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Th. 1 (1716)
Entstehung
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249
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Anderes Buch /Haus-Vatter.

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eine grosse Beförderung ist / wie die Spanier sagen:, Hmcn ome. ^ äcxa: cjo» vc?cs pone Und

denckwmdig ist/ was !>rcpkano Lua^?c> von einemFrantzosischenKvMgerzchlt/ als er an einem schönenPallast nichts als die zu kleine Kuchen tadeln und aus-stellet! können/ hat ihm der Inhaber desselben weißlichgeantwsrtet :«irc! die klemeKuchen hat das Haus er-grösser!; ist eben dem Italiänischen Sprüchwort ge-mäß :>a Lucin.i piccv!-« 5a la casa Zranäc : und/KratlacsLlns.m-zZrv i^ttamcnto.Und ein anderer sagt: UbicltZu>seinzluvicz.ibi inkrmitalum colluvies^ Und derH.Kirchen-Lehrer (^r^iottomus,tksum sagt: k'cr clcliciss sene^iu8 citiu» odre^it, len-susvbluncj>lur,cozitaliorelar6alur. corpu» clillolvi.tur, majoris excrcmenti materia rcconäitur stq; re-pvnitur. Und sagt Oic»A-nes wol: Wie eine Kammer/darum viel Speise behalten wird/viel Mäus und Ra-tzen zu haben pfleget: Also/ein Leib/ der viel isset undmnckt/ist vielen Kranckheiten unterworssen; und istzu beklagen/wie jener >^icussagt/quo6 vor^cilasquali nobis connscatil.unddaß dieKinds-WartMN-ne« die kleine Kinder/ von Zugend auf/ darzu gewöh-nen/und sie mit dem Kinds Koch also anschoppen/daßnur der Magen weit ausgedehnet wird/und dieAertztekünffcig desto mehr Bemühung damit haben; daher/weil der Mensch sich dieser Tugend/ der Massigkeit/nicht recht brauchet/ ziehter ihmselber al^Ubelausden Hals/ und ist selbst sein ärgster Feind / weil er derholdseligen lempcranlis nicht achtet/die wird im Es-sen/Trincken/Schlaffen/Wachen/Freud un Leid/Ge-sundheit und Kranckheit einen solchen Wege gehen/dernicht verdrießlich / sondern nutzlich und compen6>osseyn wird/zu der rechten Glückseligkeit zu gelangen.Allhier handeln wir meistentheils von euier gewissenkwöerstion.was Gestalt man sich imEssen undTrin-cken zu verhalten/ und ihm/ oder vielmehr seinen unor-dentlichen Begierden abzubrechen; nicht/ daß manHunger leiden/aber daß man die Natur nicht überfül-len solle; dann/ woher kommen alle Cathärr/Magen-Wehe/Kopff-Schmertzen/Fieber/und andere-Kranck-heiten/alsvon zuviel essen und trincken? Es ist abernicht dahin angesehen / als ob man sich aushungernsolle/sondern nur die rechte Maß/ nach Beschaffenheitseiner com plcxion zu treffen/ indem ein grosser Unter-scheid unter alten und jungen/ starcken und schwachen/müssigen und arbeitsamen/gesunden und krancken Leu-ten. Wer feinen hungerigen und abgearbeitetenGe-smde/von dieser unserer Massigkeit/viel predigen/undsie zum-wenig-Essen anmahnen/ oder ihnen deswegen! wenig aufsetzen lassen wollte / der würve schlechten' Danck von ihnen verdienen/ und mehr eines filtzigenGeitzhalses/als eines vernünfftigen Gesundheits-Er-Halters Namen verdienen; dann/was starck arbeitet/kan auch stärcker und mehr essen; wir reden aber all-hier allein vonLeuten/die ihr selbst eigen sind/ oder wel-che die freye Wahl haben/viel oder wenig zu esien/daßes ihnen gesünder und vorträglicher sey/sich der Mas-sigkeit zu befleißen/aufs wenigst den Magen nicht zuüberladen/dardurch die?acuitsz snimgii» und rgrio-osiii verunruhiget werden/dann/ nicht allein die über-fiel) steigende Dämpsse das Hirn benebeln/so bald dieübermassipe Nahrung anhebt zu cnncoquiren/sonderndieMenqe des Geblüts/und die Feuchtigkeit/ die in

