Anderes Bkch/Hauö-Vatter.
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Fleisch und Suppen / und 14. Nutzen Tranckgenom-MU/ hab er jedes um 2. Untzen gesteigert; kaum 10.5ag darauf/sey er Melancholischer und CholerischerEigenschafft worden / den zehenden Tag sey>lhm einSeitenstechen kommen/das habe 22. Stund lang ge-wahret/und darauf ein hefftigesFieber/welches^Wo,chen ihn gequälet; wiewoles von dem fünffzehendenTag an mm,er abgenommen/hab aber die gantze Zeit-überkeine Viertel-Stund geschlaffen/ also daß ihm je-dermann verlohren geben:Doch sey er/als erder erstenOi-t sich gehalten/wieder gesund worden / wiewol amLeib gantz abgezehrt/ auch em strenger kalter Wintergewesen; seither habe er sich langeZeit gesund erhalten;der heurigeWein sey ihm dienlicher gewesen als der al-te abgelegene/so doch nach eines jeden GewohnheitunNatur anzustellen: Ferner erzehlt er auch/wie er da-mals im 8z. Jahr seines Alters sich befunden / daß erhurtig sich aufeinPferd/ohneVo:theilfthwinge/Stie-qen und hohe Berge frisch aufsteige / allzeit fröhlichesHertzens und freyes Gemüthes seye;daß er offt mit ge-lehrten und tugendhafften Leuten conlerire/ Bücher le-se/ schreibe/und in allem suche / andern dienstlich zuseyn/sich in seinen schönen Häusern/zu Land und in derStadt/erlustige/ die Gärtlerey lieb habe/seine Mayer-Höfe besuche/ offt mit Baumeister / Mahlern / Bild,schnitzern/klulicis ;und des Feldbaues Erfahrnen/um-gehe/und ihre Arbeit und Werck beschaue und höre; erbesichtige hiu und wieder die ^rmquitäten/Pnllast undGärten/Marck-Plätze/Kirchen und rorliKcÄtionen;alle seine äußerlichen und innerlichenSinne seyen nochin ihrer vollkommenen Krafft/ es sey ihm kein Ort ver-drießlich/es schmücke ihm das Essen/er schlaffe wol/habe keine beschwe:licheTraume;er sey clepucirt gewe-sen von der kcs,ubiica,daß er/ neben andern/ den gros-sen Morast so glücklich hab austrocknen/ und zu Bau-Felderq/Wiesen und Gründen/ nützlich verkehren las-
sen/ da habe er zwey gantze Monat / in der gröstenSommer-Hitz/ m derseibigen pfützigenund morastigeGegend/ohne Empfindungeintger Ungelegenheir/aus-gedauret/hab auch erst/im 8z.Jahr seines Alters/ einefröhlicheund lustige Lomceciic compc.n>rt; so hab erauch in seinem Alter eine fruchtbare Ehe/ eilffSöhne/von einer Mutter gehabt/ alle gesund / und von treffli-chen inZenio. auch fleiffig im Studiren/ da erfreue ersich offt mit ihrem Singen/ja er singe selbst offt mit ih-nen/und habe noch eine so gute uvd belle Stimme/alsvor niemals in seiner Jugend; also bringe er fein Lebenfröhlich/ vergnügt/ und ohne Verdruß oder Beschwer-nuß zu/hoffe auch/noch länger also zu leben;wie er danauch im 95. Jahr seines Alters wol aufgewesen / undeinen andern Tractat/von eben dieserMateri/geschrie-ben hat; er entsetzte sich auch nicht vor seinemSterben/weil er wisse/ daß GOtt ihn sanfft/ ohne sclmiertzlicheKranckheiten zu sich nehmen / und in ein bessersLebenführen werde. Letztlich beschließt er sein Werck mit ei-nem Lob-Spruch von der Massigkeit: Und wäre zuwünschen/es folgten diesem Exempel alle Menschen/ sowürden sie wenig Kranckheiten leidm/oderklc-i>co, zu! sich beruffen/ und also glücklicher und gesunder lebenkönnen. Auch ist die bckavnt von
l^rcc,einem armen Bauren aus derGrasschefftSa-lopien/der 152. Jahr und 9. Monat gelebt hat / und alser 4nn» iszs.gestorben/hatihn derGrasi'bom-,svon^roncici eröffnen laffcn/(in deffenHause er etliche Zeitgelebt hat) und sind alle seine inwendige Glieder(wieihn dann der hochgelehrte O.Nzrvejus selbst besichti-get) gantz wol und gesund erfunden worden/ daß siegeglaubet/ wann er nicht die Lufft und Art zu leben ge-ändert hatte/ er möchte/ seiner guten coMilutiok, hal«ber/ noch länger gelebt haben; bis auf das izo. Jahrseines Alters hat er alle Bauren-Arbeit verrichtet/ jaauch gar dreschen können.
