Gottesfurcht eine
^M.Jeweil das weibliche Geschlecht ohne dis von^MA starcken und gewaltsamen Eindruckungen (so/nachdem sie angewendet werden/ also auch verschiedene Wirckungen mit sich bringen/) beherrschetwird/also sind sie auch jederzeit von der Gottesfurchtberühmt und benahmt gewesen. Dahero desto leichteralles dieses/so gleichsam angsbohren scheinet/bey ihnenzu hoffen und zu erwarten ist.Jndem auch mancherleysürfallende wichtigeHändelundGeschaW denHaus-Wirth offt nothdringlich/ auf ferne weite Reise sich zubegeben/und etwa von Hause lang abwesend zu seyn/antreiben; als hat eine Christliche Ehr-lieoendeHaus-Frau desto mehr Ursach/also zu leben/ daß GOtt/ deroberste und gewaltigste Haus Herr/jederzeit bewogensey/die Flügel seiner Obhut über ihr und den Ihrigenzu halten / dem Mann desto bessere und schleunigereVerrichtung zu gönnen/und also desto ehe: wiede: nachHaM zubringen/ihreNahrung unVomehmen zu seg-nen/ von allerley traurigen und gefährlichen Unglücks-Fallen zu bewahren/ und mit der Schaarwach seinerH.Engel ihr Haab und Gut umzuzäunen/ auch desSarans und böser Leute Nachstellungen abzutreibenund zu verhindern. Weil nun dieses alles durch eyfe-
II.
c Haus-Mutter.
riges Gebet von der Göttlichen Allmachtzu erlangen/wllen sie sich desto besser befleißen/Kinder und Gesindzur seligenGottessurcdt zu gewöhnen/ihrHaus-Kirch-^ein ordentlich halten/die Mvrgen-Gebet vor AnsangallerArbeit lesen/oder lesen lassen/ und also auch desNachtes/die Arbeit und Beruffs-Wercke mit demAbend-Gebet schliessen/und gleichsamGvttesSchutzund Seegen in ikremHertzen und Hause krasstig ver-liegeln; vor und nach dem Essen / Mittags und A-bmds/die gehörigenGebet sprechen lassen/allzeit selbstdabey gegenwärtig seyn/daß alles mit Andacht/Ehrer-'bietunA und ChristlicherZuchtverrichtet/alle Sonn-und Fest-Taae/wann eine Kirche vorhanden/mit An-hörung Göttlichen Wortes/oder da keine Kirche na-hend/mit Sinaen/kesen und Gebet/ daheim im Haus«gefeyret/die Zuhörenden darnach gefragt/ret und unterrichtet werden. Keine'Seeaen-noch An,sprecberey solle eine Christliche Haus Mutter wederan Menschen noch Viehe gedulten/ sondern mit höch-ster Aussicht verbieten / alle verdächtige cksrZAercs.!Wort und Arzneyen fliehen und meyden'atlen Aber-glauben/der unter einer fremden Larven sich verhüllet/weder selbst brauche n/noch andere brauche lassen. Der
Armen/
j 274 Des Aveltchen Land-und Feld Lebens
kolumen/die wir/ mit solcher Vertraulichkeit/memandandern (wanns auch schon nächste Befreundte wa-ren) entdecken dörffen/als unsern Weibern/ mit de-kien wir Glückund Unglück/GutesundBoses/inun-
zertheilter Gemeinschasst gemessen/ und die mit uns
ein Leib sind. Wir wollen aber hier weisen und klu-genHausMüttexn ( die es ohne dis nicht bedmffen)
keine verdrießliche l.c^ionc, fürschreiben / sondernallein denen Unerfahrnen / zu ihrem Bedencken / et-liche Umstände erörtern / welche die m dem drittenBuch unserer Qeoi-ziccirum angezogene edle Mutterihrer Tochter bedeuten wollen/ so droben nicht ei-gentlich und ausführlich haben können erläutert wer-den.