Drittes Buch/Haus-Mutter.
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täten den Raturkündigern und ?Ki>osc»pKi8 überlas-sen/und allein dis hier mit wenigen vermelden: WanneinHaus-Mutter/durch Kranckheit oder andere Män-gel/verhindert würde/daß sie ihr Kind selbst nicht säu-gen konteMß sie sich aufs wenigste/im Fall der Noth/voranund bey Zeiten/um eine gesunde/ gute Saug-Amm bemühenund bewerben sollte; womöglich/ daßsie ein ehrlicyes Ehe-Weib hierzu erhandeln könnte/und solle nicht ein leichtfertiges Weibs Bild darzuge-brau6 )en/davon l^cimont.ci?orlu I^eclicins» ver-nünftig und wol schreibet: Inuritur puero. k cunis,^ropenlio morbosä nutricum.non tecug ac ti ks-recii-taria ellet.ccrte cksraKsr in vitam cieplorabilig. Os-nique non 5at cli morbos mstsrialcs IaÄis,occuItss ta-des morborum, rsclicesczuc ksereclitzriös, per lac insu^e^tem transplsntsri, Sc pertinacitlimc in vitsm in-cnrporari; verüm etiam viliorum c^uorumcun^llkscment» morslis cum laüc intro penetrant; lac enirninkorss vari?simpreKc>nessumit, exomnibus sni»
mi perturbztionibuz. Weiter schreibt er an eben selbi-gem Ort/dieAuferjiehunZ der Kinder/durch die Milch/
ist mir zuwider / ich halte mehr davon / wann man dieKinder mit Semmel im Bier gekocht/mit geläutertemHonig oder Zucker zugerichteter Nahrung versorget.Diß soll kochen bis es wie ein Sultz wird / und kanshernach mit gesottenem nicht gar starckem Bier/nachBelieben mischen/und an statt Essens und Trinckensbrauchen; dochsvll man Rocken-Bwd mit Honig niete m pcnren/angescheu dieWürme den Kindern davonzu wachsen pflegen; so bald aber dieKmder ein wenigerwachsen/mag man sie zu kräfftigen Speisen gewöh -nen. AusdieseArt (sagt er ferner) hab ich einen jungenHerrn / aus einem Graflichen Hause erziehen lassen/der drey andere seiner Brüder an Stärcke/ Gesund-Heit/Grösse/Geschicklichkeit undVermögen weitübez-troffen/und wäre grosseHoffnung von ihm zu schöpftengewesen/ wann er nicht im Krieg / ritterlich fechtende/mit einem tödtlichenSchuß/geblieben wäre Also thundie sorgfältigen Eltern/bevoraus dieMüttcr / wann sieihmi Kindern / mit der ersten Mutter-Milch / denSaamen der Tugenden einzuflössen sich bemühen/ emsehr gutes und löbliches Werck>
VI.
Wann eine Mutter ihre Töchter auf Aste und Hochzeiten
nehmen oder lassen solle.
Q grosse Adeliche Nachbarfchafften/ die mitFreundsHaft't/Slpp- und Schwagerschafftverwandt sind / auf dem Lande beysammenwohnen/oder auch in vornehmen von grossen Adel be-wohnten Stadt en/kan es nicht wol seyn/und ist auch/von uhralten Zeiten her/üblich gewesen/ daß bisweilenVersprechen/Hochzeiten/Kinds-Taussen/und andereLustbarkeiten und Festinen hin und wieder angestellet/und ein Christlicher Haus-Vatttr/ neben Weib undTöchtern/dahin beruffen werden. Also ists nicht mög-lich/ daß mau sich allzeit gereimt davon entschuldigen/oder eiue abschlägig« Antwort ertheilen kan/ wo nichteine ehehaffte und erhebliche Ursach solches zu verhin-dern scheinet: weil es überaus feindselig un verhaßt ist/sich gar keiner Nachbarschafft ( mit denen man hebenund leben muß)achten/und ihre/sonderlich ehrliche undlöbliche Zusammenkunfften/als einSonderling/gäntz-lich verachten/so wird meines Erachtens / einer Adeli-chen Haus Mutter / wann sie ihre Töchter auf eineHochzeit/ Mahlzeit oder Festin/entweder mitnehmen/oder einer bekannten ehrlichen Frauen und Freundinmitgeben muß/alles desto leichter ankommen/wann sieihreTöchter/von Jugend auf/zu Zucht undErbarkeit/höflichen Geberden/und sittsamen Thun und Lassen/sorgfältig gewöhnet / und in stater Obsicht und willi-gen Gehorsam erhalten hat/ daß sie / wo sie auch sind/aufihrer Mutter /oder Frauen Augen und Winckenfleissig acht haben/zu dero Gebot und Befehl bereitetund willig sind/ daher/ wo sie solche nicht selbst fragenkönnen/doch offtmals anschen/und alle Zeichen/ diesie nnt dem Kopss/ Aug oder Hand deuten wird/ also-bald sich darnach richten/und ihr Vornehmen darnachreZuiiren sollen. Eine Jungfrau/die ihre Augen/ihrenMund/ und ihr Thun und Lassen mit Vsrnunsst undBescheidenheit mocleriren kan/ wann sie mit einer klei-
nen Schönheit begleitet ist/wird ohnMeichheitmehrandere Augen und an sich ziehen/als eine an--
dere/die zwar an Gestalt derselben vorgehet / an Ge-berden und Sitten aberungereimt/leichtfertlg/ üppig/und ungezäumt scheinet / ihre Augen herum schlössenund fahren lässt/ als eine Wind ÄMhle/oder/ wann sieetwas anfängt anzuschauen/ ihre Augen nicht mehrweiß abzuwenden/ sondern gleichsam ob einem Dingerstarret/oder die einen über dieAchsel verächtlih anfle-het, oder zu alleN/es sey gut oder böse/einstimmet / undmir dergleichen ungebärdigen Beginnen ihrcWerth-haltung beflecket und verringert. Eine sorgfaltigeMutter soll ihre Töchter wolanständig/ sauber/ erbar/und nach üblichen Gebrauch / mit Kleidern undSchmuck/ ihren Stand nach/ versehen/ ddch/ daß sienicht liederlich sich allzuweit entblösscn/turpeett 8c pa-ruw verecunclis t?abct,iIIccebrL8 voluptstis in pro-
pZkuio ZerercDieKlsider sollen unsereGebrechlichkeitbedecken/und nicht unsere Hoffart und Leichtfertigkeitder Welt öffentlich vorAugen stellen;alles soll mocielt.reinlich/ nicht von allzUgrvssem Pracht und Unkostenseyn. Allzuviel Unkosten auf Kleidungen kpcnöiren/wird vernünfftige Leute/die etwan fönst/ Ansuchung zuthun/gewillet gewesen wären/ davon abschrecken / wiesolcheUnterhalrungen übermäßige Unkosten erfordern/dardurch das Gut bald verschwendet wird. 2-Ist esein Zeuge der Hoffart und Ubermuths/dardurch mansandern will bevor thun/welches nurNeid undUngunstverursachet, z. Halten viel darvor / daß dergleichenPfläntzlerinnen und Spiegel-Docken/ mehr ihre Zeitmit dem Krausen / Schmincken und Aufbutz/ats mitwolanständiger Arbeit zubringen/daher faul/unfleissigund verdrossen/und des Mannes Gehülffinnen sind/nicht in der Haus-Sorg und den Geschäfften/sondernsein Einkomen zu schm älern/den sind auch meistenteils
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