276 Des Adettchen Land-und Feld-Lebens
Anfeurung auslöschen/ wann ereyfersichtig/mit lie-derlichem Wandel/böser Gesellschafft/und andern fre-chen Erzeigungen/ nicht anflammen/ sondern mit keu-schem und züchtigem Thun und Lassen/ ihm allen Ver-dacht benehmen/ alle unnothwendige Spatzier-Fahr-ten und tägliche Visiten einfchrencken; Dann GOttverhangt manchesmal / daß ein erbares Frauen-Bildin unrechtmässigen Argwohn kommt / damit sie ihrerEitelkeit und unachtsamen Wandels/dardurch sie an-dern Aergernus gegeben / gebührliche Straffe empfin-den / und bey der Welt ein zweiffelhafftes Urtheil ihrerKeuschheit-erdulten muß / und ivo diese ihre Keuschheitmit der Eitelkeit bekleidet ist/ sch'inet sie ihren Namenziemlicher massen zu verdunckeln/ und in Zweiffel zuziehen.
Zum Siebenden/ sonderlich soll sie sich am Leib undin Kleidung der Sauberkeit und Erbarkeit befleissen /alteübrige/ leichtfertige/eitele Trachten meiden/keinenÜberfluß / Pracht noch Stoltzirung in den Kleiderntreiben/ davon GOtt erzürnet/ die Weit geärgert/undder Mann in Armuth und Schulden sestürtzet wird /
solle nicht alle neue Form und Fürwitz nachthun/ nichtalle Tag mit neuem Begehren kommen / sondern ihrVerlangen mit des Manns.Einkomenalsö gleichmäs-sigen/daß sie vielmehr dahin trachte / wie sie andere anTugend/ Häuslichkeit/ Keuschheit und Gottesfurcht/als nn Schmuck/ Perlen und Kleinodien übertreffe.
Zum Achten/ist nicht einegeringeBewegung/desManns Gunst zu überkommen / ^ wann das Weib dieihr zukommende Haus - Geschaffte wol. verrichtet/ da-mit das/ was der Mann mit seinem Fleiß erworben/durch Aufsicht/ Verwahrung und gute Antragung /wol und gut angewendet/dem Mann mit feinen Ge-wand und leinen Gezeug sauber umgegangen/ die Kin-der in schöner Zucht und Disciplin zu allen Tugendenerzogen/ der Tiscb mit wolgekochten Speisen versehen/sonderlich wannGaste vorhanden/reimlich gekocht/und ^gnter Wille allenthalben gespühret/- gute Ordnung imgantzenHause/ mit Arbeit/Anstellung und Artzney ge-halten/ und also der Mann M fleißiges sorgfältiges,und treues Weib desto billiger und höherzu achten undzu Lieben ansneitzet werde.
iv.
Wie gegen den Kindern / sonderlich den Töchtern.
^^>S scheinet die gütige Natur der Vätter strenge I angebohrne Zärtlichkeit/ mit standhasstem Ernst zu
Mkj Ernsthaftigkeit / mit der Mütter guten und tcmpcriren/damit die zum Bösen geneigte Jugend ih-
gelinden Obsicht gleichsam zumäfligen und zu rer Mütterlichen Anmuth nicht zu eigenen Muthwillen
ckrsüssen / damit die Kinder nie ohne Sorg / und nie mißbrauche / auch niemals mercke oder spühre / ausser/
ohne Liebe/ durch einen oder den andern Weeg/ möch- wann sie gehorsam sind und recht thun / und dardurch /
ten zum Guten sich angewöhnen und erziehen lassen; unvermerckter Weise/ohne hartenGewalt und Zwang
und zwar / weil der Mutter Gegenwart den Kindern ( wie ein junger auffchossender Peltzer im Frühling) in
vffter beywohnet/ als des Vatters / kan sie mehr dabey dem Tugend - Garten / zu fruchtbaren Bäumen der
thun/ derKindereignen Willen/von Jugend an/ in Geschicklichkeit und Gottesfurcht erwachsen mögen.
allen Fürfallenheiten z u beneh me n / un d die ihr sonst Und zwar die Knaben gehören nur bis ins 5/ oder l an,
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