und erwartet wird/ wann sie nicht von Ju-gend auf dahin mit alltäglicher Antreibung und gutenExempeln sind geleitet und abgeführet worden.- Alsosehen die Haus-Mütter / daß ihre löbliche oder nach-lassige Kinder-Zucht eine solche Saat sey/davon sie dieErndte/eines guten oder üblen Lebens/ ja^on GOttselbst eine Vergeltung oder Abstraffuns^.'fftiszuse-warten haben.
VII.
Ob einein Weibs - Bild das Studiren wol anstehe?
S sind etliche Männer/ entweder zu unbillich/oder zu unverständig / daß sie das WeiblicheGeschlecht gantz von der Menschheit ausschlies-ftn und verstoßen wollen / diese geben aber damit anden Tag/daß sie selbst für Bestien zu halten sind/ weilsie von denWelbern herkommen/und gleiches von glei-chen zu entspringen pfieget/die Spötter aber/ weil esklar wider Mosis Gezeugnis lauffet/sind mehr zu be-lachen/als zu beantworten. Was aber die Frage an-langet:. Ob einem Weibs-Bild das Studiren wolanstehe? vermeinen ihrer viel/die Weiber hätten dar-zu eben das Recht/die Fähigkeit/ das/uclicium und dieGedächtnus/ als die Männer; die Kunst-Göttinnenseyen alle dieses Geschlechts/ die nur einen Vorsteher/als ä pollin-m,hätten; daher es wider ihre Natur wä-re/ wann sie/Hren mitverwandten Frauenzimmer/we-niger Zutritt aufden?arnassum erlauben solten/ alsden Männern. Und well zu hoffen/ wann die Weiberin der Tugend- und Sitten-Lehre/auch andern löbli-chen Künsten und Wissenschafften/wohl unterrichtetwaren/würden sie daraus ihre Schuldigkeit und Ge-bühr/ so wol gegen ihren Mannern / als auch sonst inderHaushaltung/desto gereimter und glücklicher able-gen und leisten / sonderlich aber in Auferziehung und
Unterrichtung ihrer Kinder geschickter seyn können/die sie sonst einen stoltzen/halbgelehrten ünd übelgezo-genen Pedanten(sonderlich in ihres Manns Abwesen-heit)anvertrauen und untergeben müssen/der sie wederin guten Sitten/noch Wissenschafften/ richtig mtor-mirenund lehren könne/ und wann eine Mutter daskunclament selbsten verstünde/ sie dieser principizmenund Bachanten entweder gar nicht bedörffte/und ihreKinder selbst besser unterweisen/ aufs wenigste diesenLeuten eine bessere Instruktion vorschreiben könnte/da-mit ihre Kinder/in derBlühe ihrer zartenJugend/nichtvon der schauer-schlächtigenWitterung dieser Sauer--töpffe verderbet/sondem also möchten angeführet seyn/damit künfftig die schöne Tugend-Früchte von ihnenkönnten verhofft und erwartet werden; und weil dieKinder/ natürlicher Wejse/ ihre Mütter lieben/ hoch-halten und ehren/als werden sie von ihnen ihre weiscvund vernünfftigen Lehren desto williger und lieber an-nehmen/und gleichsam mit derMutter-Milch/die Liebezum Guten/und denAbscheuhe vor allen Lastern/in sichsäugen / auch also mit leichter Mühe grossen Nutzenschassen und leisten können.Und ich muß für meincPer«son aufrichtig sagen/daß ich nicht glaube/daß ich meinewenigeWisscnschafft in der ersten Jugend/ohnemci
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