Anderes Buch/ ^)auß -Vatter.
245
Vom
^VM^Er Schlafist gleichsam ein Interreznum zwi-^Mschen Leben und Tod/ und wann Verschlaf^A^Uviel süsser als Honig/ in die Augenlieder sich se-tzet/die Glieder auflöset/ und die Augen mit ei-nem lindenBand umnebelt und zubindet/wie ihn^Keo-crim8 Liciiil -^.beschreibet/so werden d»e Leibes-Kräff-ten wieder erfrischet / das Hirn wird befeuchtet mit fri,schen Geistern/Magen/ Hertz/ Leber/ und alle Glieder/verrichten ihre kunciionen und Amts-Gebühr/ 5o-
mnus,rette 0ribsllc>Iib.6.c.6. perkalitum ciizesit.tzu-ein venlrelunr, minuil, ul per parce8iniernaz exeant,pr-eparät, lanZuorem clittol vit, ^ravitatem ciispensat,rc^svluta corriZit.robur nslurs atc^; animo a6jun^it,su-clores coliilzet,8c corpus nottrum in convenienli rcm-perici s^mrvslriä.bonij^; vsletuclirie perperuo cvnler-
val In dem Schlafhar man weder Furcht noch Hoff-nung ; der Schlaf ist eine Hülle/der alle menschliche Ge-dancken zudeckt/ eine Speise / die den Hunger/ einTranck/das den Durst Met/ ein Heuer/ das die Kälteerwärmet/und eine Kälte/die das Feuer mäßiget, c ett
une monno/e Acnsrsle,avccla^uelle i'on sckette to»>resclioles, c'eli une öälance8c un ?c»i6s, qui ren6eZuuv le LerZer 8: le Ko/.I' iznorant 8c lc Lcavsnc.wiederFrantzos redet.
Lt morg 8c lomnus miseros felicibus »quzt.
Was gutes aber der Schlaf auch je verschafft / muß erdoch seine gewisse Maas und Ziel haben / die soll ein ge-sunder Mensch nicht leichtlich überschreiten / sonderlichwird der Mittags-Schlaf von den vornehmsten kieöi-«j» verbotten;weil ohne diß die Zeit des menschlichen Le-benssehrkurtzist/ soll der Schlaf nicht wie ein unge-rechter Maurner oder Zollner seyn/ vermehr/ als dasdritte Theil/davon abzwacke. Der Mirrags-Schlafverursacht allerley Fieber^ Haupt-Schmertzen/ Flüsse/Unlust zum Essen/ und Trägheit des gantzen Leibs/ ver-derbet das Geblüte/ entfärbet das Gesicht / bringt dieIllciancolie. verwirret die ^oncoÄion/ und zerrüttetdieLebens-Geister. Doch/welche alt sind/ und es imlangwürigen Gebrauch haben/denen wird dieGewon-heit gleichsam (wie vorgesagt ist) zu einer Natur. Siesollen aber: nicht gleich aufs Essen/ 2 mitetwaserho-venemHaupt/lieber sitzend/oder anlehnend/als liegend/z nicht zu lang/ 4 nicht zu jähe und ohne Tumult/ erwa-chen. Die Nacht aber ist die bequemste/und/ wegenihrer Fmsternus / von Natur darzu bestimmte Zeit/dadurch sich die von dem Tags Licht abgematteten undgeblendeten Augen wieder erfrischen/ ihre kaäios M.vo, reco»iZiren und stärckeN;doch soll man den Nacht-Schlaf nicht gleich aufdas Abendmahl anfangen/ son-dern wenigst ein baar Stunden warten/ damit sich dieSpeise vorher wohl setze/ weil sie also leichter; hinge-gen/ wann sie noch oben schwimmet/ desto weniger ver-dauet/ und das Haupt mit desto mehr Kxsilglionen> andünstet wird. Hoch oder nieder schlaffen/ läßt sichhier nicht vorschreiben/ weil hierinnen ein jeder seinerGewonnen nachlebet; das beste aber ist/ dasHauptsey etwas wenig« höher/ als der Leib/ damit die Speise/die am untersten Theilam besten verkocht / nicht wieder
xcn.