xcviii.
Welch grossen Schaden die Unmäffigkeit verursache.
Jewol in diesem Buch/ hin und wider/ von der -Unmäffigkeit ziemlich viel gedacht worden/weil aber diese von den grösten Verhinderun-gen eine ist/denMenschen an seiner Gesundheit/ an fei-nem Leben/ jagar an der ewigen Seligkeit zu scha-!den/wollen wir noch mit wenigen gedencken /waserleyUnglück / Unlust und Kranckheiten dem Menschen jdurch die unordentliche Unmäffigkeit zufallen/und wieer vor ihr/als einen schädlichen Haupt-Feind / sich wol ^vorzusehen und zu hüten habe; die jetzige verderbte ^Welt verderbtunzählicheMenschen/ und die Exem-!pel grosser Leute ziehen uns mit zwar lieblichen / dochüberaus schädlichenGewalt; die Laster/so cine^utkn-"tät zu haben scheinen/ machen auch die gesunde Ver-nunsst wancken/ darum werden dort etliche Ding fürTugenden angebetet/die man hier vor Laster hielte.Gewiß ist es/zu unserm Vorhaben zu kommen/daß derMagen/aus Unmäffigkeit und Überfluß der Speisen/also überladen wird / daß er sich nicht recht schließen/noch dieSpeise alle gebühzlich umfassen kan/und wannderMaqen-Schlund also offen bleibet/ dämpffet dienatürliche Warme des Magens allgemach aus / und
kan die Speisen nicht gebührlich verdauen/und wanndiese nicht recht gekocht sind/ steigt ein grosser Nebel-Dunsthinausins Gehirn/derwird von desselbenKaltedick gemacht/und in lauter ve5u xic>nes und beschwer,liche auch gefährliche Cathärr/ die auf die Gurgel/Mund/Nasen/ Magen und Lungen vertheilet/fallen/endlich gar in die Flachsen/ Adern und Glieder kom-men/rohe Feuchtigkeiten daselbst ansetzen und schmertz-licheZustände und allerhand 5/mptomzta ausbrüten/in!^escntei-iovielerley Verstopfungen und Obkru.Hinnes auch nach verursachter Fäulung seltzamebrc»gebehren/ Miltz und Leber verletzen/ Undauung/Wassersucht/Geelsucht erwecken: Hingegen ist eswahr/was (Zs!enus lib. l clc t^ibisboni mal! luccisagt: Kcmotscilö morbo corripitur,czui accurate ca-vct, ne in cruclitate8 inciclat.
Also auch / ob man schon gesunde leicht-verdaulicheSpeisen zu sich nimmt/ weil man von vielerley Artenauseinmal und zuviel nimmt/ so können auch diese zurGesundheit nicht vorträglich seyn / wann der Leib undMagen/ darein sie kommen/ voller Unreimgkeit stecket/dahersagen die ^leciici: Impurstantc» Miizis Iseclun
Jl iij tur.