Anderes Buch/Hauß-Vatter.
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cz?. xciv.
Mässige Bewegung und Leibes- Übung.
c,t>Leichwie ein Wasser / das nie bewegt wird /»^5 leichtlich zur Fäulung sich verkehret: Also sinddie Feuchtigkeiten des menschlichen Leibes / wosie nicht durch Exercitien und Übungen erwärmet/ be-wogen und angespornet werden/bald ju einer verderb-lichen c.onllirutio-1 geneigt. Wir reden allhier nichtvon starckcnund mühsamen Leibs - Übungen / sondernMin von denen/welche / mit ihrer mci6crincn War-me/ der Gesundheit zum besten dienen/ weil sie das Un-taugliche von dem Guten absondern und ausführen /die Glieder befestigen und starcken; die grössernkxcrc-in-nti, werden zwar durch ihre natürliche Gange aus-getrieben/ die subtilem aber müssen allein durch dieÜbung bewegt und ausgedünstet seyn ; die Übung ver-hindert die kspicllon, die ein Ursach ist vieler Kranck-heiten/ so durchFaulheit und Müssiggang erweckt sind;darum viozcnez bey den StoizTo sagt/ lUcclca sey keineZauberin/ sondern eine weise Frau gewesen/die ihreweibische und weichmüthige Unterthanen/ durch stätige!Übung/ tapffer und starck gemachthat; daher sey das! Geschrey auskommen/ als solte sie den Leuten/ in demsie ihr Fleisch kocht/ wieder zur Jugend verhülfflichseyn ; indem sie aus blöden / faulen / ungeschicktenhurtige/ brauchsame und lebhaffte Menschen/gleichsamwieder neu gebohren hat. iZaicnu, vermeldet/er habeallein durch Leibes,Übung sehr viel schwachen Leutenwieder zur Gesundheit verholffen/ und auch dardurchviel erhalten und prs-lcrvirt/ daß sie nicht von gefährli-chen Zuständen sind betroffen worden./ulcpkvü (^ucr-cctanu,weiß nichtgenug Wort zu finden/die Uvungzuloben: Sie ist/ sagt er/ ein rechter Zunder unserer na-türlichen innerlichen Warme/ des nbermaßiq-in un-sern Leibern dämpffigen Überflusses einAusführungs-Mittel/ aller Völligkeit / die sich in den Leib eindringenwill/ eine Verhinderung / erweckt die Hurtigkeit undThätigkeit desLeibes/befestiget die Flachsen undSenn-?Adern/eröffnet und erweitert VleGäng« undSchwelß-Löchlein/ dardurch das schwach - dunstige Wesen/sounserm Geblüt und Geistern/ die unserer Gesundheitund Lebens Ursach sind/ zuviel anhänget/möge ausrau-chen und si ch verzehren;daher kommt es/daß alle Kräff-ten des Leibes vermehrt und genähret/ aller / so wol in-nerlich-als äußerlichen Sinnen Wirckung besser undgeschwinder sich ereigne / die Lunge ihre Athem - Neh-munß und Gebung freyer leistet / demHertzen seineKrasst und Vermögen wieder zutheile/ und daß die zumVerkochen dienende Theile/ ihre LvncoHion und O>-ß-llion ausspende/ und allen überflüssigen Unrath destoeher ausbanne. Die fetten Leute können sich stärckerüben/ wiewol sie gewohnlich träge sind / aber durchÜbung verlängern sie ihr Leben. Die mehr eflen/ sol-len sich auch mehr üben als die Mäßigen/ die Flüssigenmehr als die Trockenen/die Kalt-gearteten mehr als dieHitzigen / die Leibichten mehr als die Magern. DenAlten / die weniq Warm und viel Schleim in sich ha-ben/ ist eine massige Leibs-Ubung wolgedeylich. DieMen haben den Lxcrcirenden zu gut/ Lymnslia.Lxc. jciraz. ?orticus j ?slTNras , Xvtta zubereitet/darunter
