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Th. 1 (1716)
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278
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Des Adelichsn Landsund Feld^LebenS

Zum Sechsten / ist nicht die geringsieTugend / dieeine Mutter den Töchtern zu ihrem künfftigen Glück/von Äugend auf/ einpflantzenkan/ daß sie solche zurWirthschafft und Häuslichkeit gewöhne / daß sie wis-sen/wie alles aufzuheben/zu verwahren/ zu erhalten /einzumachen/ aus-und einzutheilen/ wie mit allerWtrthschaffk umzugehen/ damit der Tisch/für sie selbst

Eine Mutter soll ihre

HZ^S finden sich zwar bey den Müttern zu ZeitenMängel und Verhinderungen / daß sie ihreWM Kinder selbst nicht (wie gern sie wollen) sau-gen können / und diese kan man für GOtt entschuldigthalten / weil seine Vatterliche Güte von keinem Men-schen mehr fordert/ als er ihm verliehen hat; welcheaber also beschaffen sind / daß sie solches leichtlich undwol plsMren können/auch ihnen solches von ihrenEhe-Männern frey gestellet wird / unS entziehen gleichwoleigenwillig/ ihrer neugebohrnen Frucht/die jenigeNah-rung/ deren sie in Mutter-Leib neun Monat genossenund gewöhnet sind / die laden eine grosse'Veruntwor-tungaufsich. Der heidnische weise ?inlolopkuz?ka-V0NNU5, hält bey dem einen nachdenckli-

chen Viscou rs von dieser Materi/und sagt; Es sey einaugenscheinlicher Kunst-Griff der geschicklichen Na-tur;nachdem das geschafftige Geblüt den menschlichenkeib/in Mutter-Leib zugerichtet und verfertigethat /begebe es sich hernach/wann dieGeburts-Zeit ankom-met/ in die obere Theil der Brüste/ damit es das.Lebenzu erhalten/und den ersten Eingang dieses Welt-Lichtszu erquicken/ sich gegenwärtig und mit ihrer gewöhn-lichen Nahrung fürstellen möge; daher man nicht ver-geblich glaube / gleichwie zu des Gemüthes und Cör-pers Aehnlichkeit/ die Tugend und Art des Saamens/also sey auch der Mutter-Milch eingepfiantzte Eigen-schafft und Trieb wol dienlich. Wie bcßlich (jagt erferner) thut man dann / die erstlich am Gemüth undLeib angefangene Adelmüthigkeit des neugebohrnenMenschen/ mit einer fremden und unartigen Nahrungeiner andern Milch zu verwüsten / sonderlich wann dieSaug-Amme/ die man gebraucht/emes schlechten /knechtischen/ auslandischen/ barbarischen Herkommenist/wann sie boßhafftig/ ungestalt / hürisch und derTrunckenheit ergeben ist ; soll dann eine rechte treueMutter wol gedulten können / daß ihre Kinder mit sol-cher verderblichen Anfälligkeit eingenommen / undihren Athem und Gemüth aus einem so verdammli-chen schandbarenBronen schöpften müssen. Daher solluns nicht mehr verwundern/ wann die Kinder/ von ih-rer frommen Eltern Natur / so sehr aus der Art schla-gen/weil der Saug-Ame Eigenschafft/ durch die Milchin die Säuglinge Natur sich gleichsam einpfropftet /also daß eine Mutter/ die das Kind nicht sauget / nurhalbes Mutter-Recht haben kan/ die es in Mutter-Lelb mit ihremBlut ernähret/ehe sis es noch siehet/her-nach/wann sie es gebohren hat/ mit Augen beschauet /schon lebendig / einen wolgestaltenMnAen/ der umdie mütterliche Nahrung mit weinender Stimm gleich-sam anflehet/ihme solche dennoch versaget; meynest du/^igt er/ die Natur habe denen Weibern die Brüste nur

und das Gesinde / wie auch grosses und kleines Vieh /wohl versehen und gewartet'nerde; dann gewißlich /eine wokgezvgene zur Häuslichkeit angewiesene Toch-ter/ wird viel eher verlanget/ als eine/die nichts alsvon Krausen/ Auf-butz und Geschmuck zu reden weiß/davon viele/mehr ein Abscheu / als Anreitzung be-kommen.

