Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
239
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Anderes Buch/ Hauö - Vatter.

2)9

wird dieGesundheit und Wolstand des Menschens da-durch angefochtm. Diesem nunzu widerstehen/und je-des in seine Ordnung zu bringen/ sind grosse koiiantenvon Keccpten/?rsscr vati ven und Artzneyen angefüllt/damit wir einen Hauö - Vatter allhier nicht belästigenwollen / weil es nicht allein die Erkanntnus seit? selbst/welche billig imd löblich/sondern auch disWissenschaffrallerley6imp>icien/und ihren c.onlenlummtt den^ar-tibuü Lorporis, also auch andere von ausscnherrühren-de Dinge/ als Essen und Tnncken / Lufft / Schlaf/ U-bung/ Ausführung der schädlichen Uberfüllung/ Ader-lassen/und dergleichen noch mehr/begreiffer/davon mannicht unbillig die KleckcoszuRalh ziehet/ welche Lon-Maund Verordnungen / nichtsdestoweniger offrsehrschlechten und üblen Auöqang nehmen/weil bald auf ei-ner/bald aufder andern Seiten etwas übersehen wird/dadurch die Natur/an statt einerAufrichtung undBes-serung / mehr verderbt und zu Grund gerichtet wird.Die gröste Ursach aber ist/ daß die meisten Menschenvach ihrem Lust und Appetit leben / nur die Speisen su-chen/ die ihrem Geschmack annehmlich sind/ Übersüllensich mit zu vielen Speisen und Getranck/ lassen den Be-wegungen des Gemüths freyen Zügel/ unwissend/ wieschädlich solche sind/ wo sie einmal den Meister spielen/machen ihnen selbst seltzame und der Gesundheit nach-theilige Einbildungen/ führen ein faules / müssiges Le-ben/ essen und trincken zur Unzeit/machen aus dem TagNacht/und aus der NachtTag/und verkürtzen dadurchihr Leben. Also wollen wir etliche Weisen vorschrei-ben/ wie die Gesundheit am bequemlichsten erhaltenwird; nicht/daß ein Haus-Vatter sich der Herrenckcorum Einrathen entziehen solle / weil ein bewahrter^l-clicus einegrosseHülssedarzu geben kan/ und son,derlich/weilunter allen andern Kieckcins auxiiiis, dasvornehmste ist/ daß ein Patient ein hertzliches Ver-trauenundgute Meynung von seinem kkckco fasse/

welchestarckeEinbildung wundersame Verrichtungenleistet / die Natur ermuntert und aufweckt/ daß sie desKranckenHoffnung und Verlangen nachgibt, dadurchdie natürlichen undLebens Geister angespornet/sich nutdem aufwallenden Geblüt vereinigen / die austreibendeund erhaltende Krafften befestigen/ der Kranckheit wi-derstehen / und die Gesundheit wieder erholen. Manbraucht die verordneten kcccpt und Artzneyen lieberund mit mehrer Zuversicht/ hat mehr Gedult / lindertund verzuckert allen Eckel undVerdruß mit guterHoff»nung/dadurch der Natur Kräften vermehret sind/daßsiedle kl.ucrjzm pcccanlsm desto behertzter anfallen/und glücklicher austreiben; wie hingegen dasWwer,spiel denjenigen begegnet/ die den KietjicumaueMiß-trauen verdächtig haitenzdenn die Seele/ als eme Herr-scherin des Leibes/ entzündet/ würcketund-xsquirt/wie durch guteHoffnung alleSGute / also durch i^iK-cicutz alles Böse. Indem abecoffr die iVlecj ct den aufihren Land-Gütern wohnenden Haus Vättern wettentlegen/daß dennochein Haus Vatter sein Leben alsoanstellen und führen könne/ damit er seine Gesundheit/biß zu dem von GOtt aufgesetzten Ziel / ruhig erhalten/so viel möglich/ der /Ueckcoruin Rath und der Apothe--cker Recept entübrigt / und also des natürlichen Tods/ohne sonderbare Schmertzen/ erwarten/ und/w»eemLichrlein/ aus Ermanglung des ttumici, rackcali,. ver-löschen möge/wie jener Frantzos wohl geschrieben:

Ln iin se meurt la Crcature,

l)s Oieuconlente Sccle nature.

Biß daß der Mensch ist hingeschieden/

Mit GOtt und der Natur zufrieden.

Also will ich mit wenigem Anregung thun/ und wie die-ses zuwege» zubringen/ in folgenden Capiteln aus-führen.

cxe. I .XXXVI.

Von den Gemüths-Bewegungen.

Je nahe Verbindung und Vereinigung Lei-bes und der Seelen machen/ daß/wie eines desandern Wolergehens sich erfreuet / und theil-hafftig macht: Also auch eines des andern Be-wegungen undZufalle mitfühlet und empfindet/und wieder weise k'lato in c^rmi^e vermeldet/ daß sehr vielschädliche und gewaltsame Kranckheiten des Leibes vondem Gemüth ihren Ursprung haben: Dann/ (sagt er)weil das Gemüth die höchste Hmschafft über den Leibhat / kan es solchen nach Gefallen bewegen / wie einKriegs Obrister seine untergebene Völcker. Und/wie-wol diese ?aMonen zweyerley Sachen übel leiden kön-! nen/einegar zu sorgsältigeNachforschung/und eine all-zufreye/obschon freundliche Ermahnung/ wie Her: La-«VN äs HuZmentis Zcient.fol 454 bezeuget/so soll dochein i'eder vernünfftigerMensch/dieses zu verhüten/in hchselbst und seine ?-> ilionen inquiriren/ was gut oder bös/schädlich oder nWch/unterscheiden/deren Gewalt und

Schwachheit möglich / die Meisterschafft entziehen.Dann gar aus dem Hertzen solche mit den Stoici» rcif-sen wollen / ist so wohl der Natur/ als der Vernunfft/zu wider:?ertjMciIe clijzrorlus bomincm cxucrc.sagt^eno bey dem 1-sertio. Die Gemüths'Bewegungensind gleichsam wie Nerven / die dem Leibe die Fühlungund die Beweglichkeit austheilen / weil sie des GeistesNerven und Spann-Adern wohl heissen mögen / da-durch er zur gebührlichen Thätigkeit sich entschliessetundermahnet/ undein Mensch/ dergantz ohne alle^ffcÄen lebete / wäre wie ein Schiff aus dem Meer/ohne Wind und Ruder / dann diese treiben an/ etwaszu verrichten/wann nur die Vernunfft/ als ein obersterSchiff-Meister/dasRuder wohl und recht gebrauchet:

Virtus erzo.lccunclum Hiiliotclcm,nonin 8tc»icüzf.teÄuum pri vstionc, lccl macieratione conliüit. Vor

allen andern schädlichen ^ffc^en/ist die unnütze hefftigeSorge und Kümmernus / csrnikces illzeSc (m Co-

üngestumm mitVernunfftundGöttlichenBeystandes /"vttsauren un?Ättrn/Hülssnehmung/brechen und zäumen, der nach GOttes das Leben leicht verkürz I-rauriakeit / die de«Ebenbild erschaffenen Seelen allezeit den Zügel in der we,l ^ auch em U^ach s ^^s-Hand lassen/ und seinen Begierden/so viel menschlicher > Le»b ausdörret / den natürlich L ^

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