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Des Adelichen Land-und Feld - Lebens
^ur,quanto MSAIS nutriuntu^; dann/wie sie von einengesunden L§ib/durch natürliche Warme verdauet/sich.in unser Lubttantz verwandeln / also werden sie durchüble concoüion in schädliche Feuchtigkeit verkehret;und wann dergleichen verdäulicheSpetsenmitandemgroben unverdauliche vermischt sind/und eines auf dasandere kommt/wird das zarte von den groben längeraufgehalten/und weil es zur rechten Zeit nicht durchkan/ wie es soll/ wird es nicht allein zur Faulung ge-zwungen/sondern steckt auch das gröbere an/also daßbeederseits der Natur mehr schadet als nutzet; wannnun ein Magen mit allerley widerwärtigen Geschmä-cken auf einmal/ als nut süssen/ lieblichen/fetten / bit-tern /sauren/scharffen/gesaltzenen/herben/dicken^dünenkalten/warmen/harten/welchen/frischen/geräucherten/gesottenen/ gebachenen/gebratenen/ zähen/mürben/angeschoppt und überfüllt wird/daß derMagen strotzt/sondeüich bey deuenjenigen/deröLebens-Geister du:chlesen/Kuciiren/ mc6>t>ren/und dergleichen Kopff-Ar-beiten/ von der Speisen conco^tiun abgehalten wer-den/ oder / wann man wieder frische Speisen zu sichnimmet/da doch die vorige im Magen liegt/und nichtrecht verkocht worden ist/so ist es ja kein Wunder/wann die gantzeNatur geschwächt wird. Wann dannderSchlaffauch unmassig ist/dardurch der Mensch dieFärb verleuret/ schläffrig / faul und verdrossen / undwird der Leib mit rauhen Feuchtigkeiten/die nichts an-ders als ein ungekochtes Blut sind/ erfüllet/sich in dieGlieder austheilet/sie erkaltet/träge macht / und also
schwächet/daß sie eine: jedenKranckheit sich untezwerf-fen müssen/wie es O, (Zreul^Iiuz.äe (!urk I.süi5, schönausführet.So schadet auch nichrwenig (wie er fernerbeweiset) der Mittags - Schlaff / welcher allerleyfeuchteKranckheiten und Cathärr ausbrütet /die na-türliche Warme verderbt/ das Miltz belästiget / dieNerven schwächt/ die Trägheit eintreuffet/den Appe-tit verringert/Fieber und äpottemc verursachet/indemdie Zeit/ darinnen man schläfft/ zur Loncotiion derSpeisen nicht genugsam ist / wird die unterzuckte Na-turgleichsam beteubt und erschrocken/weil sie von den/darinnen sie beschafftiget gewesen/abgehalten worden.Wann auch gleich disseits sonst vonKrauckhenen keineGefahr wäre/so ist doch dieses gewiß / weil solche Lei-ber allezeit gefüllt sind von überflüssigen Speisen/ so istkein Wunder/ daß sie auch mehr sauffen müssen / alsdie Nothdurfft sonst erfordert Härte / auch damit dieNatur anzünden/und zur Unkeuschheit/ Geilheit undliederlichenLeben anreitzen/davon dann alleGemüths-Bewegungen angeflammet und entzündet werden/undweildarzu Sorgen-Wind/ Eyser/ Traurigkeit/Ver-druß/Forcht/ Neid/ Begierden/ Verlangen und der-gleichen hefftlgeGemüths-Bewegunaensich schlagen/daher können sie das menschliche Leben desto eher zuGrund richten/ ja sie erkalten und schwächen den Leib/entziehen den Hettzen die Lebens-Geister / beleidigenund matten ab die natürlichen Kräfften/ und bringenendlich den zeitlichen/und/wie leyder meistens zu besor-gen/ auch den ewigen Tod.
dx?. xcix.
Die meisten kürtzen ihnen ihr Leben selbst ab.
Aß der Mensch selbst sein eigner gröster Feindsey/ bestättigt die tagliche Erfahrung / und giltdie ungereimte «^»mon derjenigen thörichtenLeute nicht/die ihnen ein kawm 8ro>cum einbilden:Ein Mensch sterbe wie er will/oder wann er will/so seyes alles also verordnet und versehen gewesen/und könneniemand eher aus der Welt abscheiden / als es GOttgewollt; wie auch die Mahumetaner hierinnen über-redet sind/daß sie glauben/ es könne keiner/ weder imKrieg/ noch in den anfälligen Seuchen/ sein Leben en-den/ ehe/als ihmvonGOtt sey aufgesetzt; daherkommtes/ daß sie sich auch so unbedachtsam und liederlich inGefahren wagen/ und glauben / wann ihre Zeit nichtverHanden / könne ihnen keine Verwegenheit oderWagnuS/ wie groß und augenscheinlich sie sey/Scha-den zufügen/ sey sie aber verHanden/ so könne sie nichtsdavon befreyen.Nun ist zwar der H. Schrißt gemäß/daß GOtt dem Menschen ein Lebens-Ziel gesetzt hat/das er nicht überschreiten kan; das ist aber auch wahr/daß man durch Fressen und Sauffen und unordentli-ches Leben ihm diesen Termin wol verkürtzen kan / daman sonst/derNatur nach/länger hatte leben können/soaber durch selbst-eigene Unmässigkeit verhindert wird.Und wie wäre es anders möglich/wann/durch übnflüs-sige Ansülluna/der Magen/über sein Vermögen / unddurch andereünordnungen verwüstet und angeschopptMrd/daß in zwey/drey oder mehr Jahren ( die ^onfti-rution der Natur sey sonst so gut und starck/als sie nn-mer wolle ) sich nicht ein grosser Wust von Unflath und
bösen Feuchtigkeiten sammlen sollte/ und dieser übeleVorrath/oder vielmehr Unrath/ muß schließlich fau,len/und ihnen den Tod herbringen; vielmehr sterben inihren Häusern vor der Zeit/die alle guteTäge undÄelegenheit hätten/ viel Jahr noch zu leben/ die vielleicht/wann sie auf den Galeeren am Ruder hätten ziehenmüssen/mit Brod und Wasser wären gefpeiset wor-den/viel Jahr langer gelebt hätten. Vielmehr verlie-ren ihr Leben durch Überfluß/ als aus Mangel / indemi>ie menschliche Begierden/ den Augen nachfolgende/nicht wissen/ wann sie genug haben/als wann sie über-satt/nicht mehr mögen/wie das gemeine Sprüchwortlautet: Die Augen sind ihm grösser als der Bauch/das ist/ er bildet ihm ein/mehr zu essen und zu trincken/als ihm zu Erhaltung seiner Gesundheit vonnöthen/und als seine Kräfften und Glieder ertragen können;und wie einSaame/wann er einer Hand-breit oder et-liche Finger tieff in die Erde kommt/ glücklich auskei-met und foriwächst/ hingegen aber wann man ihn all-zuhoch mit Erden beschüttet/ dorret oder faulet/ undkeineFruchr bringet; Also ist die Proportion derSpei-se mit den Magen/ und den verdaulichen Kräffren ab-zumässen/und dabey die rechtekioöeration zu beobach-ten; hat also der Griechische comicuz Oipkiius nichtunrecht geschrieben/derMagen sey das elendeste Glieddes Menschens / darein man mehr von allerley Misch-mäsck einschütte/als sonst in keinerley Gefässe: In dei-nen Sack wirst du nicht ( sagt er) hart und weiches/süsses und saures zugleich einstecken/ du wir st ihn s onst1° ' ver der-