V.

zur Zierde/ und nicht zur Unterhalt ihrer Kinder mit,gecheilet! Dann also pflegen die wunderlichen Frauen/den heiligsten HM -Bronnen und Ernährern desmenschlichen Geschlechts auszutrocknen/und dieMilchosfimt großer Gefahr (weil Härtungen / Entzündun-gen/ Geschwar und Krebs daraus entstehen können)ausdorren zu lassen/als solte es ihrerSchönheit veM-nerlich seyn ; solche Mütter reiften das Band und dieZusammenfügung der natürlichen Liebe/ damit Elternund Kinder verknüpfft sind / gleichsam entzwey/ oderschwächen es doch um ein merckliches/ weil das Zunei-gungs-Flämmlein dardurch/wo nicht gantzlich ausge-löscht/dennoch überaus sehr verdunckeltwird/ also daßdie Kinder ihre Säug-Amen offt mehr lieben / als ihreleibliche Mütter/ zur Straff/ der MütterVerbrechenund Hartsinnigkeit dardurch zu vergelten; dann/ solcheMütter setzen dur o dieses ihre Kinder in absonderlicheGefahr/wann sie es nicht bey der Nahrung/ nach ihrerGeburt/in ihrer zarten Kindheit bleiben lassen/ derensie in Mutter-Leib gewohnt sind/ und sie an einer frem-de/ihnen ungewöhnliche / offt ungesunde Brust einerAmmen anlegen / davon sie offt nicht gut gedeyen/ undalso an Gesundheit und Wachsthum verhindert wer-den/ nicht anders wie ein zartes Bäumlein aus seinenangebornem Grund ausgerissen/ und in einen sremdenversetzt wird/manchmal hart gewöhnen kan/ und gantzstecken bleibt. So ist auch gewiß/ daß die Mütter/ dievon ihnen selbst-gesiwgten Kinder viel hertzlicher lieben/auch höher und inbrünstiger von ihnen geliebet werden/als die an fremden Brüsten auferzogen sind/ indem siesolchen ihren Halb-Müttern / entweder die Faulheitund Zärtlichkeit/oder doch die Untreu also vorwerssend/ihier sich leichtlich verwegen/oder wol garvezgessen kön-nen. Das ärgste ist/ daß die Kinder offt böse und sträff-luheGemüths-Bewegungen mit derMilch an sich trin-cken/die ihnen Lebenslang anhenckt/ja auch wolschwe-re und unheiljame Kranckheiten auf sich erben können/angesehen dieSäug-Ammen dieKinder/ diesieumLohn saugenmüsjen / nur luppvtttiljA bcncvolcmiZsolches thun/ mehr sich selbst/ als ihr Kind recht zu ver-sorgen. Woher die Milch entspringe/sind die meistenalten etiiiowpki der Meynunggewesen/sie wachse undkomme aus dem Geblüte / so werden doch jetziger Zeitden Ursprung der Milch die meisten lUccjici, dem cky-loslbo zuschreiben/ czuisccuncjürnl^bomsm XV'illis ,in ^nztome Lercbri cap. 2O. prsetcr sznAuinis kub-k-mti-im lulpkurcgm.kumorri'.ollis 8c slikiliz ksbc»tur, qui intercirculsnijum per linZuIascorpoiiz pzr-tes Attributs», zccrescencloiis nutrimcntum sc mo-lem sclclit, und ist die ^stcria so wol det ^utrilion, alsauch der Qenerarion. Wir wollen aber diese 8ubtili-

täten '