Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
273
Einzelbild herunterladen
 

NZZK )°( VZM

-7Z

G VKGS»KOj»OA^HHG»V«:K-S°GK»Ä^«GS»»«GK«°SG»«G»S

SSÄk SH«-H»HKW' SS SSBSSS»SG?S«-GSDKSSWSOKSiS

Z^z. SfNzeg^eM»: cM^e's^.LY«:-^

Des

Wdelichen Wand- und Oeld-Uebens

lrittes Buch/

- Mutter.

?ll7. i.

Von der Haus - Mutter.

U sonderbaren hohem Nachruhm ge-reichet es dem Weiblichen Ge-schlechte/daß sie/noch im Stand derUnschuld/ nicbt aus der allgemeinenErden/ wie Adam/ sondern in demseeligen und angenehmen Gartendes Paradieses/von der GöttlichenAllmacht/ als des Manns Gehülffm/aus seiner Rie-ben ist gebildet und erschaffen worden / damit sie umihn ftyn/ihme beywohnen/mitErgötzlichkeit/RathundBeystand an dieHand gehen/un also ein Nebenwerck-zeug seyn möge/dadurch das menschlicheWesen erhal-ten/gemehret/und gleichsam ve:ewiget/auch solche:Ge-statt des Göttlichen ausgesprochenen Seegeus mit-theilhafftig seyn möchte.Und obwol dieser heitereHim-mel/von dem höllischen Ungewjtter/ bald hernach mitfinstern und Donnerträchtigem Gewülcke überdeckt/auch dardurch die gehabte Glückseeligkeit häßlich istvergället worden;so hat doch Gott/der allweise HErr/das natürliche Liebes-Lichtlein in unserer ersten Elterninnersten Hertzens-Schrein so ^enau verwahret undeingeschlossen/daß der höllische Stören-Fried solches/mit aller seinerTausend-Kunst und wHenden^turm-Winden/dannoch nicht gantz und gar auslöschen kön-nen/sondern/ auch wider Danck / ein kleines Fünckleinüberbleiben lasten müssen/ darauf/als auf einer star-cken und unbeweglichen Grund-Feste nothwendiger

ErhaltUNg/ranquameKcüciilimo l)ivii,j ^mvris rc-

siciuo die Seule des menschlichen Geschlechts unver-ruckt/ bis ans Ende der Welt/ bleiben sollte.

Und ob zwar/ so wol der Mann/ als das Weib/ zuGöttlichem Eben-Bild erschaffen/ so scheinet doch/ eshabe das Weib noch einigen Vorzug undVortreff-lichkeitvon derNatur empfangen.Derentwegen auchzum Theil die wildesten und Blut-begierigsten Thiere(wie solches mit vielen Exempeln/da es vonnöthen/be-wiesen wttden könte/)offtermals dieses holdseligenGe-schlech's in mancherley Begebenheiten geschonet / mid

ihren sonst reiffenden und bissigen Rachen/mit diesemunschuldigen zarten Blut nicht sättigen/und den ihneneingeprägten Göttlichen Gegenschein/ durch ihre Zer-reissung undErmördung/nichtverunehren wolle.Deß,wegen auch der tapffere und sonst ernsthaffte cstoeinGesetz gegebm/ daß / wer an einem Weibs-Bild mitSchmachworten oder Schlägen sich vergreisten wür-de/nicht geringere Straff/ als ob er der unsterblichenGölter Bildnuß gelästert hatte/ausstehen sollte.

Ich will mich aber/ihr gebührliches Lob an diesemOrt weiter auszuführen / nicht unterstehen/ sondernallein dieses melden/daß einHaushaltung ohne Weib,sey wie ein Tag ohne Sonnenschein/ein Garten ohneBlumen/oder ein Wasser/ ohne Fische/ daß ohne ih-ren Beystand eine Wirthschafft nimmermehr in soguter Ordnung möge geführt oder angestellet werden.Es könte auch dem Mann wenig helffen / w«nn diedurch seinen Fleiß erworbene Güter/nicht durch einerklugen Haus-Mutter Sorgfalt verwahret / erhalten/recht ausgetheilt und angetragen würden. Und gewiß-lich einWandersmann/ wann er/ nach zu Wasseroder Land vollbrachter Reise/ und vielen ausgestande-nen Ungelegenheiten / seine Gegend / seine Stadt/Dorff und Haus erblicket/wird allzeit mit grösserenFreuden eingehen/wann er ein treues und liebesWeibdarinn zu finden verhofft / die seine Mühe erquicken/sein Verlangen ersehen/ sich mit seinem Unglück betrü«ben/mit seinem Glück erfreuen/seiner treulich pflegenund warten/ und was er erworben / zu Rath haltenmöge.

So kanman auch/ mit ruhigern Hertzen/ sich aufnothwendige und langwührige Reisen begeben/ wannman sein Haus/ Kinder/ Gesinde / Haab und Gü-ter mit einer verständigen treuen Vorsteherin versor-get/ und seine Abwesenheit / durch Gegenwart seinervernünfftigen Gehülffin/wol ersetzet weiß. Ja wannwir/Alters halber/derWeiber scheine nicht mehr von-> nöthen zu haben/ sind sie uns am allernothwendiosten/denenSchwachhei ten unsers hohen Alters z u HülffzuM m kommen