Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
237
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Anderes Buch/Hauö-Vatter.

2Z7

Abtheilungen / einem harten und oben fetten Fleischalso versehen/daß es die Lebens-Geister ernähren undaustheilen / und also das Leben erhalten und unterhal-ten kan. Es hatzwey Abtheilungen/ in den RcchtenTheil kommt die hohle Ader/von der es dasBlut über-nimmt/und eben aus diesemTheil kommt auch dieLuffr-Ader/ dardurch die Lunge das subtil gemachte Geblüt;u ihrer Nahrung an sich ziehet; in dem lincken Theilkommt , weiche die natürliche Warme

und Lebens-Geister daselbst vorbereitet/und den übri-gen ihre poi-rivncn überlässet. Es hat auch seine ab-sonderlicheBewegung/pcr s^üoic-n,dardurch das ge-reinigte Blut derLungen/und'dieLebens-Geister denenübrigen Gliedern ausgespendet / und per Oiattoicn,dardurch sie die Lufft von der Lungen per ^ncri-im ve-nolam,und dasBlut per Vcnam ca vs-ri,als einetcrism,daraus die Lebens-Geister entspringen / in sich ^fasset und empfanget. Das Hertz ist nun mit einemfeuchtenFellgantz bedeckt/ dasdie^cclici pcric?rcliumheissrn/dasHertz von übriger Hitze etwas abzukühlen;dis hat zu diesem Ende auch eine wässerige Materi insich. Qsicnus beschreibt das Hertz also: cor eN prin. ^ccps animT ctümicilium, snim-e jrascikiliz sc6es,f». ^cu!tati«8e spirituz vitalis fosis, csloiis nativi socug 8?

fomcs. Seine 8ubli-mtz ist hart und dick beysammen/zu besserer Erhaltung der Wärme / die Puls mässigetund kühlet es ab/ wann die Hitz zunimmt/ und ist nichtallein in dem Hertzen/sondern auch in den^rtcriis oderPuls-Adern. Obwolen aber das Hertz mitten im Lstbliegt/so neigt es sich doch mit der untern Spitzen etwasmehr gegen der lincken Seiten. Ob aber die Seele ih-ren vorvehmstenSitz imHertzen habe(wie etliche wol-

len/die aufderH.SchriWeugnuß gehen )da die mei-sten ^unctiones^nim-e derSeelen zugeschrieben we!-den;und ob solches eigentlich oder^cc->pkor>cc zuverstehen sey/wollen wir hier/dieWeitläufftigkett zu mei-den/nicht berühren / sondern nur mit wenigen der Lun-gen gedencken.Die Lunge ist als ein Wind-Fach/dardurch das Hertz abgekühlet und erquickt wird/ ist aussubtilen/schwämmichten/und mit vielen Lufst-Röhrendurchspicktem Fleisch/ die Athem-Schöpffung der fri-schen Lufft zu hohlen/wann sie sich voneinander gibt/und sie wieder heraus zu athem/ und wann sie sich zu-sammen ziehet/und also die kuüZincs, die imHertzencx so- mslionc 8piriruum entstehen/ dabey geschicklichaustreiben/und dieLufft/diesie empfängt/vorher besserrein und subtil zu machen/ehe sie solche demHertzeuzu-wähet; Zu dieser Arbeit nun kommet auch so wol dasOiäpl>razma,als die iViusc«!! intxrcollatcs der LungenzuHülffe / dann diese füllen die ganke Höhlen derBrust aus/ darüber die Lungen oben auf schwebet/ dieLufft ergreifft sie durch die slpcr?m ^rtcrism. die ausder Lunge anfangend bis in den Schlung gehet/die er-griffeneunddemHertzen zugesandte gereinigte Lufft/wird daselbst in Lebens-Geister verwandelt, (.orc^im

kunc aercm attrotiens, Kc in lilMrum iplius vcntri-culum, ma^nzm lsnZuinis copisms clexrro?IIicicns,czkslituolo ejus szn^ulnis vapore, 6c iIIo sese, propiiu virtute iplius suiskanti» iniitH, spirituw coniicit,lzuem sanKuinc impstu ruentc, concomitatum, so-tumque permsKnam Zrterigw,univer5o corpori cli!>

triduit.Wie davon noch weitläufftiger ^ncir Vcisiill!in kpitome tsbttcs cor^oris csz>.4. schön jv

lesen ist.

I.XXXIH.

Vom Magen.

Ann ein Koch die Speisen zu rechter Zeit/ vor-her fein sauber gewaschen/ zum Feuer setzet/siegebührlich kochen oder braten lässet; die darzu»gehörigen Gewürtz/ Butter/ Limoni / Saltz / Wein/Essig / Capern / Zucker und dergleichen / und jedemschicklich zumäßet/ zu rechter Stund zierlich und reinanrichtet/und die Speisen fein warm auf die Tafelbringet/so hat sein e Herrschafft nicht allein einWolge-fallen daran/ sondern er ist gleichsam ein halber kicäi-cu»,und dißfalls noch erwünschter/ weil sein Gerüchteannehmlich und wol / jene aber aus der Apotecken wi-derwärtig und gräuslich schmacken; da hingegen alles/was die Natur mit Verlangen und Begierd zu sichnimmt/besser bekommt/und der Natur/zu ErhaltungderGesundheitgedeylicher anschlägt: Also istwarhaff-tig der Magen auch in der gantzen OcconomiS desmenschlichenLeibes/derProviant-Speis-undKuchen-Meister/ja selbsten der Koch/der/wann ihm die mensch-licheFürfichtigkeit undVernunfft/als ein guterund di-screter Einkauffer/ guten gesunden/ wolbereiteten undmässigen Vorrath in seine Speiß-Camer einschasset/und auch solche recht zuzurichten/ zu verkochen / aus-und einzutheilen/rechter Zeit und Weil gelassen wird/überaus grosse Beförderung/ die menschliche Gesund-heit beständig zu erhalten /giebet. Der Magen nun

den Zähnen wolgekaute Speise durch dieGurgel/verwandelt sie in einen weißen luquorem, der von den^cclici» ct^ius genennt wird/ davon er sich selbst undalle Glieder reichlich und wohl nähret / wiewol etlichemehr das Blut/so durch die Adern hinein reiset/für desMagens Unterhaltung setzen. Und damit die Kochungdesto bequemlicher verrichtet werde/ so ist der Magenals wie ein Topff am Herde / mit drey erwärmendenGliedern umgeben/aufrechter Seiten ist die Leber/aufder lincken das Miltz/obenaufist dasHertz/in welchemdie natürliche Lebens-Hitz von der Lungen/wie von ei-nem Blase-Balg/angeblasen; und damit nicht alleinzu Gebährung der Lebens-Geister / sonder^ auch demMagen seineWärme zu mehren und zu nehren/dienlichist.Dieser cli^ius nun wird meistens von der Leber an-gezogen und in Blut verwandelt/ das sich in dem gan-tzen Leib austheilet/das Unreine aber/als der Schaumoder Faim in dem Hasen/wird in die Darmer ausge-trieben. So lang nun der Magen seinen Dienst oderAmt treulich und wol verrichtet/wird die gantze0cco>nomia des menschlichen Leibes in gutemWolstand un-terhalten ; so bald aber hier einigeHindernuß furfallet/und der Lebens-Sasst entweder zu rohe bleibt/oder zuviel verbrennt wird/ so ziehen auch die andern Gliedereine untaugliche Nahrung an sich/ und verlieren dar-

empfängt die durch den Mund einkom mende/und von - durch ihn Harmonie Älfo hat ein sorgfältiger Haus

Vat-