TheU.

der Leber/ Miltz und Adern sind erhitzen sich undver-derben die Gesundheit; durch Nüchterkeit aber wer-den dergleichen Uberfüllungen nach und nach ausge-trieben/verdauet UNd gebessert; tcmpc^ncc l'Komm^ fzitloutcg stfaires s Loukait, sägtder Fran-hos. Will man ihm aber eine gewisse Maß zu essen undzu trincken vornehmen / so muß man von vielen nichtstracks auf das wenigste abnehmen/ sondern Staffel-weise und gemach fortfahren/bis die Natur sich in dieneue Weise schicken lerne/ es dürffte keiner andernRe-gel/wer diese einige recht praäiciren könnte/daß man/wie zuvorgesagt/ von der Mahlzeit allzeit mit einemAppetit aufstehen/und sich nie satt essen solle;daß man/sonderlich Nachts/wenig oder gar keinFleisch/mehr ei-ne ?->»-> cla .und andere leicht-verdauliche /doch wvlnäh«rende Gerichten/ nie vielerlei) Speisen untereinanderessen/ und nie zu lang Mahlzeit halten solle; wiewvlhier nicht so gar genaue Ordnung kan vorgeschrie-ben werden / unmöglich ist es einem vernünfftigenHaus-Vatter/daß er allzeit nach einer Regel sich nch,ten solle/bald wird er aufHochzeiten/ Festinen / Be-gräbnissen/Kinds-Tauffen und Vergleichen beruffervdie er nicht vermeiden/und also/ von der Niedligkeitder häufftg und schön zugerichteten Speisen/oder wenigst durch guter Freund« ^.reuhertzigkeit/ mit demTrunck überladen / einen Kxccls zu thun/ nicht kanüberhoben seyn; und wann auch das alles nicht wSre>so kan er doch / er wohne gleich auf den Land oder inder Stadt/ wann sich gute Freunde zum essen / oderihn heimzusuchen/ ansagen lassen / es ihnen nicht alleinnicht abschlagen/sondern er muß auch/sie wol zu bewir-then/in einem und dem andern ein übriges thun / auchwider seine Gewohnheit ;wird ihm doch solches wenigschaden/wann er nur bald wieder die vorige Art zu le-ben annimmst/ und seine Massigkeit conlmuiret.Dasist aber zu wissen/ wann ja eine Uberfüllung zuzulassen/daß es im Essen weit mehr schadet / als im Trincken/weil dieses ein I-iquiclum quiclciam St penetrabile, dasbald durchdringet/und cvaporirt/hingegen das Esseneine dicke hart zu verdauen/ Lc vinum prim»! concoHioni» non ciizerilurneczue in lccun^ü,nequein tcrtik .soll also das (Quantum cibi mit des MagensVermögen gleich eintreffen.

Also/wann man sich derMassigkeit befleisset/sonder-lich bey demNachts-Essen/we:den dadurch alleOuäi-t-len und böse übel-dauete Feuchtigkeiten/ darausCathärr/Schlag-Flüsse/Freysen/Haupt-Wehe/Po-dagra erwachsen / nach und nach ausgezehret/^mum cor6ig (wie Lxprisnu8 redet) mummcntumelt sobrictss ,die Speisen sind uns von GOttgegeben/das Leben lang zu unterhalten / nicht bald den Tod zubeschleunigen; also des alten Bischossens Niii Befehlnachzuleben: Vcntri czuantum incli^et, non rzugntumcupit, impcn6e. So ist die Nüchterkeit des Gemü-thes/der Sinnen / aller Glieder/ und des gantzen Lei-des Schutz-Wehr; der Keuschheit und Zucht festeSchantze/die alles mit Vernunfft anordnet/ indem siebedencket/daß fast alle Kranckheiten ex mm,A repie-tionc herrühren/und per contrarium suum , nempepcr cvscustioncm, als durch Purgiren / Clystirenj und Aderlassen/müssen curirt werden; angesehen/ daßdie Uberfüllung das Hirn und Jngeweid mit vielenschleimichten und gallichten Unrath bemäiliget / vie^

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