Schlaf.
ju dem Oriücio 8tomack! sich heraufbegebe / so leichtgeschehen kan/ wann derKopffniederer liegt/ als derLeib. DieFüsss sollen nicht mit Sttümpffen oder an,dern verdeckt >eyn/ weil viel vornehme ^leclici dastrhalten/ das Gesicht werde davon geschwächt/ dieGe-dächtnus verletzt/ und der gantze Leib von äußerlicherHitz/ propler vaporein rctlexum, erfüllet. Aufderrechten Seiten soll man den ersten Schlaff thun / weildas Unreine leichter aus dem Magen in die Därmer/per ealoiem gefencket wird; gegen dem Tag Mr/magman sich aufdielincke (Seiteumkehren/ damit die Le-ber aufden Magen zu liegen komme/ und also/ durchihre Wärme/ die LoncvZion befördere. Vorwärtsliegen/ soll den Augen schädlich / zu Kochung aber oesblöden Magens verhülfflich seyn. Auf dem Ruckcn/ist noch schädlicher / davon schweres Geblüt / i-i^uvus,der S chlag/die Frayß/ und andere Kranckheiten/ ent,springen. Qalcnus will/der Schlaf soll nicht wenigeralsy Stunden/ und nicht mehr als 8/oder aufs höchste9^ztunden lang seyn/nachdem man vieloderwenig ges,sen hat. Wann man in kalten Kammern liegt / mußman das Haupt wohl verwahren / bey leib aber keineGlut hineinbringen lassen/ man kan sonst das Lebendarüber einbüßen. Das Bett-Wärmen kan Krätzenund Beißen der Haut verursachen/sonderlich/wann esmit einer stinckenden Glut geschiehet; das Haupt sollnicht bloß/ auch nicht gar zu warm verbunden seyn.Nacht-Lichter brennen / macht ein blödes Gesicht oorder Zeit/weil die Fmsternus die Augen/ so von den Ta-ges-Licht/Schauen und Lesen/schwach worden/ wiederstocket; hmgegen/ wann die Fmsternus von ddrnNachc-Licht erkläret wird/auch die villvi cjihzc»kirr und verderbt werden. Sonst weiß niemand recht/wie ein nützliches Ding der Schlafsey/ alsdiejenigen/die dessen beraubt seynd; wie er aber / wann er zu we-nig oder zu viel ist/zu curiren/ kan man im dritten Buchunter den Artzneyen finden. Sonsten sind viel Din-ge/die den Schlaf befördern/ und gleichsam einwiegen/als mittelmassiges Wehen der Winde / von ferne rau-schende Wasser oder gehende Mühlen / Singen derVögel/und sonsten nicht allzustarcke Wasser-Fälle/alSbeyden Röhr-Bronnen; dann dergleichen Dinge zie-hen die hm<md wieder vagirendeLpiritu« zu einer in.lenlion /und diese kan desto leichter durch die aufwallen,de Dünste eingeschlaffert und eingeschlummert werden;und kan eine Uebliche^ulics.wann sie stille ist/eine guteBeförderung zum Schlaf geben / relpoÄu susvir^ris,liloni lunt concinni Lc liarmonici,ex czua cleleÄaturanima, usczuescleo, ulper spirituum concentrstio-nem sopiantur kominez, vel qui» ex nuineris con-ttsnssnima, numerolo concenlu, propler coznstio»nem stRyilur, vel czuiatoni per numeros notati, orcli-n ^t^8cciiliin ^ösclec >ffcrunt or ^gno , ipsü ss^us-di>iti,tc iuk, animam libi sttenclenlem cletinent, quse-piriluscv-iZari prokibet, 8c snimseczuie» 8c remittioett ex objeüZ jucunäi prsesentiZ, quZ fruitur , 8e stcsomnum clulcem illabi pstitur: DaNN der Schlaf istv on GOTT gemacht / nicht allein den Le ib z u er,' quicken/