sie bey Winter und Sommer / bey schön und trübetZeit/ ihre Übungen ausrichten können. Von diesenkan man tticronymum klcrcurialem tn seincnschvnangezogemBuch / öe Xrte (-xinnssticS. weitlauffttghören. Unser Vorhaben ist allein/der jenigen mvc!cnr-ten und geringen excrcmen zu gedencken / die einemHaus-Vatter wol anstehen / nützlich sind/ und ihn anseinen Geschäfften nicht versäumen; als da sind: Spa-tziren-gehen / Reuten und Fahren/ so aber nicht gleichauffs Essen/sondern frühe und vor der Mahlzeit gesche-
hen solle/ indem man auch/neben dem Lust und Erqui-ckung/ seine Haus Wirthschasst / Meyer-Höfe/ Fel-der/ Wiesen/ Teiche/Walder/und andere besehen/und
dabey doppelten Nutzen schöpften kan/ doch niwt tn zugrosser Hitz noch zu strenger Kalte / mehr früh undAbends/als zur andern Zeit/act rul>orem,non >ll luclu-rcm, gci cjsIcÄ!,tionem, non sc! I^tlitn.ciinem. Aufeinestarcke Bewegung/ soll man gleich darnach weder essennoch schlaffen/sondern eineZeit lassen vorbeygehen/biSdie ausgebreite Hitz gantz nachgelassen / sich nunmehreingezogen/ und die Geisttt sich wieder conccmnrt ha-ben ; sonderlich ist das Gehen und Reuten/ müssigenund reichen Leuten zu rathen/ (denn die Handwercks-Leute / Bauren und Taglöhner ohne diß ihre Bemü-hung schon in Abwartung ihres Berusss finden) obaber diesesSpatzir'e langsam oder schnell/viel oder we-nig/weit oder nahe/in der Ebenen/Bergen-aufoder ab/unter freyem Himmel oder bedeckt geschehen solle/ Magjeder selbst sein Eigenschasst/ und was ihm vorträglichoder nicht/ prüfen/und derselben folgen. Diese Bewe?gung dienet sür die Flüsse/für den Magen-Wehe/ denGelbsüchtigen/ in verstandeneiMcn»ruis,inVerstops-sungen des Leibes/ in Verstellungen des Harns/ undinsgemein allen denen/ welche vonNöthen haben/etwasaus dem obern Leib in den untern zu befördern/ undauszuführen. Doch sollen sich die mit den Fiebern be-fallene/die das Hinfallende haben/ Blut ausspeyen/oderharnen/ davor hüten. DielUstigeAusspatzirlmgist Abends in die Gärten/ in die Wiesen/Felder/ Wäl>der/ Auen / und bey den srisch-läuffendön Flüssen/ wieauch das Spatziren-Reuten / wiewöl diese Übungschon dem gantzen Leib eine stärckere Motion gibt/ist siedoch rühmlich lind gesund, kquitatio enim (wie kistoin leckste sagt) cxteris cil^niör eli, libcrUm k«ztn!>ncm msximö ciccet. Wir reden hier nicht von derReut-Schul/ (davon im achten Buch zu hören seynwird) nur von dem gemeinen Spatzicren-Reuten/ dasvon allen ^cclic!», zu rechter Zeit/überaus gesund ge-halten und gerühmet witd. So ist auch dienicht die geringste / welche Zur Gesundheit des Men-schens beytragen kan/weil dardurch des Menschen Ge-müth zur Frölichkeit/ bisweilen auch wol zu andern As-fecten bewogen wird/ wie der gelehrte Lsrclinai jviz.pkcu» nachmals Pabst tlrbgnuz VIII. sagt:
Ockituit clulcc ionilu mcusclzria tcnlu8
I-znAuorem^ue suum ttcticiens cor amst.Und ?!cus A^iranclula sagt: lVlulicsm mövük spiri-tu», Ut Icrviant snimse, ticut kicäicina coscl. sZitat,
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