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Th. 1 (1716)
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DesAdelichen Land- und Feld-Lebens

quicken/sondern auch dieSeele zu befreyen/dann/wannmans eigentlich nennen wollte/leben wir imSchlafnurVtlsm vczetiitivsm, wiedieKrauter und Gewächse.

Der Schlaf macht offt einen Knecht zum Herm / undeinen Fürsten zum Bettler/vermittels derTraume/wel-ches aber mir den Schlaf anfangt und aufhöret.

cz?. xciil.

Vom Reiben und Streichen der Gliedmassen.

Nter andem zur Gesundheit-dienenden Mit-teln / lst auch das Reiben und Streichen der

Gliedmassen/nicht allein von den Alten/sondern

auch von den jetzigen Gelehrte« und Ki-ckcis. für einenicht kleine Beyhülffe gehalten worden. Diejenigen/so die Orientalischen Reisen beschrieben haben/ meldensonderlich von den Türckifchen Badern/daß sie den an-kommenden Bad-Gasien die Glieder/ Arm/ Hände/Schenckel und Rucken/ mit Streichen und gelindenTretten also einrichten/ daß sie sich darauf wohl ->i lpo.nirtbefindenchaben auch die alten Römer/wie bey wie-ron /mo k !srcurisli in seinen Büchern c>L Hne czv-mnzttieü zu sehen/ihrs 8rriZi>es ,aber nicht mit schärftenAähnen/wiemandiePferd striegelt/sondern gantzglatt/etwas krumm/ so wohl die Armen/ Hals und Schen-ckel/als auch umgekehrt denRucrgrad zu reiben/gehabt/die/ wie l^iernn^mus i ^crcuriZ>i ;Meldet/ aus^Äold/Silber/Eisen/Horn/Helffenbein/oder Ertz (deren Ab-bildung daselbstlib. I.csp 8. zu sehen) gemacht worden/und hat jeder / was vornehm war/ seine eigene solcheStriegel gehabt / damit sie nach dem Bad von ihrenSclaven/ oder den Bad Jungen/sind bedienet wor-den. ' Es haben auch die kkKietT sich/nach vollbrachterArbeit / damit streichen lassen / nicht allem das Oel/Sdnd und Schweiß damit abzuringen / sondern auchdie ermüdeten Gliedmassen / wieder zu erfrischen undeinzurichten. Die Alten/ nachdem sie sich wohl abrei-ben lassen / haben sich hernach mit lauen Baum - Oel/oder süssen Mandel-Oel salben / und solches wohl ein-reiben lassen; diß erwärmet /erweichet/ befeuchtet/ stär-cket und ziehet die Müdigkeit aus den Gliedmassen/ma-chet sie gangig und frisch / ist sonderlich alten und dun-süchtigen Leuten gesund; der Leib muß vorher wohl ab-gerieben/ hernach mit warmen Tüchern umhullt/ undein wenig im Bette/ frühe/ etwan zwey Stunden vor1 Essen/ geblieben werden; besser ist/ man thue es/ ehe! manau^ dem Vette zu Morgens aufstehet. Daher! auch der alte über 90. Jahr lebende demKayseräuxuiw.der ihn/ woherersoaltworden/ gefragt/ge-antwortet hat: Intus mullo , forisolecj , daß er Meetgetruncken/ und seinen Ruckgrad und Gliedmassen mitOel gesalbet / und fein starck und wohl solches eingerie-ben. So ist es doch gewiß/ daß die vom Hirn auf denhindern Tbeil des Leibs/den Hals/die Mandel/ m dw-ckam k 8cgpuias fallende Flusse / wann man sie Mor-gens und Abends / entweder nur mit beeden blossen fla-chen Händen selbst / oder durch jemand andern sich rei-

ben/ auch mit warmen von Weyhrauch und Fluß.Rauch bedünsten Tüchern/wohl abwärts streiche» las-set/ sonderlich den Ruckgrad von Hals an/ biß aus dieLenden / daß die sich sonst emhaftrende Flüsse dadurchbewogen und fortgetrieben werden/ dabey zunouren/

was l). knär. I^surenliusinlib. Lcnc^uc« cap. 8.sageNHvcntris friüioneczuiscz;csvcrecjc:bct,cjui-i <.c>n-cyÄionem impectit, kumorescruclosincorpustsi-ns-fcrl,vcnlrieulum subvcrtit,8c cspul turbst Sonst aber

können/durch Reibung der übrigen Gliedmassen/dieLe-bens und Thierischen Geister / denen sonst von solchenzähen Schleimen die Strasse gleichsam verlegt wird/desto ungehinderter zur VcZctslibn der Glieder ihrenFortgang haben- Daher sind auch etliche bleck,., derMeynung/ daß dieses Reiben und Streichen die Glie-der völliger und fleischiger mache/ weil dadurch/ so wohldas Geblüt / als die Spiritus Hnimsies mehr zufiiessen/und das Aufnehmen befördern/was von faulenScylei-men zwischen Haut und Fleisch stecket / und nicht wei-chen will/ also zur Vertheilung oder Ausdünstung nö-thigen / die Schweiß-Löcher erwärmen und erweitern/

davon Her! kriML.^scon. in t^ikor. nalur^Ii cxjxr.877« sagt: kriüio partcs rcclciitmaZiscarnolas 8? plenss.uti pztst in Kamine 8c ctjuis clcpcQenclis,caus<- clt,quis plus lpirituum 6c lanZuinis sä partes rcirskilur,alimcntum inexrcriora valiclius clicitur, pororum islsxstic», faciliorcm spiritibus, tsnAuini, Lcslimcntovismpr-bct, inutilisSt cxcrcmcnlitiu» kumor in czr-oc Körens cliZcrilur,6scIiMpalur,omnig sLimilationisacliumenta friQiancs msZis rcplent S: impinZuantcor-pu,» quum cxcrcitia, czuia f^Qio partilzusinternisin.clul^crquicli.czuam exercitatios^pönimiz un-clc k.emiZcs pIcrumczue pinZuesLccsrnc>ll lunt, ^uiamembrs c^tcriora mszis in motu tunk, czu^m inteinse

partes. In 8umma, es solidem Leib besser gedeyen/alsdie Ubung/weil diese die inwendigen Glieder offt verun-ruhiaet/und an ihrer5un6,on verhindert/jene aber nurden ausserlichen Theil der Haut berühret / die intettinaaber ruhen lässet; doch muß alles mit seiner Maas sitt-sam gebraucht werden / dann allzustarckes Reiben ma-chet das Fleisch dick/ das gelinde aber löset auf/ erwei-chet und erweitert; das öftrere Reiben verringert dasFleisch/ und macht mager/ daher sich der Mittelmaß zugebrauchen. Also werden auch von etlichen mit gutemLucccls die Venlosen und trockene Köpffel gebraucht/damit sie von obenher am Rucken / von der n ucka an/die Flüsse glücklich abwärts ziehen.